Alle Beiträge von Klaus Nissen

Sparkassen

Sparkassen für die Vereinigten Staaten

Von Klaus Nissen

Wenn man es täglich vor Augen hat, kommt es einem ganz normal vor. Doch die 374 Sparkassen zwischen Flensburg und Füssen sind besonders, findet Mark Cassell. Sie versorgen zuverlässig auch kleine Firmen mit Krediten und sind ein Grund für den Wohlstand Deutschlands, schreibt der in Washington lehrende Professor für politische Wissenschaften. Er hat für seine Landsleute ein Buch geschrieben. Es soll sie ermutigen, ebenfalls staatliche Banken zu gründen. Der Anfang sei schon gemacht, heißt es in der 143 Seiten starken Schrift „Banking on the State“. Sparkassen weiterlesen

Kurt Moosdorf

Der Landrat, sein Enkel und die Sparkassen

Von Klaus Nissen

Eine Mail aus Washington ploppte ins Postfach der Redaktion. Der Absender: Mark Cassell, Professor für Politik und Wirtschaft bei der Kent State University. Er sei der Enkel des Landrats Kurt Moosdorf. Als Kind und Jugendlicher habe er die Sommerferien immer in Büdingen verbracht. Dabei lernte der junge Kalifornier auch die Sparkasse kennen, die sein Opa als Verwaltungsratsvorsitzender führte. Und nun, berichtet Mark Cassell, habe er ein Buch über deutsche Sparkassen geschrieben. Denn die seien vorbildliche Institute, die auch in den USA dringend gebraucht würden. Grund genug, nachzulesen, was an den Sparkassen so toll sein soll. Und in die alten Zeiten zu schauen, in denen Kurt Moosdorf eine Landschaft regierte, die sich inzwischen stark verändert hat. Kurt Moosdorf weiterlesen

Störche

Wilma hat einen neuen Lover

Von Klaus Nissen

Trotz der Spätwintertage Anfang April sind die Vögel stark mit der Brutpflege beschäftigt. Das von der Natur- und Vogelschutzgruppe Lindheim beobachtete Federvieh ist überall beim Nestbau oder schon beim Brüten. Allerdings kommen ihnen immer wieder die Menschen in die Quere. Und von den Lindheimer Störchen gibt es Neuigkeiten. Störche weiterlesen

Corona

Keine „Nachrücker“ in der Wetterau

Die Inzidenz im Wetteraukreis ist über das Wochenende wieder über 100 Infizierte auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gestiegen. Sie liegt bei 111 – damit droht eine zweite Ausgangssperre, wenn der Bund wie angekündigt einheitliche Regeln durchsetzt. Außerplanmäßige Impfungen wie in anderen Kreisen soll es hier nicht geben, sagte Amtsarzt Reinhold Merbs. Corona weiterlesen

Dannenröder Forst

Ernste junge Leute beim Klimacamp

Von Klaus Nissen

Vom 9. bis 18. April 2021 treffen sich Activistis (so die gender-gerechte Selbst-Bezeichnung) zum Klimacamp in Dannenrod bei Homberg im Vogelsbergkreis. Es sind viele meist junge Leute, die in Deutschland und Europa gegen Straßenbauprojekte aktiv werden. In der Einladung auf https://wald-statt-asphalt.net heißt es: „Wir wünschen uns Tage der intensiven Vernetzung, um Kämpfe zu verbinden.“ Der Neue Landbote hat sich am 10. April vor Ort umgeschaut. Dannenröder Forst weiterlesen

Bad Nauheim

Salinenturm wird wieder Windmühle

Die Windmühle als wesentlicher Bestandteil der alten Saline Nauheim soll wieder funktionsfähig aufgebaut werden und dabei die besondere technische Ausstattung zur Salzgewinnung in Bad Nauheim sichtbar machen Das ist das Ziel des Vereins Wind- und Wasserkunst Bad Nauheim, der sich im Jahr 2013 gegründet hat. Die rechtlichen Voraussetzungen für die Rekonstruktion dieses technisch herausragenden Denkmals hat Landrat Jan Weckler mit der Übergabe der Baugenehmigung geschaffen. In zwei Jahren sollen sich die Windmühlenflügel wieder drehen. Bad Nauheim weiterlesen

Die große Liebe

Aus dem Sudetenland nach Den Haag

Von Klaus Nissen

Gefühlige Romane sind nicht mein Ding. Erst recht nicht, wenn so eine Geschichte „Sehnsucht nach der verlorenen Liebe“ heißt. Mit einem Titel, der vor blutrotem Hintergrund den Kopf einer Schaufensterpuppe am Mikrofon zeigt. Und dahinter 478 Seiten in seniorengerechtem Großdruck. Aber der netten Verlegerin Beatrix van Ooyen schlägt man nicht so schnell eine Bitte ab. Also hab ich den inneren Widerstand überwunden und das Buch, als es denn aufgeschlagen war, überraschend schnell durchgelesen. Und kann es zur Lektüre empfehlen, trotz der laut Verlagswerbung „wunderbar verträglichen Mischung aus Exotik und Erotik.“ Und tatsächlich ist es kein üblicher Hetero-Liebesroman.

Wolf und Andreas, der zu Anna wird

Die Liebe spielt sich nämlich (unter anderem) zwischen zwei Jungen ab, die während der Nazizeit gemeinsam in einem Weiler des tschechischen Egerlandes aufwachsen. Andreas ist filigran und feminin, Wolf dagegen kräftig und zeitweise bei der Hitlerjugend, aber mit einer guten Seele. Aus Kameradschaft wird irgendwann Liebe – erst recht, als der Weltkrieg verloren ist und die beiden Jungs wie alle drei Millionen Sudetendeutschen nicht mehr Herrenmenschen sind, sondern Unerwünschte, die ihre Heimat verlassen müssen. Vorher müssen Andreas und Wolf noch Zwangsarbeit im Bergwerk verrichten.

Vertreibung im ganz großen Stil

Dieser Hintergrund der Liebesgeschichte ist letztlich auch das Element, das mich im Buch festhält und es zu einer Empfehlung veranlasst. Denn wir wissen, dass sehr viele Menschen, besonders in Hessen, eine sudetendeutsche Familien- und Flüchtlings-Vergangenheit haben. Aber wir haben uns bis dato nicht damit befasst. Vertriebene und Sudetenland – das verbanden wir zu lange mit der rückwärtsgewandten Politik und der Vereinsmeierei der Vertriebenenverbände ab.

Der Buchautor Werner Vermeulen ist Jahrgang 1951 und lebt in Den Haag. Er hat sich in der Heimat seiner aus dem Sudetenland stammenden Mutter umgesehen und die Eindrücke mit einer Liebesgeschichte verbunden. Foto: Booy-Verlag

Der Romanautor Werner Vermeulen schafft es besser, die historischen Hintergründe zu erklären. Es ist okay, wenn dieses Wissen teils erst im Anhang mit Auszügen aus Wikipedia-Artikeln daher kommt. Man erfährt eine Menge über Böhmen und das Egerland, bebildert mit 90 Jahre alten Fotos von Hermine Säckl – der aus dem Sudetenland stammenden Mutter des Niederländers Vermeulen. Er hat sich die Lebensorte seiner Vorfahren vor Ort angesehen und dieses natürliche Interesse an der eigenen Herkunft mit einer homosexuellen Liebesgeschichte angereichert. Letztere, zugegeben, finde ich überkonstruiert und allzu gefühlig. Aber andere werden sie sicher goutieren.

Also: Die beiden Jungs Andreas und Wolf werden bei der Ausreise nach Deutschland getrennt und verlieren sich für Jahrzehnte – daher die Sehnsucht nach der verlorenen Liebe. Irgendwann wird Wolf ein ganz berühmter Maler. Und Andreas lässt sich nach einer Zwischenstation als Chanteuse in einem amerikanischen Dragqueen-Schuppen zur Frau umoperieren und nennt sich fortan Anna. Sie wird gefeierte Sängerin in des Autors Heimatstadt Den Haag.

„Und wenn ein Mann einen Mann liebt – soll er ihn lieben, wenn er ihn liebt. Denn ich will, dass es das alles gibt, was es gibt“

(André Heller)

Da tritt der Mittfünfzigerin ein Junge namens Dima ins Leben, der ganz wichtig für sie wird und später auch die verlorene Verbindung zu Wolf knüpft. Das sind durchaus dramatische und recht gut erzählte Szenen in der Schweiz. Da gerät Dima dann in ein recht unwahrscheinliches Gefühlsgewalle, das ihn seine eigene Homosexualität erkennen und ausleben lässt. Nichts gegen große Liebe unter Männern, aber mir käme sie, in kleineren Lettern erzählt, glaubwürdiger vor.

Fazit: Wer in diesen tristen Tagen mehr Schicksal und große Gefühle sucht, bekommt noch etwas Geschichtsunterricht dazu und ist mit dem Roman von Werner Vermeulen bestens bedient.

Werner Vermeulen: Sehnsucht nach der verlorenen Liebe

Booy-Verlag Bad Nauheim, ISBN978-3-98178095-6, 22,80 Euro.

Saatkrähen

Neue Kolonien in der Wetterau

Von Michael Elsaß

Vor dem Bahnhofsgebäude in Friedberg bietet sich derzeit ein seltenes Naturschauspiel. Hier bauen Saatkrähen gerade an 16 Nestern in einem Baum, weitere Brutkolonien gibt es im Umfeld des Bahnhofs und am Solarpark von Wölfersheim. Wer genau hinsieht, erkennt schnell, dass es sich bei den dort brütenden Krähen nicht um die verbreitete Rabenkrähe handelt. Saatkrähen weiterlesen

Corona-Spätfolgen

Das Virus erwischte den Herzmuskel

Genau 758 Corona-Infizierte zählte das Wetterauer Gesundheitsamt am 30. März 2020. Davon lagen 64 im Krankenhaus, 19 auf der Intensivstation. Bisher haben sich 10 349 Wetterauer infiziert, fast 500 sind an der Krankheit gestorben. Hedwig Rohde vom Gesundheitszentrum Wetterau erzählt die Geschichte von Erhard Roth, der die Krankheit mit Not überlebte. Und Professor Robert Voswinkel von der Inneren Medizin der Bad Nauheimer Hochwaldklinik berichtet von seinen Erfahrungen mit der Seuche. Er sagt: Selbst ein Jahr nach erfolgreich überstandener Infektion leiden manche noch an den Folgen. Corona-Spätfolgen weiterlesen

Corona Wetterau

Steigende Inzidenz – Ärzte warnen

In der Wetterau gab es am 18. März 2021 nicht weniger als 74 neue Corona-Infektionen. Aktuell sind 532 Menschen infiziert, meldet das Gesundheitsamt in Friedberg. Es gab drei weitere Todesfälle. Die Inzidenz steigt auf 80 neue Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Mehrere Ärzte warnen davor, den Präsenzunterricht auszuweiten. Oder in den Urlaub zu reisen. Corona Wetterau weiterlesen