Mittelhessen-Cup 2026

Pfingstlauf in Krofdorf-Gleiberg

von Helmut Serowy

Dreh- und Angelpunkt des Pfingstlaufes des TSV Krofdorf-Gleiberg ist die Eduard-David-Sporthalle in Krofdorf-Gleiberg. Von hier starteten die Läufer in den ersten Jahren auf einer mehrmals zu durchlaufenden Wendepunkt-Strecke bis zum Fuße der Gleiberger Burg. Später führte sie in die entgegengesetzte Richtung aus dem Ort hinaus durch das idyllisch gelegene Fohnbachtal. Der Wendepunkt-Kurs hat sich längst bewährt. In dem engen, von hohen Wäldern umschlossenen Tälchen, sind die Läufer vor Wind, Sonne und Regen weitgehend geschützt und finden bei jeder Witterung optimale Laufbedingungen vor.

Neben dem Pfingstlauf steht beim zweiten Veranstaltungsformat des TSV Krofdorf-Gleiberg das historische Gemäuer der Burg Gleiberg im Fokus. Zum dritten Mal rufen die Organisatoren zum virtuellen „Sturm auf die Burg“ auf. Vom 25. Mai bis zum 30. September ist der Start über 1500 Meter mit 135 Höhenmetern, 219 Treppenstufen und Steigungen bis 20 Prozent – auch für mehrere Angriffe – freigegeben. Der Start erfolgt unterhalb von Krofdorf-Gleiberg an der Seemühle. Das Ziel befindet sich neben zwei Kanonen vor dem Burgtor. Das Startgeld wird ausschließlich für den Erhalt der Burg Gleiberg verwendet.

Der Pfingstlauf des TSV Krofdorf-Gleiberg war die fünfte Station der zwölfteiligen Laufserie um den Mittelhessen-Cup 2026. Diese wird bereits an Fronleichnam (4. Juni) mit der Laufveranstaltung in Leihgestern fortgesetzt.

Über 500 Teilnehmer

Nachdem in den beiden letzten Jahren wieder über 400 Läuferinnen und Läufer am Pfingstmontag zum Feiertags-Rennen nach Krofdorf-Gleiberg pilgerten, erlebte die Traditions-Veranstaltung bei der 38. Auflage mit über 500 Teilnehmern einen höchst beachtlichen, weiteren Aufschwung. Vor der  Eduard-David-Sporthalle begrüßten die eifrigen Moderatoren Markus Bourcarde und Sven Schnitker von den Running-Voices 465 Finisher über die Distanzen 5 und 10 Kilometer sowie beim Schülerlauf über 1000 m.

Leider kam es beim Pfingstlauf zu einem medizinischen Notfall. Eine Teilnehmerin musste vor Ort medizinisch versorgt und anschließend in eine Klinik gebracht werden. „Unsere Gedanken sind bei der Betroffenen und ihren Angehörigen. Wir wünschen ihnen in dieser schweren Situation viel Kraft. Unser besonderer Dank gilt den Erstversorgern, den medizinischen Einsatzkräften sowie den Helfern vor Ort für ihr schnelles und engagiertes Handeln“, teilten die Veranstalter mit.

10 Kilometer

Nach dem flachen „Einroll-Kilometer“ mit voller Sonneneinstrahlung begrüßten die gemeinsam  gestarteten Läuferinnen und Läufer über 5 und 10 Kilometer das Eintauchen in das kühlere Fohnbachtal. Hier hatten sich die Frontläufer bereits sortiert und das Feld weit auseinander gezogen. Die Burg als Zielpunkt vor Augen, musste aber auch der letzte Hitze-Kilometer durchgezogen werden.

Was hier noch möglich ist, zeigte sich bei der Entscheidung der Männer. 500 Meter vor dem Ziel sah Micha Thomas von der LG Eder noch wie der sichere Sieger aus. Er wurde dann aber doch von Timo Kortemeyer von Läuferherz Darmstadt/SSC Hanau-Rodenbach überspurtet. Dieser gewann das Rennen in 34:18 min. Mit dem zweiten Rang in 34:31 min lag Micha Thomas in der M40 klar in Front. Die Verfolger hatte der Vorjahres-Vierte Lars Siegmund vom LC Diabü Eschenburg im Griff. Er verbesserte sich nach 35:54 min auf den Bronze-Rang und holte sich erneut Gold in der M45.

Die Spurt-Entscheidung um den 10-km-Sieg gewinnt Timo Kortemeyer (SSC Hanau-Rodenbach)

Dahinter entschied Stefan Jung vom FC Oberwalgern mit 36:36 min das Duell um den Erfolg in der M35 vor Philip Scharck von der LGV Marathon Gießen (36:44 min) für sich. Hinter dem Zweiten der M40, Timo Biedenkapp vom TV Saasen (37:04 min), trumpfte Markus Riefer vom SSC Hanau-Rodenbach mit großartigen 37:35 min in der M60 auf. Top-Ten-Platzierung schafften nach 38:10  min auch der stärkste M50-Starter Martin Blöcher vom VfL Marburg sowie Janek Waldschmidt vom MTV Gießen (38:30 min) in der M30. Dichtauf lief Jannes Neeb vom Team Naunheim mit 38:32 min zum Erfolg bei den A-Jugendlichen (U20).

Nach seinem erfolgreichen Start beim Oberelbe-Marathon in Dresden freute sich Ulrich Sieke aus Herborn über den Sieg in der M55 nach 41:26 min. In der M60 erreichten hinter Markus Riefer auch Johannes Hafer aus Wetzlar (41:26 min) und Andreas Dietrich von der LG Langgöns-Oberkleen (41:35 min) starke Zeiten. In der M65 lag Volker Walch vom TSV Königsberg (47:59 min) in Front.

Ihre Siegesserien setzen Harald Schick vom Lauf-Treff Biebertal mit 47:52 min in der M70 und der „Altmeister“ Günther Scheibehenne vom SC Hinterland mit 56:29 min in der M75 fort.

Das Frauen-Rennen über 10 Kilometer dominierten mit Lisa Schmitt aus Lahnau und Laurine  Freitag von der LGV Marathon Gießen zwei der stärksten hessischen Marathonläuferinnen. Mit rund 200 Metern Vorsprung erreichte Lisa Schmitt den Wendepunkt. Auf der zweiten Streckenhälfte verteidigte sie diesen erfolgreich. „Ich hätte auf den beiden letzten Kilometern noch etwas ziehen können. Aber ich bin erst gestern von einem Urlaubs-Trip zurück gekehrt und habe mich noch kurzfristig für den Start entschlossen“, zog die W35-Läuferin nach 38:13 min eine positive Bilanz.

Lisa Schmitt (Lahnau) hält bei den Frauen Laurine Freitag (LGV Marathon Gießen) in Schach

Nach zahlreichen Langstrecken-Erfolgen in der Saison glänzte als Frauen-Zweite auch Laurine Freitag bei der Hitzeschlacht mit ihren 38:57 min. Bronze im Gesamt-Einlauf holte sich die Triathletin Julia Sust vom TV Bad Orb. Mit 41:42 min gewann sie zugleich überlegen die W40. Die hessische 10.000-m-Meisterin der W45, Jana Schütt von Blau-Gelb Marburg, erreichte das Ziel vor der Eduard-David-Sporthalle als Vierte nach 42:22 min und freute sich auf den anschließenden Schwimmbad-Besuch mit den Kindern.

Lilly Teßmer von der LGV Marathon Gießen, Siegerin des 5,6-km-Wettbewerbs beim Gießener Frauenlauf am Freitag-Abend, lief mit dem fünften Platz in 43:06 min vor Laura Kim Groß (45:15 min) zu Silber in der Frauen-Hauptklasse. Hinter der W35-Zweiten Wiebke Jacovini von der LGV Marathon Gießen (45:32 min) freute sich Silke Laun vom ASC Licher Wald (46:20 min) über den achten Platz und Gold in der W50.

Weitere Seniorinnen-Erfolge schafften in der W30 Johanna Kolender-Schla (Stadtwerke Marburg, 50:11 min), in der W55 Heike Wagner (LSC Bad Nauheim, 47:50 min), in der W60 Claudia Göbel (LC Diabü Eschenburg, 52:15 min) und in der W65 Rosi Hausner (Treiser LWT, 52:47 min).

Ihre Klasse bestätigte einmal mehr Monika Donges vom Team Naunheim. Die Deutsche Halbmarathon-Meisterin und Rekordhalterin der W70 spulte ihr 10-km-Rennen in herausragenden 47:05 min herunter und zeigte sich mit ihrer Leistung hochzufrieden.

5 Kilometer

Vor zwei Jahren haben die Veranstalter des TSV Krofdorf-Gleiberg zum traditionellen 10-km-Lauf noch einen Wettbewerb über 5 Kilometer in ihr Programm aufgenommen. Mit inzwischen 85 Teilnehmern befindet sich dieser weiter im Aufwind. Bei der dritten Auflage wurden zudem erneut die Streckenrekorde bei Männern und Frauen durch David Götz von der LGV Marathon Gießen und Stephanie Weiß vom TSV Krofdorf-Gleiberg nach oben geschraubt.

Nach dem gesonderten Start zur Premiere erfolgt inzwischen ein gemeinsamer Start von 5 und 10 Kilometern. Nach 2,5 Kilometern dürfen sich daher die Mittelstreckler von den Langstrecklern verabschieden und den Rückweg antreten.

Der Sieger der beiden ersten Rennen über 5 Kilometer – Simon Mussie vom Team Naunheim – drückte erneut mächtig auf die Tempo-Düse, hatte aber vom Start weg David Götz im Schlepp. Dieser übernahm schließlich auch die Führung und steigerte den Streckenrekord mit 16:34 min um 22 Sekunden. Vereinskollege Chris Wolf blieb als Zweiter mit 16:40 min ebenfalls noch unter der alten Bestmarke. Simon Mussie erreichte das Ziel als Dritter nach 17:13 min.

Über 5 km siegt David Götz (LGV Marathon Gießen) mit Streckenrekord

Bereits auf dem vierten Platz folgte der U14-Schüler Jonne Sannes vom VfL Marburg mit 19:28 min – verfolgt vom M45-Läufer Karsten Krüger von der Justus-Liebig-Universität Gießen (19:28 min) und dem B-Jugendlichen (U18) Anton Fabeck von der LG Wettenberg (19:59 min).

Nichts anbrennen ließ die Lokal-Matadorin Stephanie Weiß vom TSV Krofdorf-Gleiberg. Die erfolgreiche Triathletin und Langstrecklerin erreichte das Ziel bereits als Gesamt-Vierte. Mit 18:04 min verbesserte die Starterin der W45 den Streckenrekord gleich um 73 Sekunden. Vorjahressiegerin Cynthia Morawietz von der LGV Marathon Gießen (W40) holte mit 19:29 min Silber. Bronze sicherte sich die  zweite W45-Starterin Melanie Alles vom TSV Gambach in 21:18 min vor Inga-Lena Schneider (LAZ Gießen, 21:32 min) und Lene Teßmer (LG Wettenberg, 21:37 min).

Bei den Frauen steigert auch Stephanie Weiß (TSV Krofdorf-Gleiberg) die Strecken-Bestmarke

Schülerlauf 1000 m

Fünf Minuten nach den 5- und 10-km-Läufern starteten die über 80 Schülerinnen und Schüler auf einer zweimal zu durchlaufenden Wendepunkt-Strecke in Richtung Burg.

Das 1000-m-Rennen der Schüler hatte der U14-Sieger David Krämer mit 3:37 min in Griff. Eng wurde es im dichtgedrängten Verfolgerfeld. Die Gruppe führte der schnellste U16-Starter Daniel Zaurski (TSV Eintracht Stadtallendorf, 3:48,0 min) an. Dichtauf gewann Jan Soßna (TSV Allendorf/Lahn, 3:48,2 min) als Dritter die U12 vor dem U14-Zweiten Levi Grimmelbein (LG Wettenberg, 3:48,4 min) sowie dem Vorjahressieger und diesmal U12-Zweiten Ben Roos (SC Oberlahn, 3:48,6 min).

Überlegen durchlief die U14-Siegerin Lilith Schmidt von der LG Wettenberg mit 4:01 min die 1000-m-Distanz. Zum Silberrang sprintete die Gewinnerin der U10 – Mila Hahn (LG Wettenberg, 4:21 min) – vor der Drittplatzierten U16-Starterin Sina Marilen Einert (TSV Krofdorf-Gleiberg, 4:22 min).

Titelbild: Die Starter des Pfingstlaufes in Krofdorf-Gleiberg laufen dem kühlen Fohnbachtal entgegen

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