Alle Beiträge von Klaus Nissen

Wohnungsbau

Wetteraukreis baut bezahlbar

Von Klaus Nissen

Der Wetteraukreis bekommt eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. Sie soll neue Wohnungen errichten, die maximal 8,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter kosten. Das Projekt steht auf Wunsch der SPD schon seit fünf Jahren im schwarz-roten Koalitionsprogramm. Am 3. Februar 2021 hat der Kreistag in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl die Gründung der „Wohnungsbau- und -fördergersellschaft im Wetteraukreis mbH“ beschlossen. Wohnungsbau weiterlesen

Kliniken

Neues beim Gesundheitszentrum Wetterau

Von Klaus Nissen

Der Wetteraukreis übernimmt die Mehrheit beim kommunalen Klinikkonzern. Die bisher zur Hälfte beteiligte Stadt Bad Nauheim reduziert ihren Anteil auf 15 Prozent. Das soll auch dabei helfen, eine 83 Millionen Euro schwere Investition zu stemmen. Kliniken weiterlesen

Coronessen

Warum nicht Wirsing?

Von Corinna Willführ

In der Landbote-Serie über das Essen in Corona-Zeiten kommen wir zu einem wichtigen Gemüse, das leider immer noch unterschätzt wird: dem Wirsing. Es passiert schon mal, dass die junge Supermarkt-Kassiererin nicht weiß, was man ihr da auf den Tresen legt. Dabei stellt der krause Kohlkopf in Sachen Geschmack, regionaler Herkunft und gesunder Inhaltsstoffe so manches andere Gemüse in den Schatten. Coronessen weiterlesen

Hochwasser

Kein Schutz für Büdingen und Dauernheim

Im Wetterauer Hochwasserschutz ist noch einiges zu tun – das bewies am Wochenende die Flut in der Büdinger Altstadt. Nun stellt sich die Frage, welche Konsequenzen aus dieser Katastrophe gezogen werden. Wer ist schuld daran? Und wer zahlt den Schaden? !–more–>

Gegen Hochwasser fehlen noch Dämme

Auf Schäden in Millionenhöhesitzen all jene Menschen, deren Keller und Wohnungen in Büdingen und anderen Orten der östlichen Wetterau bei der Flut am 29. Januar 2021 nass wurden. Die meisten müssen sie selber verkraften. Nach einer Schätzung des Umweltbundesamtes hat nur etwa jeder dritte Haushalt eine Elementarschaden-Versicherung, die auch die Kosten von Überflutungen abdeckt.

Der Eichelbach bei Schotten wurde Ende Januar 2021 plötzlich zu einem reißenden Wildwasser.

Der Wetterauer Kreistag beschloss am 3. Februar 2021 einstimmig ein Nothilfeprogramm, nach dessen Genehmigung Privatleute auf Antrag Flutschäden bis zu 30 000 Euro anmelden können. Davon würden maximal 30 Prozent vom Staat übernommen. Zugleich ruft der Kreis zu Spenden für die Flut-Betroffenen auf.

Für den Schutz vor Hochwasser in den oft nah an Flüssen gebauten Orten der Wetterau sei man ansonsten nicht zuständig, heißt es beim Landratsamt in Friedberg. Wo welche Dämme und Rückhaltebecken notwendig sind, entscheidet letztlich eine Abteilung des Regierungspräsidiums in Darmstadt.

Der Staat muss keine Schäden ersetzen

Wenn eine Siedlung überflutet wird – was in Zeichen des Klimawandels immer häufiger droht – ist der Staat grundsätzlich nicht zum Schadenersatz verpflichtet. Das sagt Joachim Arnold. Er ist Vorstheher der Wasserverbände Nidda und Nidder-Seemenbach. Das sind freiwillige Zusammenschlüsse der Flussanlieger-Kommunen. Die Wasserverbände haben in den letzten Jahrzehnten große und teure Schutzbauten in die Landschaft gestellt, die anfangs heftig umstritten waren. Und nun werden sie in den höchsten Tönen gelobt, weil viele Städte ohne diese Bauten überflutet worden wären. Gemeint sind der Nidda-Stausee bei Schotten, Rückhaltebecken bei Lich, Ulfa und im Eichelbachtal, das Rückhaltebecken bei Düdelsheim.

So sah es am 29. Januar 2021 in vielen Gebäuden der östlichen Wetterau aus.

Die jüngsten Fluten zeigen, dass zwei weitere Wasserschutz-Bauten in der Wetterau so schnell wie möglich umgesetzt werden müssen. Sie sind schon seit vielen Jahren auf der Agenda: Ein Staubecken am Seemenbach oberhalb von Büdingen. Und Flutdämme im Tal der Nidda bei Dauernheim. Schon 2015 standen beide Projekte im 173 Seiten starken „Hochwasserrisikomanagementplan für das Gewässersystem der Nidda“, vorgelegt vom Darmstädter Regierungspräsidium. Das Papier ist geduldig; allerdings mahnt Verbandsvorsteher Arnold jetzt zur Aktion. Gerade für das Büdinger Rückhaltebecken stehe der Lackmustest an: „Es müssen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden.“

Bei Büdingen fehlt ein Rückhaltebecken

Seit Jahren befasst sich der Wasserverband Nidder-Seemenbach laut Arnold mit diesem notwendigen Becken. Manche Büdinger forderten laut Arnold aus Naturschutzgründen zwei kleinere Becken, nachdem sie erfuhren, dass der nötige Damm zwischen Büdingen und der Kläranlaen im engen Tal rund 15 Meter hoch und 290 Meter breit werden muss. Er habe schließlich an Tagen wie dem vorigen Freitag eine Million Kubikmeter zu stauen. Selbst dann müsse der Seemenbach noch bei einem Jahrhundert-Hochwasser – im Fachjargon der Wasserbauer HQ100 genannt – rund 27 Kubikmeter pro Sekunde abführen.

Nach einem Gutachten einigte sich der Verbandsvorstand im vorigen Herbst auf den Bau eines Rückhaltebeckens, so Arnold. Nun laufen die Voruntersuchungen zu einem Planfeststellungsverfahren. Und in näherer Zukunft müssen alle Gemeinden und Städte an den Gewässern zwischen Kefenrod und Bad Vilbel entscheiden, ob sie einen Förderantrag stellen und auch selber Geld für den millionenschweren Becken-Bau aufbringen wollen. Das, so Arnold, ist das gemeinsame Interesse der Kommunen. Aber keiner könne sie zu dieser Investition verpflichten. Selbst wenn alle zustimmen, dürften nach Arnolds Schätzung bis zur Fertigstellung mehrere Jahre verstreichen.

Die uralte Hainmauer konnte Büdingen nicht mehr schützen

Wenn es ums Geld geht, droht der Hochwasserschutz ohnehin leicht unterzugehen. Schon im vorigen Jahrzent bot der Wasserverband der Stadt Büdingen laut Arnold an, ein Rückhaltebecken für überschüssiges Wasser aus dem Kälber und dem Pferdsbach zu bauen. Das habe die Stadt Büdingen mit der Unterschrift des Bürgermeisters Erich Spamer 2018 abgelehnt.

Und wer ist für das Funktionieren der uralten Hainmauer verantwortlich, die Büdingen am Freitag nicht mehr vor dem Hochwasser schützen konnte? Die Kreisverwaltung wollte gestern dazu keine Stellung beziehen. Der Wasserverbands-Vorsteher Joachim Arnold hält die Stadt Büdingen für zuständig. Auch wenn sie nach der Flut rechtlich wohl nicht zu Schadenersatz herangezogen werden könne. Es wäre wohl gut gewesen, wenn sich die Stadtverwaltung mit dem Haus Ysenburg als Mauer-Besitzer auf die Instandhaltung der Mauer geeinigt hätte.

Für den Hochwasserschutz von Dauernheim ist derweil noch kein Planfeststellungsverfahren terminiert. Ranstadts Bürgermeisterin Reichert-Dietzel mahnte gestern auf Facebook den Bau von Flut-Hindernissen durch den Wasserverband an. Dafür waren bis 2018 schon einmal 2,1 Millionen in den Investitionsplan des Wasserverbandes eingestellt worden. Doch die Rückhaltefläche müsste laut Arnold auch die Wiese eines Privateigentümers einbeziehen, der damit nicht einverstanden sei. Bis sich das alles kläre, werde noch Zeit vergehen.

Mietwohnungen

Viele Vermieter melden Eigenbedarf an

Von Klaus Nissen

Immer mehr Vermieter kündigen wegen Eigenbedarfs, vermieten die Wohnung dann aber zu einem höheren Preis neu. Solche Erfahrungen sammelt Michael Klaus. Der 61-jährige Jurist leitet seit 24 Jahren den Mieterbund für Friedberg und den Wetteraukreis. Die Interessenvertretung der Mieter wurde schon 1920 gegründet und zählt rund 3000 Mitglieder. Im Interview fordert Klaus von den Kommunalpolitikern mehr Entschlossenheit, in den Ortskernen Mietwohnungen zu schaffen. Mietwohnungen weiterlesen

Schulen

Digitale Aufrüstung mit Pannen

Von Klaus Nissen

Etwa 80 Prozent der Wetterauer Schulen nutzen das kreiseigene Programm wtkedu für den Fernunterricht der rund 30 000 Schülerinnen und Schüler im Kreis. Die andereren Schulen weichen auf andere Videokonferenzsysteme aus – das ging bei einer Grundschulklasse in Florstadt schief. Statt der Lehrerin erschienen Pornobilder auf den Bildschirmen der daheim sitzenden Zweitklässler. Die Kreisverwaltung hat eine Vermutung, warum das sichere System nicht von allen genutzt wird. Schulen weiterlesen

Photovoltaik

Keine neuen Anlagen auf Schulen

Mit neuen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern von Schulen, Kitas und Bürgerhäusern ist kein Geld mehr zu verdienen. Sie werden im Wetteraukreis nicht mehr installiert. Die Linkspartei befürchtet zudem, die Anlagen könnten Kinder gefährden – doch die Kreisverwaltung weist das zurück. Sie hält sich nicht für verpflichtet, Installations-Mängel der Solaranlagen zu kontrollieren Photovoltaik weiterlesen

Corona

Tote und Corona-Leugner in der Wetterau

Während die Zahl der Corona-Infizierten langsam abnimmt, wächst die Zahl der im Zusammenhang mit der Pandemie Vertorbenen weiter rasant an. Binnen eines Tages starben daran weitere elf Menschen im Wetteraukreis. Parallel dazu meldet die Polizei nun schon den zweiten Auftritt von unmaskierten Corona-Leugnern. Corona weiterlesen

Coronessen

Chips aus Süßkartoffeln

Von Corinna Willführ

Farbe ins Leben bringt die heimische Natur nicht gerade. Viel, viel Weiß zwar mit einer wunderbaren Schneelandschaft in Taunus, Vogelsberg und Rhön, allein: Von einem blauen Himmel, gar Sonnenstrahlen kann seit Tagen keine Rede sein. Bleibt als Ersatz eine kleine farbenfrohe kulinarische Reise gen Süden. Coronessen weiterlesen

Strategie gegen Corona

„…Und hier gibt es dann Tote“

Noch immer ist bei der Corona Pandemie keine Entlastung in Sicht, sagt der Leiter des Wetterauer Gesundheitsamtes. Dr. Reinhold Merbs sagt, er sei sehr besorgt über die Situation in den Alten- und Pflegeheimen. Die Lage sei so ernst wie noch nie zuvor. Die Fragen stellte Michael Elsaß, der Sprecher des Wetteraukreises. Strategie gegen Corona weiterlesen