Ein Krimi, bei dem es um ein Bild des italienischen Malers des Frühbarock Caravaggio geht, gehört zum Herbstprogramm des Literarischen Zentrums Gießen (LZG), das Janine Clemens und Christina Hohenemser vorstellten. Das ist aber nur einer der Highlights in dem Terminkalender. Von Oktober bis Dezember 2021 werden unter anderem Leichte Sprache, Aufarbeitung historischer Vorgänge und eine Podiumsdiskussion über den heutigen Antisemitismus geboten. Namhafte Autorinnen und Autoren treten auf. Literarisches Zentrum weiterlesen →
Für das aus rund 500 Mitarbeitern bestehende Team des Impfzentrums in Heuchelheim, das am Donnerstag, 30. September 2021 nach 252 Tagen ununterbrochenem Betrieb nach dem Willen des Landes seinen Dienst einstellte, gab es in den vergangenen Monaten vorwiegend Lob aus der Bevölkerung. Davon zeugen viele Briefe, die an einer Wand der von dem Möbelhaus Roller zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten heften. Heuchelheim weiterlesen →
Es zischt, es qualmt, es riecht wie in der Disco. Der Kunstnebel hüllt aber keine Tanzfläche ein, sondern die Schulmensa der Clemens-Brentano-Europaschule in Allendorf (Lumda). Kreis-Schuldezernent Christopher Lipp drückt einen Knopf, surrend läuft in einer Fensteröffnung ein Ventilator an. Der Kunstnebel ist Teil eines Praxistests: Fachleute der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und des Servicebetriebes des Landkreises Gießen arbeiten gemeinsam an der Verbesserung der Belüftungssituation in den Schulen, um in Corona-Zeiten einen ausreichenden Luftaustausch zu ermöglichen. Modellprojekt weiterlesen →
Zur Feier von „75 Jahre Hessen“ bietet die hessische Staatskanzlei eine Lichtkunst-Tour durch das Bundesland. Das Künstlerpaar Kulcsar mit seinem Projekt „Flashlines“ illuminiert dabei 29 Sehenswürdigkeiten, Gegenstände, Naturdenkmäler oder Regierungsgebäude. Für Samstag, den 2. Oktober 2021, wurde das Mathematikum in Gießen als Station ausgewählt. Mathematikum weiterlesen →
Roland Bock (Jahrgang 1944) wurde als Ringer unter anderem Europameister, war als Wrestler und Catcher international eine Top-Adresse, stand im Film „Hurricane Rosie“ neben Gérard Depardieu vor der Kamera, hatte aber oft Pech und erlebte als Unternehmer schwere Zeiten mit geschäftlichen Abstürzen und Gefängnisaufenthalten, unter anderem wegen angeblicher „zu später Konkursanmeldung“. Im Gießener Kulturzentrum „Prototyp“ konnten man den ehemaligen Spitzenportler in einer Veranstaltung des Literarischen Zentrums Gießen (LZG) kennenlernen. Roland Bock weiterlesen →
Was haben Bundestagswahlen mit Kunst zu tun? Nichts – oder? Dass dies möglich ist, bewiesen am Wahlsonntag, 26. September 2021, das Stadttheater und die Stadt Gießen im Rahmen eines vom Land Hessen geförderten Projektes. Auf einer riesigen LED-Wand wurden auf dem Berliner Platz vor dem Rathaus kostenlos gestochen scharfe Livebilder zur Wahl auf überregionaler und regionaler Ebene präsentiert – als Abschluss der „Gießener Auftritte“: In den vergangenen Wochen waren auf die Vorderseite des Stadttheaters und auf dem Berlinerer Platz fantastische Videoinstallationen beispielsweise zu den Themen Tanz und Schauspiel gezeigt worden. Politik und Kunst weiterlesen →
Am Sonntag, 26. September 2021 finden im Landkreis Gießen die Wahlen zum 20. Deutschen Bundestag, zur Landrätin beziehungsweise zum Landrat des Landkreises Gießen und zum Oberbürgermeister der Universitätsstadt Gießen sowie die Bürgermeisterwahlen in den Städten und Gemeinden Buseck, Grünberg und Wettenberg statt. Wie und wo können sich die Bürgerinnen und Bürger über die Ergebnisse informieren? 26. September weiterlesen →
Mit zwei Besonderheiten setzt das Stadttheater Gießen sein Programm am Wochenende fort. Am Freitag, dem 24.9.2021 widmet sich Schauspieler und Performer Gunnar Seidel vom BRACHLAND ENSEMBLE in der taT-studiobühne um 20 Uhr in einem Schauspielsolo dem kontrollierten Verlieben zwischen Darsteller und Publikum. Und die GIESSENER AUFTRITTE mit ihren fantastischen, weithin sichtbaren Bildern verabschieden sich am kommenden Wochenende aus dem Zentrum der Stadt Gießen (24. bis 26.9.2021). Fantastische Bilder weiterlesen →
Christian Fries versetzt sich in die düstere Welt des Schriftstellers Lenz. (Copyright: Rolf K. Wegst)
Für viele Menschen, die den Schriftsteller Georg Büchner (1813 – 1837) schätzen, ist sein posthum erschienenes Prosafragment „Lenz“ eines seiner absoluten Meisterwerke. Am Donnerstag, den 23. September 2021 (20 Uhr) bringt der Schauspieler Christian Fries wieder den vollständigen Text in einer Solo-Performance auf die tAT-Studiobühne des Gießener Stadttheaters.
Worum geht es in der Erzählung des so früh verstorbenen Autors Büchner, der bekanntlich eine Zeit lang in Gießen gelebt hat, wo er Medizin studierte? Er beschreibt in einer ausdrucksstarken Sprache, wie es dem Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz (1751 – 1792) ergeht, dessen seelisches Gleichgewicht immer mehr aus den Fugen gerät. Recherchen-Grundlagen für des Verfasser des „Hessischen Landboten“ waren außer einigen Briefen von Lenz auch Aufzeichnungen des Pfarrers Johann Friedrich Oberlin. An einer Stelle eingangs seines Textes schreibt Büchner über den herumirrenden Lenz: „Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, dass er nicht auf dem Kopf gehen konnte.“
Herausforderung für den Schauspieler
In der Vorankündigung der Presseabteilung des Stadttheaters heißt es über den Seelenzustand von Jakob Lenz, der sich Januar 1778 für kurze Zeit in den Vogesen aufhielt: „Er stürzt sich nachts ins kalte Brunnenwasser, fügt sich selbst Verletzungen zu und erliegt religiösen Wahnvorstellungen.“ Für den Schauspieler Fries ergibt sich also die schwierige Aufgabe, sich in die dunkle Welt von Lenz hineinzuversetzen und seine Situation darzustellen. Was Lenz alles hinter sich hat, erklärt möglicherweise seinen schlimmen Zustand: „Der Ballast einer düster-religiösen Ideenwelt, ein autoritärer Vater, Zerwürfnisse mit Künstlerfreunden (darunter Goethe), erotische Nöte, und immer wieder kommunikatives Scheitern und Einsamkeit – alles zusammen bildet den Schatten, der über dieser ‚gefährdeten Existenz‘ liegt,“ fasst die Presseabteilung des Stadttheaters Erlebnisse des schwer kranken Autors zusammen.
Jakob Michael Reinhold Lenz (Quelle: Wikipedia)
Werdegang von Christian Fries
Nachfolgend noch einige Daten über den Schauspieler Fries: Von 2005 bis 2011 war er festes Ensemblemitglied des Stadttheaters Gießen, spielte u.a. Danton in Büchners DANTONS TOD oder die Hauptrolle in Peter Handkes IMMER NOCH STURM. In der taT-studiobühne inszenierte er zuletzt DIE VERWANDLUNG und KÖNIG UBU.
Er studierte nach einem Klavierstudium an der Musikhochschule Düsseldorf an der Hochschule der Künste in Berlin Schauspiel. Sein erstes Engagement führte ihn ans Burgtheater Wien (1988-91), anschließend arbeitete er als Schauspieler, Musiker und (seit 1991) auch als Regisseur an deutschen Stadttheatern (Münster, Konstanz, Mainz) sowie in der freien Szene. Für seine Inszenierung KAFKA: DER BAU erhielt er den Förderpreis des Festivals Theaterzwang 2002. Christian Fries ist auch Autor, veröffentlichte 2009 den Erzählungsband VATER GIBT SEINEN WEINHANDEL AUF und wurde 2010 zum Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen.
„Lenz“ mit Christian Fries ist außerdem noch mal am 30. Oktober 2021 (20 Uhr) auf der taT-studiobühne zu sehen. Infos über den Ticketverkauf gibt es unter: www.stadttheater-giessen.de