Donald Trump

Kriegsverlierer und Klimawandler

von Dietrich Jörn Weder

Alle Welt schaut wie gebannt auf Verlauf und Ausgang des von Donald Trump unbedacht angezettelten Iran-Kriegs. Zugleich werden wir von der zunehmenden Hitze eines Klimawandels bedrängt, den Trump nicht nur leugnet, sondern auch praktisch sogar noch beschleunigt.

Drill Baby, drill!

Dem Ausbau klima-schonender erneuerbarer Energie in den USA hat der amerikanische Präsident die gesetzliche Grundlage entzogen, der Förderung von Öl und Gas dagegen höchstmöglichen neuen Schub verliehen. Die Weltölkonzerne verstehen den Politschwenk als fatales Signal, kein Geld mehr in Solar- oder Windenergie zu stecken. Die kriegsbedingte Schließung der Meerenge von Hormuz verschafft ihnen und Putin wunderbare Extra-Gewinne.

Iran auf der Gewinnerseite

Der früher unablässige Ölfluss aus den Golfstaaten in beinahe die ganze Welt wird mit einem Waffenstillstand wieder in Gang kommen. Der Iran-Krieg dürfte für Donald Trump gleichwohl übel enden. Das zuvor durch inneren Aufruhr geschwächte Mullah-Regime geht aus dem Ringen mit den USA und Israel vorerst gefestigt hervor.

Dem Streben der Iraner nach der großen Bombe wird nicht ein für allemal der Weg verlegt. Es droht gar ein Ergebnis, das hinter dem von Trump in seiner ersten Amtszeit gekündigten nuklearen Stillhalteabkommen mit Teheran zurückbleibt. Kriegshandlungen haben die Nahost-Staaten untereinander verfeindet.

Freunde wie Feinde behandelt

In der Taiwan-Frage hat Trump, wie es scheint, einen Kniefall vor Xi Ling gemacht. Im Ukraine-Krieg symphatisiert er offenkundig mehr mit Putin als mit Selensky. Das Nato-Bündnis untergräbt er mit Worten und Truppenverlegungen. Amerikas bisherigen Partnern in Europa wie im Fernen Osten presst er hemmungslos wirtschaftliche Zugeständnisse ab.

Schlechte Note für Frieden und Umwelt

Auf Wahlen und Gerichtsurteile in den USA, die dieser eigensüchtig verengten Politik ein Ende machen, werden wir hoffentlich nicht allzu lange warten müssen. Bis dahin aber vergeht Zeit, die die Welt eigentlich nicht hat und die sie vor allem bräuchte, um gegen die Erderwärmung und den großen Ausverkauf der Natur anzugehen.

Den so sehr begehrten Friedensnobelpreis wird der US-Präsident nicht bekommen. Stattdessen wird ihm die Geschichte in Sachen Frieden und Umwelt die Note mangelhaft geben. Wir global denkenden Zeitgenossen stellen ihm dieses Urteil schon heute aus. Wie konnten die Amerikaner nur einem solchen Mann die eigenen und die Weltgeschicke in die Hand geben! – Kann uns der unberechenbare Mann im Weißen Haus noch positiv überraschen?

Dr. rer. pol. Dietrich Jörn Weder war Jahrzehnte lang leitender Umweltredakteur und Fernsehkommentator des Hessischen Rundfunks. Seit seiner Pensionierung arbeitet er als freier Autor für Print- und Audiomedien. Er betreibt den Blog Wachposten Frankfurt, auf dem er Kommentare zu aktuellen Themen veröffentlicht. Wachposten

Titelbild: Folge des Klimawandels: Tieftrockener Ackerboden. (Archivbild)

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