Alle Beiträge von Klaus Nissen

Wölfe im Taunus?

„Es ist ist nur eine Frage der Zeit“

Von Klaus Nissen

Im belebten Hochtaunus wird es eher Durchwanderer als Rudel mit Nachwuchs geben, sagt der Biologe und Wolf-Experte Carsten Nowak.  Vor Jägern aus der Region Usingen berichtete  er am 28. April 2017 über die Gewohnheiten der Raubtiere. Für gefährlich hält Nowak sie eher nicht.  Dennoch war ein Unbehagen zu spüren. Wölfe im Taunus? weiterlesen

Wie ticken die Deutschen?

Studie zu rechtsextremen Einstellungen

Sind rechtsextreme Orientierungen in Deutschland angestiegen? Sind diese Einstellungsmuster auch bei Populist_innen zu finden? Wie weit reichen sie in die Mitte der Gesellschaft? Richtet sich die Ablehnung vor allem gegen Geflüchtete oder auch gegen andere (schwache) Gruppen. Und wie verbreitet ist das Demokratiemisstrauen? Anworten bieten die Autoren einer Studie bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 9. Mai 2017 in Frankfurt. (Foto: Rufus46/Wikipedia) Wie ticken die Deutschen? weiterlesen

Grüne Soße

 Das essen die Hessen

Nordlichter, Rheinländer, Sachsen, Schwaben und Bajuwaren ahnen nicht, was ihnen fehlt. Die Hessen essen im Frühjahr und Sommer Grüne Soße mit Kartoffeln, gekochtem Ei und wahlweise mit kaltem Braten oder Kasseler. Es gibt nichts Besses! Hier ein Rezept und eine kleine Reportage über die Grüne Soßen-Manufaktur im Ockstädter „Gerippte“, verfasst in der Schreibwerkstadt der Wetterauer Kreisverwaltung. Grüne Soße weiterlesen

AfD im Wahlkampf

Gauland spricht in Büdingen

Der  AfD-Politiker Alexander Gauland ist Hauptredner beim Wahlkampf-Auftakt der Alternative für Deutschland im Wetterau- und Main-Kinzig-Kreis. Der Spitzenkandidat zur Bundestagswahl spricht in Büdingen am Donnerstag, 4. Mai 2017 ab 19 Uhr im Haus Sonnenberg an der Sudetenstraße 4-6.  Das Büdinger Bündnis gegen Rechtsextremismus plant eine Mahnwache gegen die AfD. AfD im Wahlkampf weiterlesen

Friedberg ohne Kino

Ab 2018 keine Filme mehr

Im  Dezember 2017 geht das Licht aus im „Roxy“, wie alte Friedberger das Kinocenter an der Bismarckstraße nennen. Die Projektoren werden danach abgebaut, das erst vor wenigen Jahren erneuerte Gestühl aus den vier Kinosälen entfernt. Das Haus wird 2018 abgerissen. Wer dann ins Kino will, muss nach Bad Nauheim, Karben oder Köppern ausweichen. Das Kino-Grundstück soll bald anderen Zwecken dienen. (Zum Weiterlesen auf die Überschrift klicken)

Kunst aus Eisen

Museum in Hirzenhain fast gerettet

Nach langer Ungewissheit zeichnet sich ein gutes Ende für das 1967 eröffnete Kunstgussmuseum in Hirzenhain (Wetteraukreis) ab. Der Trägerverein und die Gemeindeverwaltung verhandeln mit der Gebäude-Besitzerin über den Kauf des Museums und der nebenan liegenden Kunstgießerei, sagte Vereinschef Reinhard Manter. „Wir haben eine reelle Chance, viel mehr Platz zu bekommen“. Kunst aus Eisen weiterlesen

Kunst aus Gusseisen

 Die Geschichte der Kunstschmiede

In Hirzenhain am Rande des Vogelsberges gab es schon früh viel Feuerholz. Das brauchte man in früheren Jahrhunderten, um Holzkohle zu machen und damit Hochöfen zur Eisenherstellung zu beheizen. Schon  1678 entstand im Dorf an der Nidder der erste Holzkohle-Hochofen. Schon bald stellte man dort aus geschmolzenem Eisen  die ersten Kunstgusserzeugnisse her – zum Beispiel  Ofenplatten mit eisernen Reliefs. Seit  1731 gehörte die Schmiede von Hirzenhain der Familie Buderus.  Johann Wilhelm Buderus  leitete zuvor die Eisenhütte in Ruppertsburg bei Laubach, die dem Grafen von Solms-Laubach gehörte.  Nach dem Tod von Buderus übernahm seine Frau Elisabetha Magdalena die Hütte in Hirzenhain. Sie war verantwortlich für zehn Mitarbeiter, sechs eigene Kinder und fünf aus der ersten Ehe ihres Mannes, war 46 Jahre alt, hatte mit Hochwasser und dem Siebenjährigen Krieg, mit Plünderungen und Überfällen zu kämpfen.

Familie Buderus produzierte Eisen

Johann Wilhelm Buderus II stieg 1762 in das Unternehmen ein und expandierte. 1779 pachtete er zum Beispiel eine Schmiede in Feldatal.  Er hielt das Monopol  für den Eisenverkauf und hatte Erzschürfrechte in Grünberg, Schotten, Ulrichstein, Burg-Gemünden und Grebenau. Auch in Weilmünster war Buderus als Unternehmer aktiv.

Der Nachfahre Hugo Buderus übernahm 1891 das Werk Hirzenhain, vier Jahre später auch die  die Main-Weser-Hütte bei Lollar. Die fusionierten  „Eisenwerke Hirzenhain & Lollar“ nutzten  die Lönholdt-Öfen, die von oben mit Braunkohle, Steinkohle oder Koks beschickt werden konnten.  1898 ließ sich die Firma einen gusseisernen Gliederheizkessel patentieren – es entstand die erste Fabrik für Heizkörper auf dem europäischen Kontinent.

Die Produktion von Kunstwerken aus Gusseisen erlebte in Hirzenhain ihre Blüte nach dem Zweiten Weltkrieg.  Buderus holte den  Bildhauer und Modelleur Peter Lipp nach Hessen. Schon lange vorher verdiente Buderus mit eisernen Ofenplatten Geld, deren Formen zuvor aus Holz geschnitzt wurden. Mit steigenden Abgusstemperaturen durch den Hochofenbetrieb mit Koks, feineren Formsanden und Modelliertechniken konnten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts feine Schmuckstücke gestaltet werden. Mit dem Slogan „Gold gab ich für Eisen“ wurde während der  Befreiungskriege 1813 bis 1815 dafür geworben, Gold zur Kriegsfinanzierung zu spenden. Prinzessin Marianne von Preußen forderte die Frauen auf, ihren Goldschmuck gegen Schmuck aus Eisen einzutauschen. Patriotinnen trugen die Eisenschmuckmode mit Stolz.

„Die Schmetterlinge von Hirzenhain“ mit denen die Gemeinde ihre Kunstguss-Tradition und ihre reizvolle Landschaft, die artenreichen Blumenwiesen und Waldränder verbindet, stammen eigentlich aus  Berlin.  Der im Kunstguss-Museum gezeigte eiserne Schmetterling ist ein Leichtgewicht und hat mehr als 250 Durchbrüche. Die Brosche wurde 1821 vom Juwelier Simon Pierre Devaranne entworfen, der Anfang des 19. Jahrhunderts eine kleine Gießerei in Berlin betrieb.

Im Mai 2015 erkaltete zum letzten Mal Gusseisen in  der Hirzenhainer Kunstschmiede. Die Firma Buderus sitzt jetzt in Wetzlar und nennt sich Bosch Thermotechnik. Sie produziert Heizkessel, Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke und Kaminöfen.  Nur noch das Museum erinnert an die industrielle Vergangenheit von Hirzenhain. Ein ebenso sehenswertes Eisen-Kunstgussmuseum liegt übrigens in Sayn bei Koblenz.

Neues Buch

Ge(h)ografie von Herbert Bremm

Eines Tages bricht er in Friedberg auf.  Geht mit dem Rucksack auf dem Rücken  nach Frankfurt, dann über Mainz, Bingen, Simmern immer weiter bis in sein Heimatdorf Briedel an der Mosel. So nähert sich Herbert Bremm dem eigenen Ursprung. Der Bericht darüber ist sachlich, witzig, manchmal melancholisch. Und philosophisch. Und lesenswert, weil man so eine Tour durchaus auf sich selbst beziehen kann. Neues Buch weiterlesen

Fällung soll Allee retten

Alte Linden werden verarztet

Die Straße entlang der Kreisstraße 174 zwischen Bad Nauheim-Schwalheim und Friedberg zählt zu den schönsten Alleen in der Wetterau. Gepflanzt wurde sie im vorigen Jahrhundert einst, um in heißen Sommern Schatten  für Pferdefuhrwerke, aber auch für Gäste der Kurstadt zu schaffen, die hier lustwandelten. Nun gibt es Handlungsbedarf, schreibt Petra Schnelzer von der Kreisverwaltung. Fällung soll Allee retten weiterlesen

Politiker unter Verdacht

Parlamentschef unter Verdacht.

Banker soll Millionen veruntreut haben

Vier Millionen Euro soll der Limeshainer laut Staatsanwaltschaft bei der Sparkasse Oberhessen veruntreut haben –  trotzdem behält er sein Mandat.  Kann jemand, der eine schwere Straftat zugegeben hat, noch ein hohes politisches Amt ausüben? Auf Bundesebene wäre das ein No-Go. In Limeshain wird der Verdächtige dagegen im Amt toleriert. Noch. (Zum Weiterlesen auf Überschrift klicken)