Reichspogromnacht

Den Judenhass gekämpfen

Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau lädt zu zwei Veranstaltungen am 9. November 2021 zum Gedenken an die Reichsprogromnacht ein: ein Zeitzeugengespräch in Bad Nauheim und die Filmvorführung „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ in Butzbach.

Am 9. Und 10. November 1938 wurden in Deutschland jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, Synagogen brannten, Jüdinnen und Juden wurden angegriffen, verletzt und verhaftet. „Auch Christinnen und Christen hatten dabei ihren Anteil“, betont die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau. Und: „Angriffe auf jüdisches Leben in Deutschland, sei es auf Synagogen und Friedhöfe – und besonders verachtenswert – auf Menschen, hören nicht auf. Wir können deshalb nicht nachlassen in unserem Bemühen, Antisemitismus und Judenhass in Deutschland zu bekämpfen.“

Ein Zeitzeuge berichtet

Mit den beiden Veranstaltungen will die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau an die Geschehnisse in der Pogromnacht erinnern. Der Zeitzeuge Helmut „Sonny“ Sonneberg wird von der Reichspogromnacht in Frankfurt berichten und von seinem Lebens- (und Leidens-)weg, der ihn in der Nazizeit bis nach Theresienstadt führte. Sonneberg hat viele Jahrzehnte über das Erlebte geschwiegen, erst in den vergangenen Jahren ist er als Zeitzeuge aktiv. Eine besondere Beziehung hat er zu „seinem“ Fußballverein, der Eintracht Frankfurt.

Schülerinnen und Schüler der Ernst-Ludwig-Schule und der Lioba-Schule haben sich auf das Gespräch vorbereitet und stellen Fragen.

Die Gedenkveranstaltung beginnt um 10 Uhr im großen Konzertsaal in der Trinkkuranlage, Ernst-Ludwig-Ring 1. Die Besucher müssen geimpft, genesen oder getestet sein (3G). Die Anzahl der Plätze begrenzt. Deshalb ist eine Anmeldung per Mail an info@gcjz-wetterau.de oder telefonisch unter Tel. 06032 949980 erforderlich.

Großes Kino in Butzbach

„Am 9. November 1938 wurde offensichtlich, was man vorher schon ahnen konnte: Für Jüdinnen und Juden sollte kein Platz mehr sein in Deutschland, so dachten Viele, auch in den Kirchen. Wer es vermochte, floh ins Ausland“, berichtet die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau. Zu denen, die ihr Land verlassen mussten, gehörte auch die Familie von Judith Kerr. Sie hat diese Erlebnisse in dem berühmten Buch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ aufgeschrieben. Caroline Link hat dieses Buch 2019 verfilmt.

„Flucht, Vertreibung, Exil, Ausgrenzung und politische Willkür sind Themen, über die wir am Jahrestag der Reichspogromnacht sprechen, die uns aber immer begleiten und leider immer aktuell sind“, betont die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau. Sie lädt zu einer exklusiven Vorstellung von „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ in Butzbach ein. Die Regisseurin Caroline Link wird anwesend sein und im Anschluss an die Vorführung in einem Gespräch über den Film und seine Geschichte berichten.

Die Vorstellung beginnt am Dienstag, 9. November 2021, um 19 Uhr im Kino Capitol, Roßbrunnenstraße 3, in Butzbach. Der Film ist für Jugendliche geeignet. Besucher müssen geimpft, getestet oder genesen sein (3G). Der Eintritt ist frei, die Plätze aber begrenzt. Um Anmeldung per E-Mail an info@gcjz-wetterau.de oder telefonisch unter Tel. oder telefonisch unter Tel. 06032 949980 wird gebeten.

Titelbild: Die orthodoxe Synagoge Ohel Jakob in der Münchner Herzog-Rudolf-Straße nach dem Brandanschlag am 9. November 1938. (Bildquelle: Wikipedia/Bundesarchiv, Bild 146-1970-041-46 / Unbekannt / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5418827)

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