Hallen für Flüchtlinge

Die Behörden improvisieren

Keiner soll draußen schlafen müssen. Im Hochtaunus sind Bundeswehrsoldaten zur BetreuunBetschel mit Zelt als Notunterkunft in der Friedberger Pfingstweideg der Flüchtlinge in einer neuen Massenunterkunft abkommandiert. Und in Friedberg wird ein Hotel aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

Hallen für die Flüchtlinge

Das freie Wochenende fiel für etliche Bedienstete des Hochtaunuskreises aus. Sie mussten binnen zwei Tagen eine Not-Unterkunft für bis zu 1.000 Flüchtlinge einrichten. Das Ding heißt offiziell „Überlauf-Einrichtung“. Es ist die große Turnhalle der Turn- und Sportgemeinschaft Oberursel am Bleibiskopf neben der  Erich-Kästner-Schule.  Am Sonntag,  4. Oktober, rollten 95 Helfer Planen über den Hallenboden und stellten dicht an dicht Feldbetten darauf. Bauzäune sollen den Flüchtlingen etwas Privatsphäre bringen. Draußen wurden Toiletten- und Duschkabinen aufgebaut. In dieser Woche werden die ersten Flüchtlinge erwartet.  Betreut werden sie durch 50 Bundeswehrsoldaten, die ab 6. Oktober in der Erlenbachhalle in Nieder-Erlenbach bei Bad Homburg wohnen werden. Deren Verpflegung übernimmt wiederum die Bad Homburger Feuerwehr.

Einen Informationsabend zur neuen Notunterkunft veranstalten Kreis- und Stadtverwaltung amMittwochabend, 7. Oktober, 19.30 Uhr in der Oberurseler Stadthalle.

Wohnungen verzweifelt gesucht

Bislang sind 348 Flüchtlinge in Oberursel untergebracht – davon nur 13 in Privatwohnungen, berichtet Bürgermeister Hans-Georg Brum. Die Erweiterung des Containerdorfes an den Drei Hasen werde wohl erst ab Mitte 2016 weitere Unterkünfte bringen, so Brum.  Er appelliert dringend an die Bevölkerung, freie Wohn-Möglichkeiten zu melden.  Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung ist Gabriela Wölki, Telefon 06171/502-152.

Die Turnhalle am Bleibiskopf in Oberursel kann als Unterkunft keine Dauerlösung sein, so Landrat Ulrich Krebs.  Länger  nutzbare Wohnmöglichkeiten  für etwa 550 Flüchtlinge sollen bis Jahresende im Kreisgebiet entstehen, davon allein in Bad Homburg 245. In der vergangenen Woche eröffnete die Stadt ein neues Flüchtlingsheim am Niederstedther Weg.  Die Kreisverwaltung sucht derweil Leute, die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmern wollen. Wer Interesse hat, meldet sich  unter 06172(9999410 oder 999 4799.

Wetterau erwartet noch 1800 Flüchtlinge

Betschel mit Zelt als Notunterkunft in der Friedberger Pfingstweide
Der Wetterauer Sozialdezernent Helmut Betschel vor einem Militärzelt für Flüchtlinge in Friedberg. Foto: Wetteraukreis

Rund 1200 Menschen nahm der Wetteraukreis seit Neujahr auf, berichtet Landrat Joachim Arnold. „Bis zum Jahresende könnten es frast 3000 Menschen sein. Dabei haben wir nur noch geringe freie Kapazitäten“.  Schulturnhallen und Bürgerhäuser kämen als Unterkünfte infrage, weil Zelte im Winter nicht geeignet seien.  Ein Rückgang des Flüchtlingszustroms sei nicht zu erwarten, so Kreis-Sozialdezernent Helmut Betschel.  Bad Vilbels Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr appelliert: „Es wäre wichtrig, wenn uns private Mietobjekte angeboten würden“.

In Friedberg überlegen Stadt- und Kreisverwaltung, ob nicht das seit 2008 leerstehende Stadthallen-Hotel mit Flüchtlingen belegt werden könnte. Das Haus mit 42 Betten in 20 Zimmern gehört der Stadt. Es ist voll eingerichtet und könnte sofort genutzt werden, sobald Brandschutzauflagen erfüllt werden, berichtete die Wetterauer Zeitung. Dieses Ex-Hotel ist nicht zu verwechseln mit dem nebenan stehenden 50-Betten-Hotel „Stadt Friedberg“ der Familie Wissel.

Wer im Wetteraukreis Kontakt zu einer der vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfergruppen sucht, findet ihn hier.

 

 

 

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