Friedberg

Kaiserstraße probeweise für Autos sperren

Friedbergs Einkaufsmeile Kaiserstraße soll im August für vier Wochen probeweise zur Fußgängerzone werden. Das fordert das Bündnis „Wir“ in der Kreisstadt. Die Verbannung der Autos vom Kreisstadtboulevard soll ein Test „für eine verkehrsberuhigte Zukunft der Innenstadt“ sein, schreibt „Wir“ in einer Pressemitteilung.

Die Menschen sollen sich freier bewegen können

„Die Kaiserstraße soll für vier Wochen mit Beginn in den letzten beiden Wochen der kommenden Sommerferien ab der Kreuzung Ockstädter Straße bis zur Burg für den Durchgangsverkehr gesperrt werden“, fordert „Wir“. Noch sei das öffentliche Leben „unter einer neuen Corona-Normalität“ nicht vollständis abgeschlossen und es gebe weiterhin große Unsicherheiten, auch über eine eventuelle zweite Infektiponswelle. Viele Menschen würden sich beim Einkauf über das absolut Notwendige hinaus zurückhalten. Zahlreiche Menschen hätten wegen Kurzarbeit oder weil ihr Mini-Job weggefallen ist, weniger Geld im Portemonnaie. Die Mehrwertsteuersenkung ab Juli helfe nur den Menschen mit noch gut gefülltem Portemonnaie für größere Anschaffungen.

Die Kaiserstraße autofrei bei Friedberg spielt.

„Notwendig für alle Menschen ist trotz weiterer Einschränkungen wie Mindestabstand und dem Mund- und Nasenschutz, dass sie sich wieder etwas freier bewegen können, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Oder dass sie sich wieder mehr mit Freunden im Café treffen können. Das geht am besten in der Stadt, in einer Fußgängerzone oder einem verkehrsberuhigten Innenstadtbereich mit vielen Geschäften und Cafés. Wo ginge das in Friedberg besser als auf der Kaiserstraße“, argumentiert „Wir“.

Der „Lockdown“ in Stadt und Land durch das Coronavirus sei in vielen Lebens-, Arbeits- und Freizeitbereichen mit erheblichen Einschränkungen der Freiheits- und Grundrechte verbunden. Positiv hätten gleichzeitig viele Menschen erfahren, dass der „Lockdown“ zu einer Entlastung der Natur und Umwelt geführt habe und die Innenstädte fast verkehrsberuhigt wurden. Das sei ein Einstieg in die Verkehrswende. „Wir“: „Daran können und wollen wir anknüpfen.“

Test für eine verkehrsberuhigte Innenstadt

Der Vorschlag des Bündnisses „Wir“ im Detail: Die Kaiserstraße wird mit Beginn der beiden letzten Sommerferien-Wochen vom 3. bis 30. August 2020 ab der Kreuzung Ockstädter Straße bis zur Burg für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die östlich gelegene Hauptfahrspur der Kaiserstraße wird zum Fahrradweg (mit Hin- und Rückspur) und eingefärbt. Die Parkplätze fallen auf dieser Seite für den vierwöchigen Test weg. Stattdessen können auf diesen Flächen mehr Plätze von Cafés und Restaurants belegt sowie Ruhebereiche und Spielflächen ausgewiesen werden. Die westlich gelegene Hauptfahrspur wird zur Einbahnstraße von der Burg Richtung Ockstädter Straße und bleibt ausschließlich frei für Busse und Taxis, für Polizei, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge, Lieferverkehre (nur vormittags von 7 – 11 Uhr) sowie für Anwohner. Die Parkplätze auf dieser Seite sind ausschließlich für Anwohner auf beiden Seiten der Kaiserstraße reserviert. Auch auf dieser Seite kann mehr Fläche von Cafés und Restaurants genutzt werden. Generell gilt Schrittgeschwindigkeit. Von den Parkplätzen an der Ockstädter Straße (unterhalb des Krankenhauses) und der Stadthalle, der Parkfläche am Burgfeld und dem Parkdeck an der Alten Bahnhofstraße fährt im Abstand von 15 Minuten ein Kleinbus zur und entlang der Kaiserstraße.

An zwei oder drei Stellen könnte ein Spielplatz für die Kleinen, ein Spiel- und Fun-Platz für Kinder und Jugendliche und ein Platz für die Erwachsenen, zum Beispiel mit einem Schachspiel und einem Federball-Feld, eingerichtet werden.

„Die Menschen könnten auch unter Beibehaltung der Abstände und des Mundschutztragens auf der Kaiserstraße einkaufen, flanieren, radeln und wieder in den Cafés sitzen, um ein wenig das Leben in einer neuen Situation zu genießen. Außerdem wäre das ein guter Test für die Menschen, praktisch zu erleben, wie es wäre, wenn die Kaiserstraße auf Dauer für den Durchgangsverkehr gesperrt würde“, schreibt „Wir“. Es könne zudem zu einer positiven Erfahrung für die Bürger werden, und dazu führen, weitere Straßen in der Innenstadt zur Fußgängerzone oder zumindest zur verkehrsberuhigten Zone umzugestalten. „Und es wäre ein erster Praxistest für einen neuen autofreien Stadtteil auf dem Gelände der ehemaligen Ray Barracks-Kaserne“, meint „Wir“. Praktisches Handeln für mehr Natur-, Umwelt- und Klimaschutz und die Verkehrswende seien dringend geboten.

Titelbild: Die Kaiserstraße voller Autos.

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