Weißstorch

Population in Hessen wächst und wächst

Die Weißstorch-Population in Hessen ist 2020 weiter angewachsen, berichten die Weißstorchexperten des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, Bernd Petri und Klaus Hillerich. „Wir kommen vergangenes Jahr auf insgesamt 832 Weißstorchpaare, die mit der Brut begannen, knapp hundert mehr als im Vorjahr“, sagt Petri.

Die hessischen Weißstörche zogen im vergangenen Jahr 1.611 Jungtiere groß, das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um 10 Prozent. Damals waren es 1.445. Das Mekka der hessischen Weißstörche ist nach wie vor der Landkreis Groß-Gerau, wo im letzten Jahr 567 Jungvögel von 284 Brutpaaren aufzogen wurden. Aber auch in Mittel- und Nordhessen nehmen die Bestände kontinuierlich zu.

Bestand noch nicht stabil

Trotz des außergewöhnlich guten Bruterfolgs sind die die Bestände des Weißstorchs in Hessen laut Petri noch nicht stabil sind. „Ohne die Kerngebiete im Hessischen Ried bei Biebesheim, in den Altneckarschlingen bei Groß-Gerau, in der Wetterau, im Kinzigtal, im Kreis Darmstadt-Dieburg und bei Wiesbaden gäbe es im sonstigen Hessen kaum dauerhafte Weißstorch-Vorkommen. Alles hängt nach wie vor von den Ausbreitungszentren in Südhessen ab“, so Petri.

Ganz erfreulich ist die Entwicklung im Bereich der Radenhäuser Lache im Amöneburger Becken, wo der Nabu-Storchenbetreuer Winfried Kräling 20 Brutpaare zählen konnte. Der Gesamtbestand befinde sich immer noch in einer Phase, in der die Weißstörche frühere Brutgebiete Mittel-, Ost- und Nordhessens wieder besiedelten. Dieses sensible Ausbreitungsstadium müsse unbedingt gestärkt werden. „Der Weißstorch ist in weiten Teilen Hessens trotz kontinuierlicher Bestandszunahme und stetigem Zuwachs von Brutpaaren nach wie vor als ‚gefährdet‘ einzustufen“, erklärt Petri.

Die Storchenzahlen werden jährlich von vielen hessischen Storchenfreunden der „Arbeitsgruppe Weißstorchberingung in Hessen“ unter Leitung von Klaus Hillerich zusammengetragen. „Ohne die ehrenamtliche Mitarbeit vieler Storchfreunde wäre es gar nicht möglich, die Bestände des weißen Schreitvogels so genau zu beobachten und zu kontrollieren“, erläutert Hillerich. Für die Zukunft des Weißstorchs in Hessen ist vor allem der Erhalt von Feuchtgrünland von entscheidender Bedeutung. „Störche brauchen möglichst viele nasse Wiesen in Nestnähe, um genug Futter für ihre Jungen finden zu können“, erläutert Petri. Der Lebensraumverlust steige in Hessen immer noch rasant an. Mit dem Verlust von Feuchtgrünland verschwinde nicht nur der Lebensraum des Weißstorches, sondern auch der vieler anderer Tier- und Pflanzenarten. „Der Storchenschutz ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt auf unseren Wiesen. Gut, dass immer mehr in Hessen geklappert wird und die Störche in ihrem Bestand zunehmen“, so Petri.

Weißstorch-Brutpaare nach Landkreisen

Bergstraße: 59 (53), Groß-Gerau: 284 (272), Darmstadt-Dieburg: 63 (59), Wiesbaden: 55 (45), Offenbach: 3 (4), Frankfurt 1 (1), Main-Taunus 13 (11), Main-Kinzig: 74 (66), Fulda: 18 (17), Wetterau: 138 (112), Gießen: 28 (26), Lahn-Dill: 5 (2), Marburg-Biedenkopf: 38 (34), Waldeck-Frankenberg: 2 (2), Hersfeld-Rotenburg: 14 (12), Vogelsberg: 9 (4), Schwalm-Eder: 18 (12), Kassel: 9 (7), Werra-Meißner 1 (1), alle anderen Landkreise ohne Weißstorchbruten. Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 2019.

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