Am 3. April war er wieder da
Der erste Kuckuck in Hessen war am 3. April 2026 bei Bad Hersfeld zu hören. Das meldet der Naturschutzbund (Nabu) Hessen, der zur Mitmachaktion „Wann kommt der Kuckuck?“ aufgerufen hatte. Weitere Rufe des Langstreckenziehers waren am 7. April bei Mörfelden-Waldorf sowie am 9. April bei Trebur, Bad Schwalbach und Büttelborn zu hören.Die meisten Rufe in den ersten Maiwochen
Die Beteiligung der hessischen Vogelfreunde sei erfreulich gewesen. „Über 450 Meldungen aus allen Teilen Hessens gingen beim Nabu ein“, schreiben die Naturschützer in einer Pressemitteilung. „Ab Mitte April ging es dann richtig los mit den gemeldeten Kuckucksrufen, der Höhepunkt lag in den ersten beiden Maiwochen. Ende des Monats wurde es dann schon wieder deutlich ruhiger“, wird dort Maik Sommerhage zitiert, Landesvorsitzender des Nabu Hessen. Die Informationen aus der Bevölkerung sind für die Naturschützer besonders wertvoll, da sie ihnen helfen, den Einfluss von Klima- und Landschaftsveränderungen auf die heimische Vogelwelt besser zu verstehen und passende Schutzmaßnahmen zu entwickeln. „Jede einzelne Meldung ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Kuckucks, der als Indikator für ökologische Veränderungen gilt“, so Sommerhage.
Wegen der Klimaerwärmung treffen viele Frühlingsvögel immer zeitiger in Hessen ein, hat der Nabu festgestellt. Vom Kuckuck, der als Langstreckenzieher in Afrika überwintert, nimmt er bislang an, dass er seine Ankunftszeit noch nicht an den Klimawandel angepasst hat. Sein unverwechselbarer Ruf sei nach wie vor meist erst im Laufe des Aprils zu hören. Viele Wirtsvögel des Kuckucks wie zum Beispiel Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Zaunkönig, Bachstelze und Teichrohrsänger, würden jedoch immer früher mit ihrer Brut beginnen. Wenn der Kuckuck hier eintreffe, seien die ersten Eier oft schon gelegt. „Für die Kuckucksweibchen wird es immer schwieriger, ihre Eier den zukünftigen ‚Zieheltern‘ mit Erfolg unterzuschieben“, erklärt der Ornithologe Sommerhage. Sie seien auf Wirte angewiesen, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern noch über den Nestrand schieben kann.
Der frühe Kuckuck findet ein Nest
Mit seiner langfristig angelegten Aktion „Wann kommt der Kuckuck?“ möchte der Nabu Hessen herausfinden, wie der Kuckuck langfristig auf die veränderten Lebensbedingungen durch den Klimawandel reagiert. Der Lebensraumverlust durch immer strukturärmere Landschaften werde künftig nicht sein einziges Problem sein. Um sich erfolgreich fortzupflanzen, sei es für den Kuckuck wichtig, sich genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abzustimmen. Dieses sensible Gefüge könne durch die Klimaerwärmung gestört werden. „Die Auswertung der Kuckucksrufe der letzten Jahre hat gezeigt, dass es dem Kuckuck grundsätzlich möglich ist, sich an den Klimawandel anzupassen. In allen hessischen Regionen waren jeweils schon in den ersten Apriltagen die typischen Balzrufe zu hören. Kuckucke, die früher nach Hessen zurückkehren, haben auf jeden Fall einen Vorteil“, schreibt der Nabu. Sommerhage: „Erfreulich ist, dass der Kuckuck nach wie vor in ganz Hessen verbreitet ist.“
Titelbild: Kuckuck im Flug. (Bildquelle: Wikipedia/Von Vogelartinfo – Eigenes Werk, GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12867547)