Streuobstwiesen

Gefahr durch Klima und Unwissenheit

Der Klimawandel, mangelnde Pflege, geringe Wirtschaftlichkeit und Unwissenheit der Bevölkerung gefährden die ökologisch wichtigen Wetterauer Streuobstwiesen. Zu diesem Ergebnis kommt Melanie Jakob, Bachelorstudentin der Hochschule Geisenheim University. Unterstützt vom Naturschutzfonds Wetterau hat sie die Streuobstwiesen zwischen Vogelsberg und Taunus untersucht.

Streuobstwiesen sind wichtige Biotope

Melanie Jakob beschäftigt sich mit Gefährdung, Schutz und Entwicklung von Streuobstwiesen im Wetteraukreis. Landrat Jan Weckler lobt die Kooperation zwischen Naturschutzfonds und der Hochschule :„Streuobstwiesen sind wichtige Biotope, die es zu schützen gilt.“ Die Studentin beschäftigte sich mit den gesetzlichen Grundlagen und den zahlreichen positiven Funktionen der Streuobstwiesen für Mensch und Natur, Fauna, Flora, Klima, Boden und Landschaftsbild und mit der Auswertung eigens erarbeiteter Fragebögen. Die Fragebögen wurden ausschließlich von Wetterauer Akteuren beantwortet und sollten neue Erkenntnisse liefern. Befragt wurden Bewirtschafter, Vermarkter und Kommunen, teilt die Pressestelle des Wetteraukreises mit.

Bei der Auswertung der insgesamt 54 Fragebögen kam Melanie Jakob zu dem Ergebnis, dass es vor allem klimatische Herausforderungen, mangelnde Pflege, die geringe Wirtschaftlichkeit sowie die Unwissenheit der Bevölkerung über die besondere Bedeutung der Streuobstwiesen und ihrer erzeugten Produkte sind, die die Streuobstwiesen gefährden. Anhand der Ergebnisse der Fragebögen erarbeitete sie potentielle Ziele und Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der Streuobstwiesen im Wetteraukreis. Dabei spielen, neben dem Artenschutz und dem Biotopverbund, die Pflege der Streuobstwiesen und die Wirtschaftlichkeit sowie die Erlangung von Fachwissen eine wichtige Rolle.

Projekt Bio-Apfel

„Die Realität zeigt uns, dass das Zeitfenster für die Rettung der Streuobstwiesen stetig kleiner wird“, sagt Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau und fährt fort: „Für den Erhalt der Streuobstwiesen bedarf es der Zusammenarbeit aller Akteure. Nur so kann die Sicherung des komplexen Gefüges von Natur, Artenvielfalt, Produkterzeugung und Erholungsraum gewährleistet werden.“

Im Projekt „Bio-Apfel“ steht der Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau seit vielen Jahren den Bewirtschaftern beratend zur Seite. Er organisiert die Biozertifizierung, eine biozertifizierte Sammelstelle und vermarktet die Äpfel zu einem überdurchschnittlichen Preis. „Die Bewirtschaftung und Pflege von Obstwiesen ist aufwändig und mühsam“, erläutert Franka Hensen, Geschäftsführerin des Naturschutzfonds. „Der monetäre Mehrwert soll die Mühen der Bewirtschaftung entlohnen. Reich werden die Erzeuger von Streuobst in der Wetterau nicht, dank der Bio-Zertifizierung erhalten die Teilnehmer aber einen lohnenswerten Aufschlag.“ Wichtigster Kooperationspartner ist dabei die Kelterei Rapps in Karben, die die gesamte Erntemenge der Äpfel aufkauft und zu Bioapfeldirektsaft verarbeitet.

Wer Interesse an einer biologisch zertifizierten Nutzung, Pflege und Vermarktung seines Streuobstbestandes hat kann sich an den Naturschutzfonds Wetterau e.V. wenden: Naturschutzfonds Wetterau e.V., Franka Hensen, Homburger Straße 17, 61169 Friedberg, E-Mail: franka.hensen@wetteraukreis.de.

Ein Gedanke zu „Streuobstwiesen“

  1. Frau Jakob sollte sich einmal mit der Stadtverwaltung Niddatal in Verbindung setzen. In Kaichen wird seit Jahren eine Streuobstwiese hinter dem Festplatz durch weidende Pferde zerstört, weil die Pferde die Rinde der Bäume annähen.
    Mehrere Versuche bei der Stadt für Abhilfe zu sorgen haben keinen Erfolg.

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