Kommunalwahl

Bad Nauheim: Warten aufs Ergebnis

Von zufrieden über abwartend bis zu enttäuscht: So ist das Stimmungsbild bei den führenden Personen der Bad Nauheimer Parteien nach der Kommunalwahl am Sonntag, 14. März 2021. Der Neue Landbote sprach mit Markus Theis (FW/UWG), Annette Wetekam (CDU), Brigitta Nell-Düvel (Grüne), Georg Küster (SPD) und Benjamin Pizarro (FDP). Die Wahlbeteiligung lag bei 48,53 Prozent.

Kommunalwahl: Das Trendergebnis

Das Ergebnis: Die FW/UWG erreichte 29,01 % , die CDU 24, 2 %, die Grünen 23,59 %, die SPD 13,65 % und die FDP 9,54 %. Allerdings sind diese Zahlen nur ein Trendergebnis, da die Wahlhelfer bislang nur die Stimmzettel mit Listenkreuzen ausgezählt haben. Das Endergebnis wird für Mittwoch oder Donnerstag erwartet.

Kommunalwahl: FW/UWG legt in Nieder-Mörlen zu

Zufrieden mit dem Trend ist Markus Theis, Vorsitzender der Bad Nauheimer FW/UWG. „Das ist aber nicht das Endergebnis. Ich gehe davon aus, dass es noch Verschiebungen gibt. Auch bei der letzten Kommunalwahl haben sich noch Veränderungen ergeben“, sagt Theis. Die Grünen seien sehr stark, die Wähler hätten die grüne Idee unterstützt und nach Ansicht von Theis mehr Listenstimmen bekommen. Bei den Freien Wählern sei das vermutlich anders, habe eine Personenwahl vermutlich stärker stattgefunden. „Das wird bei der CDU aber genauso sein“, fügt er hinzu.

Bündnisse: „Will nichts ausschließen“

In Nieder-Mörlen hätten die Freien Wähler deutlich zugelegt. „Wir hatten eine klare Haltung zur Bebauung der Grünfläche, die nicht für Wohnbebauung vorgesehen ist.“ Die CDU habe ihre anfänglich klare Linie in dieser Sache letztlich verloren. Interessant werde es aber erst, wenn das Endergebnis da sei. Zu möglichen Bündnissen im Stadtparlament will Theis erst mal nichts ausschließen. „Eine Zweierkoalition geht nur mit uns“, erklärt er.

„Ansporn und Verpflichtung“

Der Dank von CDU-Vorsitzender Annette Wetekam gilt den vielen ehrenamtlichen Wahlhelfern und Wahlhelferinnen, den CDU-Wählern und ihrem Wahlkampfteam. „Auch wenn das amtliche Wahlergebnis erst im Laufe der Woche feststehen wird, so ist jede abgegebene Stimme für unsere CDU in Stadt und Kreis Ansporn und Verpflichtung zugleich. Letztlich ist die Kommunalwahl auch eine Personenwahl. Diese Ergebnisse müssen wir noch abwarten.“

Ein bisschen persönliche Nähe

Der Wahlkampf sei in diesem Jahr außergewöhnlich gewesen, habe viel abverlangt. Persönlicher Austausch mit den Menschen in Bad Nauheim sei pandemiebedingt bedauerlicherweise nicht möglich gewesen. Mit drei digitalen Online-Stammtischen, Flyern und Plakaten hätten die Christdemokraten daher versucht, „ein bisschen persönliche Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern herzustellen“. Der Stadtverband habe in den letzten eineinhalb Jahren einen großen Zuwachs an jungen ideenreichen Mitgliedern zu verzeichnen. „Das belebt, ist inspirierend und macht mich als CDU-Vorsitzende des Stadtverbands stolz“, betont Wetekam.

Kommunalwahl: Stolz auf das Ergebnis

Wie Brigitta Nell-Düvel betont, die Vorsitzende der Bad Nauheimer Grünen, ist sie sehr stolz auf dieses Ergebnis. „Unsere gute, sachliche und konstruktive Arbeit in Bad Nauheim wurde belohnt.“ Die Grünen-Schwerpunkte wie Klimaschutz, Verkehrswende, Verteidigung der Demokratie, Soziale Gerechtigkeit und Familienfreundlichkeit würden von den Wählern in der jetzigen Situation sehr wertgeschätzt.

„Trend ist deutlich“

Nell-Düvel: „Sicherlich wird es im Zuge der Auszählung noch Veränderungen geben, weil bis jetzt erst die Listenstimmen eingeflossen sind. Aber dieser Trend ist deutlich.“

Der Wahlkampf unter Corona-Bedingungen sei sehr schwierig, aber auch sehr eigen gewesen. „In kurzer Zeit mussten wir den Wahlkampf anders strukturieren. Wir sind auf Instagram gegangen, haben Videos auf unsere Homepage gestellt, flächendeckend unseren Flyer ausgeteilt.“ Dieses Umswitchen auf eine  andere Art des Wahlkampfes sei den Grünen gut gelungen. „Ich bin ganz begeistert über unsere jungen Mitglieder, die sich da kompetent eingesetzt haben und stolz, dass wir in diesem Bereich sehr modern geworden sind“, unterstreicht Nell-Düvel.

Enttäuschung bei SPD

Georg Küster, einer der beiden SPD-Vorsitzenden, ist weniger zufrieden. „Das Trendergebnis ist enttäuschend. Letztes Mal hatten wir 20,09 Prozent im Endergebnis. Ich hatte gehofft, dass wir unser Ergebnis halten können, aber das muss man in Kauf nehmen“, bekennt er. Es seien demokratische Entscheidungen, „damit muss man leben“. Er hoffe, dass das Ergebnis für die Genossen durch Kumulieren und Panschieren noch ein oder zwei Prozentpunkte nach oben geht. „Aber ich glaube nicht, dass wir auf das Ergebnis vom letzten Mal kommen. “  

Kommt Thema bezahlbarer Wohnraum nicht an?

Die Sozialdemokraten hätten starke Einbrüche in Nieder-Mörlen erlebt, denn dort hätten sie an der Bebauung des Friedhofs mit bezahlbarem Wohnraum festgehalten. Küster: „Offenbar kommt das Thema Bezahlbarer Wohnraum in Bad Nauheim nicht an, wird von großen Teilen der Bevölkerung nicht benötigt oder nicht gewollt. Wer ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung hat, braucht es nicht. Und wer es braucht, geht nicht zur Wahl.“   Er müsse seine Konsequenz daraus ziehen, werde diese Inhalte aber nicht aufgeben. „Es ist mein Kernthema und das werde ich weiterverfolgen“, betont er.   

„Bin ziemlich beruhigt“

FDP-Fraktionsvorsitzender Benjamin Pizarro sieht das Wahlergebnis momentan noch entspannt: „Aktuell habe ich noch keinen Grund, zu klagen. Die Erfahrung der letzten beiden kommunalen Wahlen hat gezeigt, dass wir gerade durch das Kumulieren und Panaschieren noch mal stark was gut machen konnten.“ Genau genommen sei er sogar ziemlich beruhigt, nur durch „die traditionell eher spärlich verteilten Listenkreuze“ bereits jetzt nur knapp am zweistelligen Ergebnis vorbei zu sein. Pizarro: „Ich setze auf die Persönlichkeiten auf unserer Liste und daher durchaus auch noch auf ein gutes Maß an Bewegung bei den Ergebnissen nach oben.“

„Deutungen sind verfrüht“

Momentan lasse sich lediglich von einem gewissen Trend sprechen, betont Pizarro. „Immerhin sind mit den derzeit ausgezählten Stimmzetteln bisher nur 46 Prozent bearbeitet. Bereits jetzt das Wahlergebnis zu deuten oder zu analysieren, ist verfrüht.“

41 Sitze

Nachdem das Parlament die Sitze Ende 2019 von 45 auf 41 reduzierte, entfielen beim momentanen vorläufigen Trendergebnis auf die FW/UWG 12 Sitze, auf CDU und Grüne jeweils 10, auf die SPD 5 und auf die FDP 4.

Bei der Kommunalwahl 2021 standen auch Kreistag, Ortsbeiräte und Ausländerbeirat zur Wahl. Die Ergebnisse

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