Interimsspielstätte

Bad Nauheims neue Bühne

Die neue Interimsspielstätte in der Bad Nauheimer Trinkkuranlage macht gute Fortschritte. Auf Einladung des Rathauses konnten sich die städtischen Politiker bei einem Premierenabend Anfang September ein Bild der ansprechenden Räumlichkeiten machen. Diese ersetzen die Spielstätte im Badehaus 2.

Jakob Jochimsen von der Stadt erklärte Parlamentariern, Stadträten und Vertretern des Theaters Alte Feuerwache (TAF) sachkundig die technischen Finessen. Nach einer Pause trat das Ensemble Starbugs Comedy (Schweiz) auf und bot für Politik, TAF und weiteres Publikum eine mitreißende Vorstellung im Konzertsaal der Jugendstilanlage dar.

Zufrieden mit der Entwicklung der Spielstätte äußerte sich die FW/UWG. Der TAF-Vorsitzende Gunnar Bolsinger dankte im Namen des Theaters Alte Feuerwache für die Interimslösung .

Das Ensemble Starbugs Comedy liefert eine mitreißende Show auf der neuen Bühne. (Foto: privat)
Das Ensemble Starbugs Comedy liefert eine mitreißende Show auf der neuen Bühne. (Foto: privat)

Größere Veranstaltung kommt noch

Laut Erstem Stadtrat Peter Krank (parteilos) handelte es sich noch nicht um die Einweihung, auch wenn dies durch durch einige Beteiligte so kommuniziert wurde. Wie Krank dem Neuen Landboten erklärte, war es lediglich eine Präsentation zum Ende des ersten Bauabschnitts. „Wenn alles fertig ist, planen wir eine größere Veranstaltung“, versprach der Dezernent. Wie aus der Wetterauer Zeitung hervorgeht, ist die Fertigstellung für Ende des Jahres geplant.

Gäste aus der Politik und dem TAF-Theater informieren sich über die Ergebnisse des ersten Bauabschnittes. (Foto: TAF)
Gäste aus der Politik und dem TAF-Theater informieren sich über die Ergebnisse des ersten Bauabschnittes. (Foto: TAF)
Grundsatzbeschluss zur Spielstätte

Letztlich geplant ist aber etwas anderes. Das Parlament hat einen Grundsatzbeschluss gefasst, der die Trinkkuranlage nicht als dauerhafte Lösung vorsieht.

Vielmehr soll das Theater eines Tages in das Kulturzentrum ziehen, das aber erst im Behälterraum des Badehauses 3 im Sprudelhof gebaut werden muss. Die Kosten betragen drei Millionen Euro. Absolut dagegen sind die Freien Wähler – der Rest des Parlamentes war zumindest Ende 2020 noch dafür.

Finanzieller Spielraum ausgeschöpft

Wie es aber aussieht, hat die Stadt ihren finanziellen Spielraum momentan ausgeschöpft. Krank – er ist Kämmerer – machte die angespannte Lage erst jüngst bei seiner Haushaltsrede deutlich, wobei er von einem Planungszeitraum bis 2025 sprach.

Die nächsten Jahre überstehen

Ob es zu dem Bau des Kulturzentrums wirklich kommt, wird sich laut Krank daher noch zeigen. „Wir installieren die Interimsspielstätte, mit der wir die nächsten Jahre überstehen“, sagt er.

Parlament muss entscheiden

„Die Planungen für das Kulturzentrum können erst ab 2025 wieder aufgenommen werden. Ob man es dann noch machen will, muss die Stadtverordnetenversammlung entscheiden“, sagte er.

Eine der beiden Bühnen steht im Konzertsaal der Trinkkuranlage (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Eine der beiden Bühnen steht im Konzertsaal der Trinkkuranlage (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Kosten 450 000 Euro

Die Investitionskosten für die Interimsspielstätte liegen laut dem Ersten Stadtrat bei 450 000 Euro. Mit dem Geld finanziert die Stadt zwei Bühnen, umfangreiche Ton- und Beleuchtungstechnik, Schallmaßnahmen und teilweise die Errichtung der Gastronomie. „Zu teuer“ sei das nicht. „Die Elbphilharmonie hat viele Millionen gekostet, wir sind bescheiden dabei“, unterstreicht Krank im Gespräch mit dem Neuen Landboten.

Weitaus bessere Lösung

Hoch erfreut zeigen sich die Vertreter der Freien Wähler Bad Nauheim über die neue städtische Spielstätte. „Es ist offensichtlich, dass dies die weitaus bessere und flexiblere Lösung ist, als einen über drei Millionen Euro teuren Neubau in den Hinterhof des Sprudelhofs zu bauen“, betonte Fraktionsvorsitzender Markus Theis.

Damit werde die Trinkuranlage nun auch endlich tatsächlich zum Bürgerzentrum in der Mitte der Stadt.

Die Freien Wähler sind mit der Theater-Lösung sehr zufrieden. (Foto: FW/UWG)
Die Freien Wähler sind mit der Theater-Lösung sehr zufrieden. (Foto: FW/UWG)
Win-win-Situation

TAF-Vorsitzender Gunnar Bolsinger spricht von einer Win-win-Situation für Theater und Stadt. „Wir ziehen an einem Strang, da sagen wir ‚Hut ab‘. Es gibt einen regelmäßigen Austausch und gemeinsame Arbeitseinsätze. Alles ist sehr gut.“

Etwas ganz anderes

Man müsse jetzt schauen, wie alles klappt. Denn die Trinkkuranlage werde auch von der Politik und anderen genutzt. „Es ist auch von der Dimension etwas ganz anderes als das Badehaus 2. Da hatten wir kurze Wege, das ist in der Trinkkuranlage teilweise anders.“

TAF ist „von Herzen dankbar“

Das TAF sei über die Übergangslösung froh, wie Bolsinger betont. „Ich bin im Namen aller TAF-ler von Herzen dankbar.“     

Dank der modernen Technik lässt die Theateratmosphäre an nichts zu wünschen. (Foto: privat)
Dank der modernen Technik lässt die Theateratmosphäre an nichts zu wünschen. (Foto: privat)
Konzert- und Bankettsaal

Hintergrund für all das sind die Wellness-Pläne für das Badehaus 2, welches die Stadt an die neue Therme anbinden will. Die dortige langjährige Spielstätte für Stadt und Theater Alte Feuerwache (TAF) musste daher aus dem Sprudelhof ausziehen. Die Interimsstätte in der Trinkkuranlage ist im Konzertsaal und dem angrenzenden ehemaligen Bankettsaal angesiedelt.

Für den ehemaligen Bankettsaal ist eine weitere Bühne vorgesehen. (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Für den ehemaligen Bankettsaal ist eine weitere Bühne vorgesehen. (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Auch Gastronomie ist geplant

Auch Gastronomie soll noch hinzukommen, für die es ebenfalls Räume in diesem Flügel der Jugendstilanlage gibt. Früher war dort das Restaurant Tafelspitz angesiedelt. Veranstaltungen im Konzertsaal sollen weiterhin möglich sein, etwa für Vereine und die Sitzungen der politischen Gremien.

Beide Säle stehen in Zusammenhang

In einer Pressemitteilung geht die Stadt genauer auf das Vorhaben in der Trinkkuranlage ein. Somit sollen mit Beginn der Herbstsaison beide Säle funktionstüchtig sein. Der Fachbereichsleiter für Kultur und Sport, Jochen Mörler, sieht beide Räume im Zusammenhang zueinander: „Sie dürfen sich nicht behindern, sondern müssen unter Umständen gleichzeitig bespielbar sein. Wir können gut einen Vortrag im kleinen Saal stattfinden lassen, während im großen eine andere ruhige Veranstaltung läuft. Allerdings wird es nicht möglich sein, dass neben einem großen Konzert gleichzeitig die Kleinkunstreihe läuft.“ Auch für Lagermöglichkeiten wird Platz sein.

Auch Platz für Lagerräume und Gastronomie bietet die Trinkkuranlage im ehemaligen Restaurant-Trakt. (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Auch Platz für Lagerräume und Gastronomie bietet die Trinkkuranlage im ehemaligen Restaurant-Trakt. (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Veranstaltungstechniker und TAF-Team im Boot

Krank ist sehr froh, Jakob Jochimsen im Mitarbeiterteam zu haben. „Er ist ausgebildeter Veranstaltungstechniker, sehr versiert und kann auf Augenhöhe mit den ausführenden Firmen kommunizieren. Ob wir passgenaue Vorschläge machen können, ist schließlich auch ein wirtschaftlicher Aspekt.“

Außerdem bekomme die Stadt Unterstützung durch das TAF-Technikteam, das sich ebenso gut mit Veranstaltungs- sowie Netzwerktechnik auskennt und eine große Hilfe sei.

Jochen Mörler (links) und Peter Krank zeigen die Garderobenräume. (Foto Stadt Nauheim)
Jochen Mörler (links) und Peter Krank zeigen die Garderobenräume. (Foto Stadt Nauheim)
Requisiten und Kostüme

Im ehemaligen Gebäude der Kurverwaltung stehen laut der Pressemitteilung weitere Räume zur Verfügung, zum Beispiel ein gemeinsam genutztes Büro von Stadt und TAF. Im obersten Stockwerk des verschachtelten Gebäudes befänden sich schon jetzt Lagerräume für Requisiten und Kostüme.

Neue Informationen kündigt die Stadt an, sobald die Planungen für den künftigen Gastronomiebereich fortgeschritten sind.

Hinter diesen Mauern liegt die neue Spielstätte der Stadt, zunächst ist sie als Übergangslösung gedacht.  (Foto: Petra Ihm-Fahle)
Hinter diesen Mauern liegt die neue Spielstätte der Stadt, zunächst ist sie als Übergangslösung gedacht. (Foto: Petra Ihm-Fahle)

Das Theater Alte Feuerwache

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