Deportation

Gedenken der Gießener Sinti und Jenischen

Ein düsteres, trauriges Kapitel Gießener Geschichte jährt sich schon bald. Aus diesem Grund erfolgt das öffentliche Gedenken an den 78. Jahrestag der Deportation von 14 Angehörigen der Gießener Sinti und Jenischen am 16. März 1943 nach Auschwitz-Birkenau und an weitere deportierte Angehörige der Gießener Sinti und Jenischen.

Dr. Ursula Krechel spricht über Recherche

Der Magistrat der Universitätsstadt Gießen lädt zu dieser Online-Gedenkstunde ein. Nach einer Ansprache von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sowie einem Grußwort von Rinaldo Strauß vom Landesverband Hessen des Verbandes Deutscher Sinti und Roma spricht die Schriftstellerin Dr. Ursula Krechel über die Recherche-Arbeit zu ihrem Roman „Geisterbahn“ und liest daraus.

Dr. Ursula Krechel spricht über ihren ihrem Roman „Geisterbahn“. Die Autorin erhielt den Deutschen Buchpreis für ihren Roman „Landgericht“. (Foto: Wikipedia, Amrei-Marie)

In dem Roman steht das Schicksal einer verfolgten Sinti-Familie im Mittelpunkt, das stellvertretend für die Verfolgung der Sinti und Roma während des Nazi-Regimes steht, sowie deren fortdauernde Ausgrenzung und Drangsalierung durch die Nachkriegsgesellschaft bis in die Gegenwart hinein. 

Namenslesung der Deportierten

Anschließend zeigt ein Videobeitrag die Oberbürgermeisterin bei der Namenslesung der deportierten Gießener Sinti und Jenischen am Mahnmal für alle Opfer und Verfolgten des Naziregimes am Berliner Platz. Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Frank Schmidt werden symbolisch für die Sinti und Jenischen, die einmal Bürger*innen Gießens waren, die in Gießen gelebt haben, bis sie deportiert und viele von ihnen ermordet wurden, Blumengebinde niedergelegt.Die Gedenkstunde wird musikalisch vom Multikulturellen Orchester Gießen unter Leitung von Georgi Kalaidjiev umrahmt.

Die Gedenkstunde des Magistrats ist am Dienstag, 16. März 2021, um 18 Uhr online. Die Liveübertragung kann am 16. März auf der Homepage der Stadtverwaltung Gießen unter giessen.de/Gedenkstunde gestartet werden, kündigt die Stadt Gießen an.

Titelbild: Innenansicht einer der Baracken des Lagers in Auschwitz-Birkenau. Hier waren die Deportierten, ihrer Würde beraubt, untergebracht. (Quelle: Wikipedia)

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