Boosterimpfung

Älteren möglichst Vorrang geben

Die enorme Nachfrage nach Boosterimpfungen gegen das Coronavirus übersteigt derzeit deutlich die Impfmöglichkeiten in vielen Arztpraxen im Kreis Gießen. Viele Menschen weichen für die Drittimpfung auf die Impfambulanz des Landkreises und die angeschlossenen mobilen Impfangebote aus.

Der Landkreis Gießen weist daraufhin, dass Bund und Länder mit der Schließung der Impfzentren einen Schwerpunkt der Impfungen auf die niedergelassenen Praxen verlagert haben. Die Gesundheitsämter der Landkreise durften lediglich unterstützende Impfangebote machen.

„Erste Anlaufstelle für eine Corona-Schutzimpfung ist immer die Hausarztpraxis“, teilt der Landkreis mit. Die Kassenärztliche Vereinigung informiert unter der zentralen Rufnummer 116 117 über weitere Impfmöglichkeiten in regionalen Praxen. Die letzte Impfung soll sechs Monate zurück liegen – aus medizinischen Gründen kann davon abgewichen werden.

Nachfrage ist gestiegen

Nach der Diskussion in den Medien über eine Auffrischungsimpfung für alle Menschen – unabhängig von Alter oder Vorerkrankung – ist die Nachfrage nach Impfterminen in der Impfambulanz des Landkreises nochmals gestiegen. Die Termine für Dezember 2021 sind derzeit vergeben. Am Donnerstag, 18. November 2021 hat die Ständige Impfkommission die Auffrischungsimpfung für alle Menschen ab 18 Jahren empfohlen. 

Appell: „Bitte solidarisch sein“

„Weil dazu derzeit die Kapazität nicht ausreicht, ist es wichtig, zuerst besonderen Gruppen Schutz durch die dritte Impfung zu geben – vor allem älteren und vorerkrankten Menschen“, erklärt Landrätin Anita Schneider. Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen appelliert daher dringend, solidarisch zu sein und diesen Menschen Vorrang zu gewähren.

Angebote zusätzlich zur Impfambulanz

Wichtig: Um eine Boosterimpfung zu erhalten, muss die letzte Impfung sechs Monate zurückliegen – aus medizinischen Gründen kann davon abgewichen werden.

Der Landkreis bittet um Verständnis dafür, dass es bei den Vor-Ort-Impfangeboten ohne Terminvergabe zu langen Wartezeiten kommen kann. Diese Angebote sind zusätzlich zur Impfambulanz in Gießen bewusst ohne Terminvergabe eingerichtet worden, um einen einfacheren Zugang zu ermöglichen. Wartezeiten lassen sich wegen der großen Nachfrage derzeit leider nicht vermeiden.

Auch hier sollte auf ältere Menschen Rücksicht genommen werden, damit diese eher an die Reihe kommen. „Das Personal der Impfteams versucht, möglichst allen gerecht zu werden“, erklärt Renate Braun, ärztliche Leitung der Impfambulanz. „Aufklärungsgespräche, Impfung und Dokumentation benötigen aber eine gewisse Zeit. Bitte behandeln Sie das Personal vor Ort freundlich, auch wenn es zu langen Wartezeiten kommt.“

Gespräch mit beteiligten Akteuren

Landrätin Anita Schneider wird noch in dieser Woche mit allen am Impfprozess beteiligten Akteuren im Landkreis Gießen nach Möglichkeiten suchen, um die Zahl der Impfungen im Landkreis Gießen weiter zu steigern. „Bereits seit Wochen gibt es keinen Landkreis in Hessen, dessen Gesundheitsamt so viele Impfungen durchführt wie im Landkreis Gießen“, erläutert Udo Liebich, der Gesamtleiter der Impfambulanz. „Eine Ausweitung bestehender und die Einrichtung neuer Impfangebote befinden sich in Vorbereitung und werden das Impfangebot noch ergänzen.“

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