In der Sonne entlang der Nidda
von Helmut Serowy
Beim inzwischen 35. Karbener Stadtlauf umfasste das breit aufgestellte Programm neben Halbmarathon und 10 Kilometern noch den 5,3-km-Lauf, das 3,1-km-Rennen für Jugendliche, den 1,5-km-Lauf für Schüler und den 300-m-Start für Bambini. Auf dem Gelände vor dem KSV-Sporthaus boten die Veranstalter zusätzlich ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Tombola an. Da beim Stadtlauf in Karben traditionell die Sonne voll aufdreht, herrschte auch bei der abschließenden Fete reger Trubel.
700 Starter
Einem zähen Einstieg nach der zweijährigen Corona-Pause folgte bereits im Vorjahr eine deutliche Teilnehmer-Steigerung auf über 600 Starter, die sich mit 700 Startern in diesem Jahr fortsetzte. Der weitgehend flache Rundkurs mit seiner leichten Steigung in der Stadt führt über eine weite Strecke entlang der renaturierten Nidda. Halbmarathon- und 10-km-Strecke sind amtlich vermessen und bestenlistenfähig. Aufgrund einer Baustelle musste in diesem Jahr die 10-km-Strecke allerdings verändert und auf 10,5 Kilometer verlängert werden. Die Veranstalter erwarten, dass 2027 die Original-Strecke wieder angeboten werden kann und damit die Zeiten wieder für die Bestenlisten gewertet werden können.
Halbmarathon Männer
Vier Runden hatten die Halbmarathon-Läufer beim Stadtlauf in Karben auf amtlich vermessenem und bestenlistenfähigem Kurs zu durchlaufen. Nach einem frischen Morgen heizte ihnen die für Karben obligatorische Sonnenstrahlung schon früh kräftig ein. Nicht beirren ließ sich dadurch Marius Dorn von den Adidas-Runners Frankfurt. Der Sieger von 2024 und Zweite von 2025 lag nach der ersten Runde bereits deutlich in Front und baute seinen Vorsprung auf 1:16:47 Stunden aus. Zugleich lag er in der M35 vorne. In der zweiten Runde brachten sich Erwin Thiessen vom Lauftreff TV Windecken und Jan-Philipp Berndt für die weiteren Podestplätze in Stellung. Auf der zweiten Streckenhälfte löste sich Erwin Thiessen und holte sich in 1:18:56 Stunden mit dem zweiten Rang den Sieg in der M30.
Der Bronze-Medaillen-Gewinner und M35-Zweite Jan-Philipp Berndt hielt mit 1:21:37 Stunden Martin Svenson von Eintracht Frankfurt Triathlon (1:24:18 Std.) und Robin Mundhenk (1:24:20 Std.) – die sich bis zum Zielstrich um Silber in der M35 stritten – souverän in Schach. Als Elfter schrammte der U18-Sieger Anton Rentsch (1:28:36 Std.) knapp an den Top-Ten vorbei. Dichtauf gewann Michael Gassmann (1:28:39 Std.) die M45 vor Stephan Theiß vom TV Petterweil (1:29:15 Stunden). Die M40 führte Jochen Stephan (1:30:25 Std), die M55 Thomas Olt vom SV Fun-Ball Dortelweil (1:30:52 Std.), die M50 Bodgan Ilchenko (1:32:09 Std), die M65 der Ultra-Langstreckler Lothar Esser von Spiridon Frankfurt (1:37:58 Std), die M60 Marc Steindl vom MTV Kronberg (1:42:27 Std.) und die M55 Uwe Himmelstoss aus Niederdorfelden (1:46:52 Std.) an.
Halbmarathon Frauen
Weiter auf Erfolgskurs bleibt Kerstin Bertsch vom SSC Hanau-Rodenbach. Die starke W35-Starterin zog trotz Hitze ihr Tempo durch und erkämpfte sich im Gesamteinlauf den zehnten Rang. Im Frauenfeld lag sie mit 1:27:22 Stunden sicher vor dem Duo Katerina Kaplet vom AC Slovan Liberec und Paula Frederike Böttcher von der Airbus SG. Hier baute Paula Frederike Böttcher einen 12-Sekunden-Vorsprung nach der ersten von vier Runden kontinuierlich leicht aus. In der letzten Runde mobilisierte Katerina Kaplet allerdings ihre Kräfte, rückte allmählich näher und erkämpfte sich schließlich mit 1:30:41 Stunden noch Silber und W40-Erfolg vor der W30-Siegerin Paula Frederike Böttcher (1:30:48 Std). Auf den Plätzen vier und fünf liefen Karla Sofie Möhlendick (1:35:36 Std) und Annika Langenohl (1:36:01 Std) zu Silber und Bronze in der W30 vor der Hauptklassen-Schnellsten Pia Juliane Struckmeier von den Kraft-Runners (1:37:10 Std.). Caro-Linh Nguyen (1:41:37 Std.) gewann die A-Jugend, Astrid Janz vom SKC Deutsche Bank (2:06:12 Std.) die W60.
10,5 Kilometer Männer
Die aufgrund einer Baustelle um 500 Meter verlängerte 10-km-Strecke nahmen über 200 Läuferinnen und Läufer in Angriff. Bereits auf der ersten von zwei Runde hatte sich das Medaillen-Trio sortiert. Fabian Sposato vom SSC Hanau-Rodenbach – überlegener Halbmarathon-Sieger des Vorjahres – baute nach dem Einstieg in 17:09 Minuten seinen Vorsprung auf 34:40 Minuten aus. Nach einer Verletzungspause zeigte sich der M30-Sieger damit recht zufrieden. Matej Medveczky (BMSC) verlor auf der zweiten Streckenhälfte den Anschluss, verteidigte aber mit 35:37 Minuten seinen Silber-Rang gegenüber dem Hauptklassen-Zweiten Niklas Raffin vom TSV Krodorf-Gleiberg (36:15 min.).

Mit einer Aufholjagd arbeitete sich M45-Sieger Julian Andreas Molina Molina von der Latino Gang Frankfurt (37:14 min.) noch auf den vierten Platz vor. Den M30-Zweiten Mohamed Radzik (37:37 min.) verdrängte er auf den fünften Platz. Klassen-Erfolge schafften dahinter in der M40 Benjamin Fuchs (Willpower, 38:36 min.) und in der M35 Tobias Herter von Spiridon Frankfurt (38:54 min.). Der Deutsche Marathon-Meister der M50 von 2024 und 2025 – Daniel Hoffmann von der LGV Marathon Gießen (40:29 min.) – siegte in der M50.
Weitere Senioren-Siege erreichten in der M55 Steffen Becker aus Karben (45:44 min.), in der M70 wieder Norbert Wolf vom LT Unterreichenbach (54:52 min.), in der M60 Stefan Herbst vom SV Fun-Ball Dortelweil (54:57 min.), in der M75 erneut Alfred Traute vom BELC89 (56:59 min.) und in der M65 Manfred Kaiser vom SV Fun-Ball Dortelweil (58:02 min.)
10,5 Kilometer Frauen
Mit 21:07 Minuten führte Emma Herz nach der ersten Runde souverän die Frauen-Konkurrenz an. Jennifer Igwe (21:40 min.) und Jana Baum vom Hamburger Laufladen (21:41 min.) folgten gleichauf und schienen sich um Silber und Bronze zu duellieren. Auf der zweiten Runde drehte Jennifer Igwe allerdings mächtig auf und sprintete auf der Zielgeraden mit 42:59 Minuten an Emma Herz (43:04 min.) vorbei zum bejubelten Sieg. Jana Baum holte sich als Dritte in 43:59 Minuten den klaren Erfolg in der W35. Maria Mai gewann die W40 in 46:32 Minuten vor der W35-Zweiten Judith Sturm (48:20 min.).
In einer Millimeter-Entscheidung schnappte sich als Sechste Jenny Kipper vom SV Tri City Darmstadt (50:12,00 min.) vor Jessi Delfs vom Team Flöt (50:12,92 min.) den zweiten Rang in der W40. Weitere Erfolge erreichten bei den Seniorinnen in der W50 Christiane Hofer von der SKC Deutsche Bank (53:32 min.), in der W30 Chika Igwe (54:15 min.), in der W45 Sandra Tauer (56:22 min.), in der W55 Grace Sandner (66:09 min.), in der W65 Kirsten Haizmann von Rot-Weiß Altenstadt (1:11:43 Std.), in der W60 Christiane Brendlin von Spiridon Frankfurt (1:15:04 Std.).
5,3 Kilometer Männer
Im letzten Jahr hatte Maksim Pavlovic (SSC Hanau-Rodenbach) das Jugend-Rennen über 3,1 Kilometer gewonnen. Diesmal dominierte er über die längere 5,3-km-Distanz die Männer-Konkurrenz vor dem nach 19:02 Minuten folgenden M45-Sieger Jan Schneider. Auf dem Bronze-Rang folgte mit Linus Dreßler von Fun-Ball Dortelweil in 19:18 Minuten bereits der zweite U16-Läufer. Er hatte noch im letzten Jahr im Jugend-Rennen über 3,1 Kilometer hinter Maksim Pavlovic als Zweiter die U14-Wertung gewonnen.,Mit Christoph Sulzer vom LSC Bad Nauheim (19:41 min.) und Daniel Mansfeld (Optimum Sportbrillen, 19:59 min.) überzeugten auf den Plätzen vier und fünf die Sieger der M55 und der M40.
5,3 Kilometer Frauen
Nach dem Gewinn des Hessenmeister-Titel über 1500 Meter hatte Johanna Ebert vom TV Rendel bereits im Vorjahr in Karben über 5,3 Kilometer als Gesamt-Dritte und Frauen-Siegerin überzeugt. Bei der 35. Auflage des Stadtlaufes trumpfte sie als Gesamt-Zweite und erneut überlegene Siegerin mit 18:57 Minuten und einer Steigerung um 20 Sekunden auf. Spannend entwickelte sich dahinter die Entscheidung um die weiteren Medaillen-Ränge. Dahinter spurtete die W45-Schnellste Simone Barabas von der SG Arheiligen Triathlon (23:53 min.) vor Caroline Lehr (23:57 min.) und Ava Schuebel (23:58 min.) zu Silber.
Jugend – 3,1 Kilometer
Weiter im Aufwind befindet sich der Jugendlauf über die 3,1-km-Runde durch das Niddatal. Einen überlegenen Erfolg feierte Fionn Ayles vom TSV Friedberg-Fauerbach (11:40 min.). Den ebenfalls starken U14-Zweiten Lucas Heber vom Tria-Team Bruchköbel (12:44 min) hielt er klar in Schach. Der wiederum distanzierte den Drittplatzierten Sieger der U16, Daniel Zaurski vom TSV Eintracht Stadtallendorf (13:34 min.).
Bei der 35. Auflage des Karbener Stadtlaufes dominierten die U14-Siegerin Eleonora Stoiko vom TV Rendel (14:48 min.) und die U18-Siegerin Kira Stoiko vom TV Petterweil (14:49 min.) wie im Vorjahr die weiblichen Jugendlichen. Als Dritte siegte Elise Schultheiß aus Waldenbuch (15:32 min) in der U12.
Schüler – 1,5 Kilometer
Ben Rockensüß vom SC Steinatal führte wieder das starke Läuferfeld der Schüler über 1,5 Kilometer an. Der U12-Starter siegte sicher im Lauf über zwei Runden in 5:24 Minuten vor Jonas Heber vom Tri-Team Bruchköbel (5:53 min.) und dem schnellsten U14-Schüler Henn Brendel (5:57 min.).
Die schnellste Schülerin – Theresa Schultheiß aus Waldenbuch – glänzte als Gesamt-Zweite und U12-Siegerin in beachtlichen 5:32 Minuten. Silber sicherte sich die U14-Schülerin Lilli Bender (6:11 min.) von der stark vertretenen Truppe des benachbarten TV Rendel vor der U12-Zweiten Elisa Reimann von der LG Rosbach-Rodheim (6:15 min.).
Bambini – 300 Meter
Krönendes Finale des 35. Karbener Stadtlaufes war einmal mehr das Bambini-Rennen über 300 Meter. Nach dem Start jagten die eifrigen Kleinsten über die lange Zielgerade – heftig angefeuert von den zahlreichen begeisterten Zuschauern entlang der Strecke. Medaillen und Pokale lohnten neben der Freude die Mühen.
Titelbild: Beim Karbener Stadtlauf nehmen die Halbmarathon-Läufer ihre Strecke in Angriff

