Transcontinental Race

In 16 Tagen per Rad durch Europa

Von Bruno Rieb

Das Transcontinental Radrennen ist das härteste Radrennen der Welt – auch für die Zuschauer. Gut zwei Wochen Ausnahmezustand, seit die Radler am 19.Juli 2026 in Trondheim in Norwegen gestartet sind. Nach 16 Tagen, 1Stunde und 59 Minuten ist Lokalmatador Jannis Rieb aus Gießen, mein Sohn, nach 4731,27 Kilometern im Ziel. Puuuuh!

Rückschläge

Er könne es kaum glauben, dass er vor zwei Wochen in Trondheim gestartet ist, sagt er , als er bei glühender Hitze durch Albanien radelt. Über die Berge in Norwegen war er noch bei Null Grad gestrampelt.

In Schweden gab es das erste Problem: Ein Schalthebel funktionierte nicht mehr richtig. Notdürftig reparierte er den Schalter. Durch die Verzögerung verpasste er die Fähre von Schweden nach Polen. Ein Rückschlag. Es sollte nicht der einzige bleiben.

Fotos: Jannis Rieb

Die Strecke führt durch malerische Landschaften, aber oft auf Wegen, die selbst für Wanderer beschwerlich sind. Bushaltestellen wurden zum Nachtquartier. Er versorgte seine Fans mit reichlich Fotos von seiner Strecke.

Das Ziel vor Augen

Je näher Jannis dem Ziel kommt, desto heißer wird es. Und es geht weiter bergauf, bergab. Übermütig saust er Serpentinen hinab. In einer Kurve rutscht sein Rad auf Splitt weg. Er schlittert meterweit über den Asphalt. Die Schürfwunden sind schlimm, aber noch schlimmer ist, dass die linke Pedale kaputt ist. Er umwickelt sie, um überhaupt noch Halt zu finden. Es ist Nacht. Er legt sich unweit der Straße in seinen Schlafsack. Frühmorgens strampelt er mit der kaputten Pedale gut 40 Kilometer in die nächste Stadt – und kann in einem Fahrradladen neue Pedale kaufen.

Dann endlich Patras, die letzte Station vor dem Ziel. Geradezu euphorisch geht er auf die letzte Etappe. 150 Kilometer vor Kalamata beginnt der Zielparcours, der noch einmal hoch über die Berge führt. 22.59 Uhr kommt er am 4. August 2026 im Ziel an. Er ist der 95. Etwa die Hälfte der 438 Radler, die in Norwegen gestartet sind, kommt nicht ins Ziel. Sie haben unterwegs aufgegeben.

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