Ungewöhnliche Ausstellung in Frankfurt
von Wilhelm Kirchgässner
„Kunst in anderen Räumen“ heißt die höchst aktive Galerie im Süden der Stadt, geleitet von der Journalistin Cecilia Pimenta Lima und Nina Hurny Pimenta Lima. Bei der Eröffnung Mitte Dezember wollten mehr als 80 BesucherInnen die Ergebnisse eines ungewöhnlichen Workshops acht Jugendlicher und junger Erwachsener mit geistigen Behinderungen sehen. Das Projekt wurde begleitet von der Kunstlehrerin der Gruppe, Lou Demmler, von Birgit Schwarz-Hickey, der Initiatorin aus der Mitte der Elternschaft, Ferhat Bouda, sozial engagierter, weltweit agierender künstlerischer Fotograf mit Studio in Frankfurt und Lisa Weber, Kunstpädagogin und Leiterin des Gesamt-Projektes.Viele private Förderer
Gefördert wird der Workshop von vielen privaten Spenderinnen und Spendern, „Fujifilm“, der „Dr. Herbert Münzer-Stiftung“, dem „FFF“ (Fotografie Forum Frankfurt), vertreten durch Sabine Seitz und der Galerie „Kunst in anderen Räumen“. Um es vorweg zu nehmen: Wegen des großen Interesses wurde die Ausstellung verlängert. Wir sehen an den weiß gestrichenen hohen Wänden der Galerie-Räume acht DIN A5-Skizzenhefte mit Zeichnungen, Malerei und Collagen an dünnen Kordeln baumeln, die Arbeitsergebnisse von sieben Jungs und eines Mädchens, daneben professionell vergrößerte Foto-Auszüge aus ebenden Skizzenheften der Teilnehmenden.
Mit Kamera durch die Stadt
Fünf Tage lang waren sie von morgens bis nachmittags begleitet in die Stadtmitte ausgeschwärmt, ausgestattet mit jeweils einer Kamera, welche die Firma „Fujifilm“ zur Verfügung gestellt hatte. Nach den vielfältigen Erlebnissen an den unterschiedlichsten Orten des quirligen Stadtlebens, wie z.B. Römer, Kleinmarkthalle, Mainufer, neue Altstadt, Zeil und Bethmann-Park, besprachen und verarbeiteten sie ihre Seh- und Begegnungsereignisse gemeinsam mit den künstlerischen Betreuern und Betreuerinnen anhand des Foto- und Skizzen-Materials im Fotografie Forum in der Frankfurter Braubach-Straße.
Jugendliche mit besonderen Stärken
Diese konzeptionell gut gemachte und dem Dargestellten authentisch gerecht werdende Präsentation in Frankfurt-Sachsenhausen zeigt kreative Arbeiten von Jugendlichen mit besonderen Stärken, das ist erfahrbar und vermittelt. Wir profitieren davon, bewusst und unbewusst. Spürbar ist hier auch das Zusammenspiel erweiterter Teams im Sinne von Inklusion, von Sozialität, von Fürsorge und menschlicher Wärme. Jedes Werk ist hier gesondert erfahrbar, jede dahinter schaffende Person in seiner Individualität und dem Blick fürs Detail einer Stadt und deren Gänze.
Erfahrungschancen für Außenstehende
Gleichzeitig sind die Skizzenhefte und Bild-Vergrößerungen Erfahrungschancen in für Außenstehende Blinde Flecke. Könnten diese oder ähnliche auch unsere eigenen sein? In den meisten Arbeiten bieten sich direkte Zugänge zu außerhalb des kreativen Geschehens irrelevanten Fundi von Erkenntnis, An- und Entspannung, von Freude und Glück, von, dem Tagesnutzen nicht unterworfenen Bewegungen, und dies in einem durch die Rezipienten und Sponsoren bewusst gewählten und aktiv geschützten Raum. Lastnotleast hier die Namen der ausstellenden Kunstschaffenden, die uns ggf. in einer Fortsetzung des Engagements wieder begegnen werden: Maxine, Abdul, Harun, Moritz, Hakan, Soufian, Luke und Sohel.
Das Titelbild zeigt Projektleiterin Weber mit der Galeristin Hurny Pimenta Lima (v.l.n.r.) während der Ausstellungseröffnung
Ort: Galerie Kunst in anderen Räumen, Oppenheimer Landstraße 45, 60596 Frankfurt (Sachsenhausen), geöffnet am 08., 09. und 10. Januar 2026, 12.00-18.00 Uhr. Und nach tel. Vereinbarung, mobil. 0174- 93 64 88 62 026

herzliche Einnladung :
EINLADUNG zu unserer Atelier-Ausstellung : „der Stand der Dinge “ Michael Michael Jung und Oliver Tüchsen
01.August von 14.30 bis 19.00 in unserem Atelier 2.12 im Atelier Frankfurt .
Oliver Tüchsen :
Ich werde meine Tagebuchartigen Zeichnungen an die Atelierwand „pflastern“.
Meine Malerei wird auch zu sehen sein :
ich zitiere Isa Bickmann aus dem Text ,der zu meinem Katalog “Datenspeicher auf dem Schlachtfeld“, 2022 im Kannverlag erschienen ist :
Gegen die utopische Stadtsituation bei Constant Nieuwenhuys, die als ein radikales
dérive à la Guy Debord dem Homo ludens bereitet wird, setzt Tüchsen das Hier und Jetzt,
denn seine räumlichen Landschaften erscheinen unentschieden zwischen Utopie und Distopie.
Die den Raum durchziehenden Linien vermehren sich mit lebendiger Farbe zu komplexen Strukturen ,als könne der Künstler nicht aufhören, bis die ganze Leinwand bedeckt ist.
Michael Jung :
„Man kann sie schütten und fliessen lassen, abkratzen und spachteln, spritzen, sprühen und klecksen.
Sie kann ineinander verlaufen, sich vermischen, die eine kann hinter der anderen regelrecht verschwinden. Es ist ein grosser Spaß, sie beim Trocknen zu beobachten. Ihre Einzelteile können sich beim verteilen. In einer Flüssigkeit regelrecht bewegen, verteilen und ineinander laufen. Die Oberfläche kann je nach Konsistenz glatt und geschmeidig und zart sein, oder sie kann rau daher kommen und erhaben. Sie kann cremig und voluminös sein. Feuchtglänzend und voll trocken.
Und das allerbeste, sie kann Assoziationen, Bilder und Inhalte transportieren – was für wunderbares Medium sie doch ist!
Als dann los, lasst uns zusammen in die Wunderwelt der Farbe eintauchen, viel Spass!“