Wetterau-Museum

Vor 100 Jahren wiedereröffnet

Vor 100 Jahren, am 16. Mai 1920, wurde das Wetterau-Museum am heutigen Standort zwischen Haagstraße und Schnurgasse wiedereröffnet. Die Geschichte des Museums reicht noch weiter zurück und beginnt 24 Jahre zuvor im Jahr 1896 mit der Gründung des Friedberger Geschichtsvereins, berichtet Museumsleiter Johannes Kögler. Mit der Zukunft des Museums hat sich im Zuge der Stadtentwicklung eine Zukunftswerkstatt befasst. Sie will das Museum am heutigen Standort erhalten. Am Museumstag 17. Mai 2020, kann das Museum besichtigt werden.

Einzug in die städtischen Pferdeställe

Im Zuge der Gründung des Geschichtsvereins wurden Friedberger und Wetterauer Altertümer zusammengetragen und damit eine erste Sammlung angelegt, berichtet Kögler. Diese wurde bereits vom Juli 1896 bis zum Frühjahr 1897 im Feldwebelbau des Großherzoglichen Schlosses in der Burg ausgestellt. Mit der Einweihung des damaligen Neubaus der Augustinerschule am Goetheplatz im Jahr 1901 erhielten die Sammlungen einen neuen Standort, der durch die enge personelle Verbindung zwischen Augustinerschule und Geschichtsverein ermöglicht wurde. So setzt die Friedberger Chronik von Christian Waas die Museumsgründung auch ins Frühjahr dieses Jahr und benennt das Selbstverständnis des Museums so, wie es auch heute noch Gültigkeit hat: „Gründung des historischen Museums der Stadt und der Wetterau“.

Das Wetterau-Museum auf einer Postkarte um das jahr 2915. (Bildquellen: Wetterau-Museum/Stadtarchiv)

Auch dieser Standort bestand nicht lange und so wurde das Museum 1905 an seinem dritten Standort in der Usagasse 38 eröffnet. Bereits 1913 erfolgte dann der Umzug in die Haagstraße 16, wo der dreiflügelige Bau der städtischen Pferdeställe um einen vierten Flügel an der Schnurgasse, zur Stadtkirche hin, ergänzt wurde. Dieser 1912 errichtete Neubau sollte außer der Aufnahme des Museums auch die Unterbringung des Stadtarchivs sowie der Feuerwehr ermöglichen (s. Foto). Zur Wiedereröffnung des Wetterau-Museums kam es dann wegen des Ersten Weltkriegs und anderer Verzögerungen erst am 16. Mai 1920. In einem Führer, der zu diesem Anlass herausgegeben wurde, beschreibt Stadtarchivar Ferdinand Dreher „Die Entwicklung des Friedberger Museums“ in einem Rückblick, den er bereits 1821 beginnt. Der damalige Museumsleiter, Professor Dr. Georg Blecher, beschreibt „Das Friedberger Museum in seiner heutigen Gestalt“.

Am Museumstag Besuch bei freiem Eintritt

Eine vertiefende Darstellung der Museumsgeschichte sollte Gegenstand eines Vortrags von Lothar Kreuzer, Johannes Kögler und Dr. Jörg Lindenthal sein, der für den 23. April vorgesehen war und aufgrund der Corona-Pandemie nun im Herbst stattfinden soll. Eine Feier des Jubiläums bleibt in Corona-Zeiten ebenso aus wie die ursprünglich geplante Eröffnung der Sonderausstellung „Arp, Fontana, Goepfert, Nay. Die Sammlung Fritz Usinger“, die verschoben ist.

Der Internationale Museumstag, der ebenfalls auf dieses Wochenende fällt, ist deutschlandweit kein Event mit viel Publikum, sondern findet erstmals digital statt (museumstag.de). Aber das Wetterau-Museum hat im Zuge der Corona-Lockerungen vor wenigen Tagen – nach der Schließung seit Mitte März – wie viele andere Museen erneut eine Wiederöffnung erlebt und kann so am Museumstag am 17. Mai von 10 bis 17 Uhr ganz real und bei freiem Eintritt besucht werden – unter den entsprechenden Corona-bedingten Regelungen. Damit können die Highlights der seit über 100 Jahren zusammengetragenen Funde und Kulturgüter wieder im Original betrachtet werden. Auch im Internet wird es zum „digitalen Museumstag“ unter wetterau-museum.de einige spezielle Angebote geben, darunter eine Reihe von Bildern zur Geschichte des Wetterau-Museums und den Imagefilm „Nachts im Museum“.

„Mit dem Wort ‚Öffnung‘, das sich in Variationen gehäuft in diesem Artikel wiederfindet, ist auch eine Zukunftsperspektive des Wetterau-Museums verbunden – 100 Jahre nach der Wiedereröffnung am heutigen Standort“, erklärt Kögler und fährt fort. Die Zukunftswerkstatt Wetterau-Museum, die sich in den vergangenen beiden Jahren 2018 und 2019 mehrfach im Rahmen des städtischen ISEK-Prozesses begetroffen hat, sprach sich nicht nur ausdrücklich für die Weiterentwicklung des Museums am heutigen und seit 100 Jahren bestehenden Standort mitten in der Stadt aus, sondern bekräftigte auch die Überlegungen einer Öffnung des Museums hin in den städtischen Raum, hin zur Stadtkirche, zum Stadtkirchenplatz, wo die sechs großen einstigen Einfahrten der Feuerwehr die größte Transparenz des Gebäudes nach außen ermöglichen würden“. ISEK ist die Abkürzung für Integriertes Städtebaulicher Entwicklungskonzept.

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