Wer wir waren

Dokumentarfilm und Diskussion

Das Butzbacher Capitol-Kino zeigt in der Reihe „Film und Gespräch“ in Kooperation mit der Stiftung Kultur und politisches Bewusstsein sowie der Ortsgruppe Butzbach des Naturschutzbundes (Nabu) am 21. April 2026 den Dokumentarfilm „Wer wir waren“ von Marc Bauder. Im Anschluss an die Vorführung gibt es ein Podiumsgespräch mit der Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Angela Krewani von der Uni Marburg und Lothar Jung, Geschäftsführer der Stiftung.

Was von uns bleibt

Was wird von uns bleiben, wenn wir eines Tages Geschichte sind? Das ist eine der großen Fragen, die der Dokumentarfilm stellt, der auf dem gleichnamigen Buch von Roger Willemsen basiert. „Eine Frage, die nicht nur aus der Zukunft auf unsere Gegenwart blickt, sondern vor allem unser heutiges Handeln kritisch hinterfragt“, heißt es in der Ankündigung der Vorstellung.

„Der eindrucksvolle Film ‚Wer wir waren‘ hält uns einen Spiegel vor – gerade in einer Zeit, in der wir täglich mit Krisenmeldungen konfrontiert sind, braucht es solche Räume der gemeinsamen Reflexion. Den Film wollen wir ganz im Sinne unserer gemeinsamen Reihe nicht nur auf der großen Leinwand des Capitols zeigen, sondern ihn im besten Sinne ins Gespräch bringen: über Verantwortung, über unser Handeln heute und darüber, wie wir einmal erinnert werden wollen. Der Film hat viel mit dem Thema Umweltschutz zu tun, jedoch bei weitem nicht nur“, erklärt Lothar Jung.

Blick auf unseren Planeten

Der Film von Marc Bauder sei mehr als eine klassische Dokumentation. Er sei „ein visuell kraftvolles Gedankenexperiment“, heißt es in der Ankündigung. Sechs international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – darunter der Astronaut Alexander Gerst, die Meeresbiologin Sylvia Earle und der Ökonom Dennis Snower – blicken auf unseren Planeten, als wäre er bereits ein Kapitel der Vergangenheit. Sie sprechen über die Schönheit der Erde und zugleich über ihre Verletzlichkeit, über Fortschritt und Verantwortung, über Wissen und die Frage, warum dieses Wissen so oft folgenlos bleibt.  Dabei entfaltet der Film eine poetische Spannung: Atemberaubende Bilder aus dem All, aus den Tiefen der Ozeane oder aus menschenleeren Landschaften stehen neben den drängenden Fragen unserer Zeit – Klimakrise, globale Ungleichheit, technologische Entwicklung. „Was werden zukünftige Generationen über uns denken?“, lautet das leitende Motiv. Gerade diese Verbindung aus ästhetischen Bildern und intellektueller Reflexion macht „Wer wir waren“ zu einem Werk, das weit über den Kinosaal hinauswirkt. Der Film versteht sich als Einladung zum Dialog – und genau hier setzt die Veranstaltung in Butzbach an.

Prof. Dr. Angela Krewani (Foto: Veranstalter)

Mit Prof. Dr. Angela Krewani kommt eine ausgewiesene Expertin für Medien- und Filmwissenschaft nach Butzbach. Im Gespräch mit Lothar Jung und Moderator Michael Krause will sie nicht nur die filmische Gestaltung und Erzählweise einordnen, sondern auch die Rolle des Dokumentarfilms als Medium gesellschaftlicher Selbstverständigung beleuchten. Wie erzählen wir Zukunft? Welche Bilder prägen unser Denken über Verantwortung und Wandel? Und welche Wirkung kann Film überhaupt entfalten in einer Zeit, die von Informationsfülle geprägt ist?

Die Veranstaltung verbinde damit zwei Ebenen: das sinnliche Erleben eines außergewöhnlichen Dokumentarfilms und die reflektierende Auseinandersetzung im gemeinsamen Gespräch. Sie stehe exemplarisch für das Anliegen der Stiftung, kulturelle Impulse mit politischem Bewusstsein zu verknüpfen und Räume für gesellschaftliche Debatten zu öffnen. So werde der Kinoabend zu mehr als einer Filmvorführung. Er werde zu einem Ort der Frage – danach, wer wir sind, wer wir waren und wer wir noch sein könnten, heißt es in der Anküding.

Dokumentarfilm „Wer wir waren“ von Marc Bauder, Dienstag, 21. April 2026, 19 Uhr, Kino Capitol, Rossbrunnenstraße 3, Butzbach. Eintritt: 8,50 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Tickets gibt es an der Kinokasse sowie online unter www.kino-butzbach.de.

Titelbild: Szene aus „Wer wir waren“. (Bildquelle: X-Verleih)

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