Sonderimpfung

Angst vor dem Piks wird genommen

Von Jörg-Peter Schmidt

Obwohl die Impfungen zweifelsfrei zur aktuellen erheblichen Reduzierung der Corona-Inzidenzzahlen auch in Deutschland beitragen, gibt es bei nicht wenigen Menschen Hemmungen vor dem „Piks“, der große Gesundheitsgefahren verhindern kann. Diesen Ängsten beugt der Landkreis Gießen vor – und zwar nicht im Alleingang, sondern beispielsweise in Zusammenarbeit mit kommunalen Gremien.

Dies ist auch der Fall bei den Quartiers-Schutzimpfungen, deren Start am Samstag,  26. Juni 2021 um 10 Uhr in der Volkshalle in Pohlheim-Watzenborn-Steinberg erfolgt. Worum es dabei geht, erläuterten in einer Pressekonferenz in der Volkshalle Landrätin Anita Schneider, Vivienne Banach (Gemeinwesen-Arbeitkoordinatorin vom Zentrum Arbeit und Umwelt, ZAUG), Maryam Mourad (Vorsitzende des Pohlheimer Ausländerbeirats), Werner Fleck (Gesundheitsamt des Landkreises Gießen) und Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck.  Wie bei dem Gespräch verdeutlicht wurde, wird diese Impfung an Orten angeboten, an denen es während der ersten drei Wellen der Pandemie gehäuft zu Infektionen gekommen ist. Beispielsweise in Wohngebieten, in denen viele Menschen auf engem Raum zusammenleben.

Die ersten Sonderimpfungen erfolgen in der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg im wegen der vielen guten Chöre als „Singende Stadt“ bezeichneten Pohlheim. (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)

Weitere Sonderimpfungen erfolgen

Die Impfung ist für Bürgerinnen und Bürger aus allen Pohlheimer Stadtteilen möglich. Allerdings werden in der Volkshalle maximal 30 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson von mobilen Teams verabreicht.  500 solcher Dosen stehen für die Quartiers-Impfungen insgesamt zur Verfügung. Wie die Landrätin berichtete, wird es bei entsprechend guter Resonanz des jetzigen Termins in der Volkshalle eine weitere solche Aktion in Pohlheim geben. Fest steht, dass die Quartiersimpfungen auch in Gießen (9. und 16. Juli) sowie in Lollar (8. und 16. Juli 2021) erfolgen werden.

Initiative ging vom Ausländerbeirat aus

Es ist übrigens wesentlich dem Ausländerbeirat zu verdanken, dass der Beginn dieser Sonderimpfungen in Pohlheim stattfindet. Bürgermeister Andreas Ruck hofft  – wie alle Beteiligte an der Pressekonferenz – auf entsprechende gute Resonanz.  Dazu könnte eine Informationsveranstaltung beigetragen haben, die direkt nach der Pressekonferenz vor dem Foyer der Volkshalle stattfand: Vivienne Banach, Mariam Mourad  und Werner Fleck erläuterten die enorme Bedeutung der Corona-Schutzimpfung (auch beispielsweise in Impfzentren und in Ärztepraxen). 

Sie erläuterten nach dem Pressegespräch in einer Infoveranstaltung die Bevölkerung über die wichtige Bedeutung von Impfungen: von links: Vivienne Banach, Werner Fleck und Maryam Mourad.
Ängste aufgrund von Fehlinformationen

An dem Informationsgespräch nahmen etwa 25 Bürgerinnen und Bürger – darunter Migrantinnen und Migranten – teil.  Werner Fleck ging –  wie vorher bei der Pressekonferenz – auch diesmal auf das Thema „Angst vor der Impfung“ ein.  Diese Furcht sei unbegründet, denn es könnten zwar Nebenwirkungen nach dem „Piks“ auftreten, aber überregional sei es  nur in äußerst seltenen Fällen zu schweren Reaktionen gekommen. Diese Ängste entstehen oft, weil verschiedene Quellen den Menschen falsche Informationen suggerieren, was alles Mögliche in den Impfstoffen vorhanden sei. 

Gute Zusammenarbeit der Institutionen

Bis zum 26. Juni werden alle Vorbereitungen für diese erste Sonderimpfung abgeschlossen sein. Zu loben ist – wie bereits erwähnt – dass dieser Termin in enger Zusammenarbeit mehrerer Institutionen zustande gekommen ist: dem Kreis, der Kommune, ZAUG und dem Ausländerbeirat. Übrigens wird diese Sonderimpfung an einem Ort erfolgen, der schon für manche positive Schlagzeilen gesorgt hat: In der neben dem Rathaus und gegenüber der Christuskirche in der Ludwigstraße gelegenen Volkshalle in Watzenborn-Steinberg fanden schon einige außergewöhnliche Konzerte statt: Pohlheimer Chöre sangen vor ausverkauftem Haus zusammen beispielsweise jeweils mit Rudolf Schock, Anneliese Rothenberger und Hermann Prey. Unvergessliche Momente – viele Jahre, bevor es die jetzige Pandemie begann, die leider noch immer nicht vorbei ist und der mit  der Impfung  beispielsweise am 26. Juni deutlich entgegengewirkt wird. 

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