Oberhessischer Geschichtsverein

Mitteilungen erschienen

2022 gilt für den Oberhessischen Geschichtsverein (OHG) das alte Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut“. Die aktuelle Krisensituation verbunden mit Papierknappheit wirken sich auf die Druckereibranche aus, so dass der Band 106/2021 der Mitteilungen des OHG erst jetzt vorliegt.

Er kann wie gewohnt im Stadtarchiv Gießen abgeholt werden, nach vorheriger Anmeldung. Das Zusenden per Post ist möglich. Für Nicht-Mitglieder kostet er 15 Euro,  berichtet der Oberhessischen Geschichtsverein in einer Pressemitteilung.

Bericht über territoriale Kräfte im Mittelalter

Der aktuelle Band der „Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins“ (Bd. 106, Jg. 2021) bietet mit 14 Beiträgen eine breite thematische Vielfalt. Das Spektrum reicht von neuen Erkenntnissen zu den Ausgrabungen am Römerkastell Arnsburg, über das Ringen territorialer Kräfte im Mittelalter um die Vorherrschaft in der Region bis zur Dokumentation der Gießener Liebknecht-Preisverleihung im November 2021.

Das Foto vom Schlammbeiser ziert den Einband.(Quelle: Stadtarchiv Gießen)

Tragödie der deutsch-jüdischen Minderheit

Ein Schwerpunkt behandelt die Auswirkungen des NS-Regimes auf die Bevölkerung Oberhessens. Am Beispiel von drei Generationen der Familie Weinberg / Herz aus Pohlheim-Holzheim wird die Tragödie der deutsch-jüdischen Minderheit angesichts antisemitischer Anfeindungen und rigider Verfolgungsmaßnahmen der NS-Machthaber aufgezeigt. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und das Vorrücken der US-Army werden anhand der kleinen Gemeinde Angenrod bei Alsfeld geschildert.

Weitere Beiträge sind der Geschichte der Landwehren und Warten in Gießen sowie den Epitaphien der Familie Johann Nikolaus Hert in Gießen gewidmet. Korrigierende Informationen gibt es zu dem aus Bieber stammenden Kupferstecher Johann Georg Wille über dessen frühe künstlerische Arbeit in Paris. Zum Komponisten und Dirigenten Hermann Levi wird aus seiner Jugendzeit in Mannheim berichtet, ebenso über die künstlerische Neugestaltung seines Grabmals in Garmisch-Partenkirchen.

Gießen während einer Cholera-Epidemie im 19. Jahrhundert

Ein Beitrag aus dem Oberhessischen Museum stellt kritische Fragen an die Ethnographische Sammlung, die von Wilhelm Gail zusammengetragen wurde und von Verlusten geprägt ist. Die Berichte über die universitäre Antikensammlung im Museum wird fortgesetzt. Ein Beitrag beleuchtet die Situation Gießens während der Cholera-Epidemie Ende des 19. Jahrhunderts, von einem Brunnenbau ist zu erfahren und von der Kino-Geschichte in Pohlheim-Holzheim. Wie gewohnt runden Miszellen, Rezensionen und ein Liste von neuen Publikationen den Band ab.

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