Das Totenschiff

Die Höllenfahrt der Yorrike

von Michael Schlag

B. Traven: Die Baumwollpflücker, Der Marsch ins Reich der Caoba, Die Rebellion der Gehenkten, Das Totenschiff – alles gelesen im Alter von 13, 14 Jahren. Die Bücher von B. Traven haben mein politisches Bewusstsein ein Leben lang geprägt. Die himmelschreiende Ungerechtigkeit in der Welt; der Kapitalismus, der zuallererst auf der Ausbeutung der Menschen beruht. Das gilt bis heute – 100 Jahre, nachdem B. Traven die Bücher geschrieben hat, 50 Jahre, nachdem ich sie gelesen habe. Arte zeigt jetzt noch einmal die Verfilmung des Totenschiffs aus dem Jahr 1959. Schwarz-weiß, mit den einfachen filmischen Mitteln der Zeit gedreht, hat die Geschichte des Seemanns Philip Gale nichts an ihrer Kraft verloren.

Philip Gale (Horst Buchholz, li.) und Stanislaw Lawski (Mario Adorf).

Bei einem Landgang in Antwerpen verpasst der amerikanische Seemann Philip Gale (Horst Buchholz) sein Schiff und wurde noch dazu von dem Mädchen bestohlen, mit dem er die Nacht verbracht hat. Sein Geld ist weg, aber was schlimmer ist: In dem Portemonnaie war auch sein Seefahrtsbuch. Für Gale erstmal kein Grund zu verzweifeln. Dann eben ein neues Schiff, neue Heuer und in Boston, wo er herkommt, gibt es ein neues Seefahrtsbuch. Aber bald muss er feststellen, dass man ohne Papiere kein Mensch ist. In Antwerpen nimmt ihn kein Schiff an Bord. Kein Weiterkommen, kein Geld, und das amerikanische Konsulat in Rotterdam hat so schnell keine neuen Papiere für ihn. Gale schlägt sich durch bis Marseille, dort am Hafen soll es einfacher sein. Der nicht weniger verzweifelte Seemann Stanislaw Lawski (Mario Adorf) lockt ihn auf die Yorikke – ein Totenschiff mit einem kriminellen Kapitän. Es wird eine Fahrt in die Hölle.

Zu sehen in der Arte Mediathek bis zum 09/04/2027
arte.tv

Titelbild: Endstation für Philip Gale als Heizer auf der Yorrike.
Alle Bilder: ZDF / © Friedrich-W.Murnau-Stiftung

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