Naturschutzfonds

Infos zu besonderen Wetterauer Orten

Von Corinna Willführ

An besonders reizvollen Standorten hat der Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau Informationstafeln und Bänke errichtet, an denen Menschen zur Ruhe kommen und sich gleichzeitig über den Natur- und Artenschutz informieren können. Die Stationen liegen an oder nahe der beliebten Pilgerstrecken Bonifatius-Route und Luther-Weg, etwa in Altenstadt, Hirzenhain und Glauburg, in Ober-Mörlen und Münzenberg. Oder in Ortenberg – im Naturschutzgebiet Kaolingrube.

Wer Ortenberg unweit des Obertors und des Friedhofs geradeaus in Richtung Bergheim oder als Linksabbieger gen Usenborn verlässt, kennt die Straßenbezeichnung „An der Sandkaute“. Dass sich zwischen der Landes- und der Kreisstraße in die beiden Stadtteile das Naturschutzgebiet Kaolingrube befindet, ist selbst vielen Einheimischen unter dieser Bezeichnung nicht bekannt. Über dessen Geschichte, sein besonderes Artenvorkommen und seine spezielle Nutzung informiert neben einer Bank eine vom Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau e.V. aufgestellte Info-Tafel in gut verständlichem Text mit zahlreichen Bildern.

Naturschutzgebiet Kaolingrube

Der Platz für beide ist gut gewählt, bietet er doch eine beeindruckende Aussicht auf das Areal. Ihren Namen hat die Grube dem Kaolin zu verdanken, das dort von 1945 bis 1990 als sogenannter Klebsand unter anderem in Gießereien benötigt wurde. Bis der Abbau nicht mehr rentabel war. Die Rekultivierung des Geländes begann. „Dies war der Startschutz für ein vielfältiges Engagement im Naturschutz“, heißt es auf der Info-Tafel. In 2005 wurde das Areal mit seinem rund 500 Quadratmeter großen Weiher und mehreren kleinen Tümpeln offiziell zum Naturschutzgebiet. Seitdem ist es Heimstatt für Pflanzen wie dem Gemeinen Blutweiderich und der Sumpf-Dotterblume geworden. Zudem Lebensraum für verschiedene Libellenarten oder die Zauneidechse, den Bergmolch und die Gelbbauchunke. Jedes Frühjahr ist die Ortsgruppe des Nabu Ortenberg unterwegs, um Kröten bei ihrer Wanderung sicher zur Laichablage in die Kaolingrube zu bringen. Und erst kürzlich wieder, um das Gelände vor überschüssigem Buschwerk zu befreien. Das könnten nun – zumindest zum Teil – andere „Landschaftspfleger“ übernehmen.

Info-Tafel über Flora und Fauna an der Kaolingrube. (Fotos: Willführ)

Artenvielfalt wird gefördert

Zukünftig werden verstärkt vierbeinige Bewohner in dem Naturschutzgebiet eine Rolle spielen: konkret Schafe und Ziegen, spielen doch beide „eine wichtige Rolle zum Erhalt von Flora und Fauna“, wie es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises heißt. Damit diese nicht ausbüchsen können, ist die Kaolingrube nun eingezäunt.

Im benachbarten Hirzenhain liegt der Fokus der Info-Tafeln „auf den verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten von Wiesen und Weiden in Zusammenhang mit der Förderung der Artenvielfalt. In Altenstadt sind es die Besonderheiten der Auwiesen, in der Gemarkung Glauberg die Geschichte des Glauberg-Borns.

Für alle Areale, ob sie als Landschaftsschutz- oder FFH-Gebiet ausgewiesen sind, gilt: „Zum Erhalt der typischen Tier- und Pflanzenwelt sollten wir Schonzeiten, wie die Brut- und Setzzeit beachten und seltene Blumen nicht pflücken“, teilt Jan Weckler mit. Der Wetterauer Landrat ist Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau. Informationsschilder wie Bänke hat die Stiftung der Sparkasse Oberhessen finanziert.

Näheres findet sich unter der Rubrik Projekte auf der Seite: naturschutzfonds.wetterau.de

Titelbild: Info-Tafel mit Bank an der Kaolingrube.

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