Kaiserstraße Friedberg

Autoverkehr reduzieren

Das Friedberger Bürgerbündnis „Wir“ macht Vorschläge, wie die Einkaufsmeile Kaiserstraße freundlicher für Fußgänger und Radfahrer gestaltet werden kann. Dazu soll Autoverkehr vermieden werden. Ohne nennenswerten Umbau könne der Parkplatzsuchverkehr auf dem Kreisstadtboulevard reduziert werden, sagt „Wir“.

Autos brauchen viel Platz nur zum Rumstehen

Die Innenstädte müssten den Fußgängern und Radfahrern zurückgegeben werden. Anders sei eine klimafreundliche Verkehrspolitik nicht möglich. Es werde eine große Fläche nur zum Abstellen der Autos benötigt. „Wir“: „Überall benötigt das Auto Raum nur zum Rumstehen. Dazu kommen noch die Wege, die zu diesen Stellplätzen führen.“

Auf der Kaiserstraße gebe es geschätzt etwa 100 Parkplätze. Diese würden permanent von Autofahrern angefahren, in der Hoffnung, dass einer gerade frei sein könnte. Notfalls werde an der Burg wieder zurückgefahren und wenn immer noch kein freier Parkplatz gesichtet wurde, mache man dies so lange, bis einer frei ist. „Diesen Parksuchverkehr gilt es aus der Kaiserstraße raus zu halten. Dafür sind zwei Dinge nötig. Erstens muss dem Parksuchverkehr das Wenden so schwer wie möglich gemacht werden. Dabei den Verkehr so zu führen, dass er zwingend an den freien, insgesamt 480 Parkplätzen des City Parkhauses vorbei geführt wird, ist weiteres Ziel“, so „Wir“.

Außerdem müsse die Zahl der auf der Kaiserstraße verfügbaren Parkplätze schrittweise eingeschränkt werden. Im ersten Schritt könnte die Kaiserstraße ab Haagstraße zur Einbahnstraße in nördlicher Richtung gemacht werden, schlägt „Wir“ vor. Die westliche Straßenseite, also die Straße in südlicher Richtung, könne dann zu einem breiten, in beiden Richtungen nutzbaren Radweg werden. Den Autoverkehr möchte „Wir“ dann in südlicher Richtung über die Alte Bahnhofstraße führen und weiträumig zurück auf die Kaiserstraße. Der Parksuchverkehr müsse so immer am City Parkhaus vorbei.

Der Boulevard wird freundlicher

Werde die Kaiserstraße in südlicher Richtung zum Radweg gemacht, wären die auf der westlichen Straßenseite liegenden Parkplätze für eine andere Verwendung nutzbar. „Wir“: „Diese Maßnahme ist ohne nennenswerten Umbau, jederzeit, auch kurzfristig, realisierbar und führt kurzfristig zu weniger Parksuchverkehr, mit all seinen damit verbundenen Gefahren.“

Im zweiten Schritt möchte „Wir“ die Kaiserstraße ab der Haagstraße bis zur Burg zu einer gemischten Verkehrsfläche für Radfahrer und Fußgänger umbauen. Der öffentliche Verkehr in Form von Bussen und Taxen soll zugelassen, sonstiger Autoverkehr aber ausgeschlossen werden. Obere Haagstraße und Wolfengasse könnten frei von Autoverkehr, eingebunden werden. „Es sollte so umgestaltet werden, dass ein gleiches Niveau auf der Kaiserstraße entsteht, mit einheitlicher und freundlicher Gestaltung des Straßenbelags. So könnten Flächen für vielfältige Nutzungen entstehen, nicht alleine gastronomische. Veranstaltungen, auch kleinere, wären an verschiedenen Orten der Straße möglich. Den Händlern der Kaiserstraße wäre ein Instrument zur vielfältigen Außennutzung gegeben“, erläutert das Bürgerbündnis.

Das gerne von Autobefürwortern genutzte Argument, der Wegfall aller Parkplätze wäre Gift für den Einzelhandel, sei durch viele Beispiele in anderen Orten längst widerlegt. Und es gebe in Friedberg genug Parkplätze, sie müssen nur genutzt werden. Alleine das City Parkhaus biete 480 Parkplätze, der Dieffenbach-Parkplatz weitere 150 Stellplätze und die Stadthalle noch einmal 170 Parkplätze. Der Burgfeldparkplatz bietet weitere 70 Parkplätze. „Schließlich sind es die Einzelhändler selbst, die Parkplätze zu Sandkästen umfunktionieren, um die Einkaufsstraße aufzuhübschen und attraktiver zu machen. Dass der gesamte Verkehr dabei auf der Kaiserstraße verbleibt, führt solche Ideen jedoch ad absurdum“, stellt „Wir“ fest.

Dass eine einst an den Adventstagen eingerichtete Pendelbusanbindung der reichlich vorhandenen Parkplätze nicht angenommen wurde, habe daran gelegen, dass alle Parkplätze auf der Kaiserstraße weiter nutzbar waren. Die Folge sei gewesen, dass der Bus im Stau des Parksuchverkehrs stecken blieb. Niemandem sei mit diesem Experiment gedient gewesen.

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