Friedberg

Dachgärten öffnen

Entlang der Friedberger Kaiserstraße öffnen zwischen dem 18. und 20. Juni 2020 Geschäftsleute wieder ihre Dachgärten und eröffnen damit einen ungewöhnlichen Blick auf die einstige freie Reichsstadt und Messestadt.

Ungewöhnlicher Blick auf die Stadt

Die Idee kommt aus der Schweiz. Unter dem Titel „Roof top“ öffnen dort Privatleute, Wohngemeinschaften, Hausgemeinschaften, Organisationen, Restaurationsbetriebe und andere Firmen während eines Tages oder weniger Stunden ihre Dachterrasse für die Öffentlichkeit. Was in der Schweiz funktioniert, gelang auch 2019 in Friedberg, zunächst mit fünf Geschäftsleuten entlang der Kaiserstraße. Der Zuspruch hat alle überrascht, zumal auch viele „Nicht-Friedberger“ daran sehr interessiert waren.

Die Dachterrassen sind oft versteckte Orten, die von der Straße aus nicht zu sehen sind. Das liegt meist an der ungewöhnlichen Bauweise der mittelalterlichen Häuser an der Kaiserstraße. Immer wieder wurden die schmalen Häuser nach hinten hinaus erweitert. Dadurch entstanden teilweise sehr verschachtelte Gebäudekomplexe, die gleichzeitig auch Raum schufen für kleine, grüne Oasen.

Dachterrasse von Betten Decher. (Fotos: Veranstalter)

In diesem Jahr sollte die Aktion nach ihrem erfolgreichen Start, ausgebaut und neue Standorte und Privatleute eingebunden werden. Dann kam die Pandemie…

Jetzt war Kreativität gefragt. Und die kam direkt von einem der Dachgärten-Besitzer: Bettenhaus Decher. „Ich finde es so wichtig, so Klaudia Decher, gerade jetzt zu überlegen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt. Etwas vertretbare Normalität tut uns doch allen gut“. Bei Sigrid Bartsch, Abteilungsleiterin des Friedberger Kulturservice und zuständig für die Veranstaltung, stieß Sie auf offene Ohren. So es in diesem Jahr in der Zeit von 18. bis 20. Juni Termine bei den beteiligten Dachgarten-Besitzern, die man telefonisch buchen kann. „Auf diese Weise können die beteiligten Unternehmen die Hygienevorschriften umsetzen“, erklärt Sigrid Bartsch.

Versteckte Schmuckstücke

Den Anfang macht König plus, der seit seinem aufwendigen Umbau im Jahr 2009 zwar sein Haus um ein Stockwerk gekürzt hat, aber dafür jetzt eine schöne Dachterrasse für seine Mitarbeiter zur Verfügung stellen kann. Auch bei der zweiten Dachterrasse im Bettenhaus Decher hat erst eine Renovierung aus einem kleinen dunklen Hof eine wunderschöne Dachterrasse entstehen lassen. Normalerweise wird diese ausschließlich privat von der Familie Decher genutzt, aber jetzt darf man durch die Bettenabteilung direkt auf die Terrasse.

Blick von der Dachterrasse von Brillen-Schick.

Die Dachterrasse der Buchhandlung Bindernagel gibt es schon länger; allerdings liegt der Eingang etwas versteckt für die Kunden. Also eine gute Gelegenheit für das Bindernagel-Team auf diesen schönen Platz zum Schmökern hinzuweisen. Hier braucht es auch keine Anmeldung.

Für die fünfte Dachterrasse muss man die Straßenseite wechseln und Brillen Schick aufs Dach steigen. Gerade hier wird die, verschachtelte Bauweise der Kaiserstraße besonders deutlich und legt den Blick auf weitere privaten Dachterrassen frei.

„Wir hoffen sehr, dass wir im nächsten Jahr so richtig loslegen können und auch private Dachgärten-Besitzer motivieren können. In diesem Jahr sind wir froh, wenigstens den Status-quo halten zu können und diese Kleinode mitten in der Stadt trotz den Einschränkungen interessierten Besuchern öffnen zu können“, sagt Sigrid Bartsch.

Termine und Anmeldung

König Plus, Kaiserstraße 14, 18. und 19.6 von 11 bis 17 Uhr, Anmeldung unter 06031/161550

Betten-Decher, Kaiserstraße 32, 18. und 19.6. von 10 bis 17 Uhr, 20.6. von 10 bis 13 Uhr, Anmeldung unter 06031/61097

Brillen-Schick, Kaiserstraße 97, 19.6. von 14 bis 18 Uhr, Anmeldung unter 06031/91850

Buchhandlung Bindernagel, Kaiserstraße 72, 18. bis 20.6. ohne Anmeldung während der Öffnungszeiten

Titelbild: Dachterrasse der Buchhandlung Bindernagel.

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