Wechselkröte bedroht

In Kreisen Wetterau und Gießen gefährdet

Die Wechselkröte ist vom Aussterben bedroht. Dies betrifft auch Regionen in den hessischen Kreisen Wetterau und Gießen.

Gefahr für Amphibien vor allem abends

Auffällig ist die Körperzeichnung der Kröte, die an einen militärischen Tarnanzug erinnert. Sie gilt nach dem Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Amphibienart, berichtet das Regierungspräsidium Gießen (RP) in einer Pressemitteilung. Derzeit ist sie noch in der Horloffaue südlich von Hungen (Kreis Gießen) anzutreffen. Aber selbst in dem NATURA 2000-Schutzgebiet droht dem Froschlurch auf dem Verbindungsweg zwischen Nidda-Unter-Widdersheim (Wetteraukreis) und Hungen-Utphe die Gefahr, bei den nächtlichen Wanderungen zum Verkehrsopfer zu werden. 

Die Straße, die durch das Schutzgebiet führt, ist zwar nur für den landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen, wird aber immer wieder als Abkürzung von Autos genutzt. Vor allem bei der Durchfahrt der Kfz während der Abend- und Nachtstunden werden viele Amphibien zum Opfer. Die Obere Naturschutzbehörde beim RP weist deshalb darauf hin, dass es sich nicht nur um eine Ordnungswidrigkeit nach Straßenverkehrsrecht handelt; dies kann auch einen Verbotstatbestand aus Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz erfüllen. Der Appell lautet daher: Für die biologische Vielfalt bitte darauf verzichten.

Laichzeit bis Mitte Juni

Die Wechselkröte hat ihre Laichzeit von Mitte April bis Mitte Juni und setzt bei Temperaturen über zehn Grad ein. In dieser Zeit findet die Hauptaktivität statt, aber bereits ab Mitte März sind die Tiere bei einsetzender Dämmerung bis in die frühen Morgenstunden zwischen ihren Landhabitaten im Umfeld und den Laich-Gewässern unterwegs. Zur Fortpflanzung benötigen sie vegetationsarme, sonnenexponierte Gewässer mit ausgeprägten Flachwasserzonen, die rasch durchwärmt werden. Oder anders formuliert: Die Kröte mag es feucht, flach und davon reichlich. Diese Voraussetzungen sind rar und beispielsweise im Landkreis Gießen nur noch in der Horloffaue zu finden. Eine Nutzung dieser Flächen soll deshalb auf das unumgängliche Maß beschränkt werden, nicht zuletzt auch, um eine Störung der hier vorkommenden Arten zu minimieren.  Soweit die Pressemitteilung des RP.

Schutz durch NATURA 2000 sehr wichtig

Wie wichtig das NATURA 2000-Schutzgebiet ist, geht aus einer Erläuterung auf der Website  http://www.ffh-gebiete.de hervor, die den Titel „Deutschlands Natur – der Naturführer für Deutschland“ trägt. Sie wird von  Biologen gestaltet, die ihre Begeisterung für die Natur mit anderen Menschen teilen wollen und dies in Form einer Website  verwirklichen.

Dort wird geschildert, wie das NATURA 2000-Schutzgebiet entstanden ist: „In der Europäischen Union wurde 1992 beschlossen ein Schutzgebietsnetz (Natura 2000) aufzubauen, welches dem Erhalt wildlebender Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume dient. Dafür wurden verschiedene Richtlinien und in den einzelnen Ländern Schutzgebiete nach diesen Richtlinien erlassen.“ Weiter wird erläutert, dass in Deutschland NATURA 2000 die im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzrichtlinien gemeldeten Gebiete umfasst. Diese können sich räumlich überlagern. Zusammen bedecken insgesamt 5.206 Gebiete 15,4 % der terrestrischen Fläche Deutschlands und rund 45 % der marinen Fläche (Stand: 2015). EU-weit liegt der Meldeanteil der mehr als 27.000 Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiete bei ca. 18 % der Landfläche aller Mitgliedstaaten (Stand: Dezember 2015).“

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