Theater Altes Hallenbad

Großes Foyer ist fertig

Das Theater Altes Hallenbad ist beim Umbau der früheren Jugendstil-Badeanstalt in ein Kulturhaus ein großes Stück vorangekommen. Der ehemalige „Warteraum der Männer“ und der Trakt für Dusch- und Wannenbäder an der Ostseite des Gebäudes wurden in ein großes Theaterfoyer und in eine Theaterbar umgewandelt. Nur die reguläre Beleuchtung, die Bodenfliesen und die Theke fehlen noch – sie werden in den nächsten Wochen installiert.

„Dass wir das jetzt geschafft haben, freut uns sehr“, sagt Uli Lang, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Theaters Altes Hallenbad. „Uns ist dabei eine ästhetische Hinwendung zum Ursprung des Bades vom Jahr 1909 gelungen. Das große Foyer macht das Theater noch viel besser nutzbar. Ohne die finanzielle Förderung von Bund und Land wären wir längst noch nicht so weit.“

Kosten: Über 500.000 Euro

Vom Foyer des früheren Jugendstil-Hallenbades wurde nach vier Jahrzehnten die Tür zum damaligen „Warteraum der Männer“ (links) wieder geöffnet. Dahinter liegt nun die Theater-Bar. Der Durchgang rechts führt ins neue Foyer. (Foto: Wolfgang Diny)

Mehr als eine halbe Million Euro kosteten diese Umbau-Arbeiten. Sie waren schon deshalb notwendig, weil die Brandschutz-Vorschriften mehr und breitere Türen zum Saal vorschreiben, wenn dort 300 Menschen bei Konzerten, Lesungen, Festen oder Theaterabenden zusammen kommen. Momentan dürfen wegen der nötigen Corona-Abstände nur 70 Menschen im ehemaligen Schwimmsaal sitzen. Trotzdem plant die Kultur-AG bis in den September 25 Veranstaltungen. Auch das geht nur mit staatlichen Finanzhilfen, die das städtische Kulturleben vor dem Untergang retten. Was alles geplant ist, zeigt das „Kulturtaucher“-Plakat bald an vielen öffentlichen Orten in Friedberg.

Während des Lockdowns der vergangenen Monate waren die Handwerker im Ostflügel extrem fleißig. Sie entkernten den seit vier Jahrzehnten als Rumpelkammer genutzten Trakt der ehemaligen Warteräume und Bäder, verlegten Leitungen und brachen die 1964 installierten Glasbausteine aus der Fassade des 1909 errichteten Hallenbades. Nun sind dort wieder 19 Fenster nach altem Vorbild, die das über die Ostseite reichende Foyer mit Tageslicht fluten. Der alte Fußboden wurde der Statik wegen abgerissen und neu gegossen, die Decke mit Stahlträgern verstärkt. Denn über dem Foyer wird im nächsten Bauabschnitt eine große Terrasse hergerichtet, auf der das Theaterpublikum bei gutem Wetter ab der Saison 2024 in den Pausen flanieren kann.

Theaterbar bekommt Theke

Das neue Foyer hat vier Öffnungen zum Saal: einer führt zum künftigen Fahrstuhl, der das Kulturhaus im nächsten Bauabschnitt barrierefrei macht. Daneben gibt es zwei breite Portale in den ehemaligen Schwimmsaal. Die vierte Tür ist der Fluchtweg, um im Notfall über das neue Foyer und eine Rampe schnell alle Menschen in den Hof leiten zu können.

Aus dem bisherigen Foyer des Alten Hallenbades führen zwei offene Durchgänge in das neue Foyer und weiter in die neue Theaterbar an der Nordostecke des Hauses, die noch im Juni eine Theke bekommen soll. Durch die erneuerten Fenster in diesem Raum kann man die etwa hundert Meter entfernte Stadtkirche sehen.

Uli Lang ist mit einigen Freunden Ideengeber und Koordinator für den seit 2013 laufenden Umbau des Alten Hallenbades in ein Kulturhaus für die ganze Region. Die Gesellschaft der Freunde des Theaters Altes Hallenbad mobilisiert dafür bis 2023 insgesamt mehr als sechs Millionen Euro aus Eigenmitteln, Spenden und staatlichen Zuschüssen.

Die Räume hätten die ehrenamtlich tätigen Theaterfreunde aus eigenen Mitteln nicht herrichten können, sagt ihr Vorsitzender Uli Lang. Die Eigenmittel reichten für die Planung, für die neue Heizung, die Putz- und Estricharbeiten. Der jetzt fertige Bauabschnitt wurde aus Denkmalschutz-Geldern des Bundes und des Landes finanziert. Auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und von Zuschüssen aus den Corona-Programmen zum „Neustart Kultur“. Uli Lang: „Die Planung war da, aber den Umbau selbst konnten wir erst nach Zusage der Fördermittel beginnen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei der Hessischen Staatsministerin Angela Dorn und der Berliner Kultur-Staatsministerin Monika Grütters. Sie haben uns und viele andere Kultureinrichtungen in der Pandemie nicht allein gelassen. Sie halfen uns, das Projekt über die langen Corona-Monate hinweg zu erhalten und zukunftsfähig zu machen.“

Veranstaltungen im Foyer

Beim Beantragen der diversen „Neustart“-Fördermittel half den Theaterleuten aus Friedberg die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren. Das ermöglichte nicht nur die Herrichtung des neuen Foyers, sondern auch den Kauf von Hilfsmitteln zur Besucher-Lenkung und Abstands-Wahrung bei Veranstaltungen; außerdem gibt es Zuschüsse für Konzerte und Lesungen, die unter Corona-Bedingungen sonst nicht bezahlbar wären. Auch das für Zuschauer kostenlose Live-Streaming im April und Mai aus dem Alten Hallenbad wurde von dieser Hilfe finanziert.

Ende Juni sollen die letzten Arbeiten im neuen Foyer und in der Bar abgeschlossen sein. Das Foyer kann danach grundsätzlich auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Im Juli beginnt dann der letzte Bauabschnitt. Er sieht zum Beispiel die Sanierung der Galerie und den Einbau weiterer großer Fenster im Saal vor, außerdem Seminarräume und die Installationen für ein Bistro im Ostflügel unter dem neuen Foyer. Wesentlich mitbezahlt wird das vom Bund und von der Stadt Friedberg. „Bis Silvester 2023 wollen und müssen wir mit allem fertig werden“, sagt Uli Lang.

Titelbild: Ein Blick ins noch nicht möblierte neue Foyer an der Ostseite des Theaters Altes Hallenbad. Es wird bald für kleinere Veranstaltungen genutzt und ermöglicht durch zusätzliche Türen und Fluchtwege Veranstaltungen mit mehr als 300 Besuchern im ehemaligen Schwimmsaal. Foto: Wolfgang Diny

www.aha-friedberg.info.

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