Bundesbahn

Pro Bahn würdigt Grube

In der Amtszeit von Rüdiger Grube habe sich die Bahn wieder auf Unternehmensteile besonnen, die vorher vernachlässigt worden waren, es seien aber auch weiter Strecken stillgelegt worden. Der Landesverband Hessen des Fahrgastverbandes Pro Bahn blickt auf das Wirken von Rüdiger Grube zurück, der am 30. Januar 2017 überraschend als Chef der Deutschen Bahn zurückgetreten ist.

Licht und Schatten

Thomas Kraft

Die Amtszeit Grubes sei eine sehr differenziert zu betrachtende Zeit – die Ära von Vorgänger Hartmut Mehdorn sei dagegen eine wahre Katastrophe gewesen, was den weitreichenden Niedergang der Bahn in Teilen des Unternehmens, der Infrastruktur und des Verkehrswesens bedeutet habe, schreibt Thomas Kraft, Landesvorsitzender von Pro Bahn Hessen, in einer Pressemitteilung. „Schlimmer konnte es damals nicht mehr kommen“, stellt er fest. Allerdings seien auch in der Amtszeit Grubes weitere Bahnkilometer stillgelegt worden  und anschließend der Spitzhacke zum Opfer gefallen.  Auch die Einstellung des Nachtzugs und die Fehler in der Güterzugsparte dürften bei einer Rückbetrachtung zum Wirken Grubes nicht unerwähnt bleiben.

Schwer durchschaubarer Konzern

Durch den schrittweisen Umbau des Fahrpreissystems in den letzten zehn Jahren müsse der Bürger mit kleinem Geldbeutel lange vorher seine Reise mit der Bahn planen. Diese Bevölkerungsgruppe sei dadurch seit 2013 in Scharen zu den Fernbussen gedrängt worden. Es sei weiterhin schwierig, sowohl seitens der Verbände aber insbesondere seitens der Gebietskörperschaften in dem stets wieder umgekrempelten Gesamtkonzern Deutsche Bahn die Struktur zu durchschauen und die wirklichen Ansprechpartner zu finden.

Kraft abschließend: Als durchaus positives Zeichen und dem Lernen aus größten Bahnfehler der Neuzeit, genannt Stuttgart 21, müsse  man die Bürgerbeteiligung bei den großen Neubauprojekten bezeichnen, woraus der Bahnvorstand unter der Führung von Bahnchef Grube Dialog bzw. Beteiligungsforen der Planung bzw. den leitplanerischen Verfahren vorgeschaltet habe. Die seitherigen Bahnchefs hätten alle in ihren Berufsbiografien Zeiten stehen, worin sie z.B. für die Autoindustrie, dem Individualverkehr und anderen bahnfernen und bahnkonkurrierenden Branchen gearbeitet hätten. Für die Zukunft sei es mehr als wünschenswert, dass ein „Eisenbahner mit Herz“ dem Konzern vorsteht, welcher in dem Eisenbahnwesen beruflich groß geworden ist und sich damit auch der Deutschen Bahn persönlich verbunden fühlt, ja zudem von vorn herein über viel mehr Erfahrung in der Praxis, in der Technik, im operativen Geschäft und in der Verwaltung verfügt, so der Landesvorsitzende.

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