Rechtsextreme

Braunes „Helden“-Gedenken

Am Volkstrauertag hat die rechtsextreme NPD am Kriegerdenkmal in Bad Nauheim ein sogenanntes „Heldengedenken“ inszeniert. Der Begrif „Heldeengedenken“ sei im Dritten Reich eingeführt und verwendet worden und zeige ein bewusstes Bekenntnis zum Nationalsozialismus, warnt die Antifaschistisches Bildungsinitiative (Antifa-BI) und ruft zum Protest gegen derartige Veranstaltungen auf.

„Heute führten wir in der Wetterau ein angemeldetes traditionelles Heldengedenken durch“, verkündet der Wetterauer NPD-Funktionär Stefan Jagsch auf seiner Facebook-Seite. „Auf Facebook gefällt dies knapp 190 Menschen, darunter einem städtischen Angestellten aus dem Wetteraukreis und dem Mitarbeiter eines Amtsgerichtes. Dies zeigt, dass sich die rechtsextreme Szene und ihre Anhängerschaft im Wetteraukreis immer noch sehr selbstbewusst und öffentlich zeigen kann, da sie über die entsprechenden Strukturen und Netzwerke verfügen“, stellt die Antifa-BI fest. Bei solchem „Heldengedenken“ stehe „das Gedenken an gefallene (politische) Soldaten und deren Glorifizierung im Fokus, wohingegen am Volkstrauertag aller Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft gedacht wird“, zitiert die Antifa-BI den Verfassungsschutz in Baden-Württemberg.

Andreas Balser, Vorsitzender der Antifaschistischen Bildungsinitiative, bittet Städte und Gemeinden, die Anmeldung solcher Veranstaltungen genau zu prüfen. Balser: „Um den Neonazis Erfolgserlebnisse zu nehmen und eine weitere Verfestigung zu verhindern, sind Gegenproteste immer richtig. Nach der Mordserie des NSU und dem terroristischen Anschlag in Hanau ist es umso wichtiger, dass die demokratische Mehrheitsgesellschaft dieser rechtsextremen Szene keinen Raum lässt. Wenn Neonazis das Gedenken zum Volkstrauertag von einem Gedenken an alle Opfer von Kriegen hin zu einem Gedenken an Nazis und den Nationalsozialismus ungestört umdeuten können, dann haben alle Alarmglocken anzugehen. Eine öffentliche neonazistische Brauchtumsveranstaltung nur wenige Tagen nach den vielen Gedenkveranstaltungen im Wetteraukreis an die Pogromnacht, ist auch als ein Versuch der Geschichtsumkehr anzusehen. Es wurden im Holocaust etwa 6 Millionen Juden durch Nazis ermordet und im 2. Weltkrieg sind über 50 Millionen Menschen gestorben. Eine Glorifizierung dieser Nazi-Mörder darf niemals akzeptiert werden.“

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