Clara Schumann

Ein Abend zu ihrem 125. Todestag

Von Corinna Willführ

Eine Mutter von acht Kindern, die schon im 19. Jahrhundert Musikgeschichte schrieb, europaweit als Pianistin gefeiert wurde und deren Konterfei den 100-D-Mark-Schein von 1990 zierte, da gibt es nur eine: Clara Schumann. Zu Ehren der vor 125 Jahren verstorbenen Pianistin, Komponistin und Herausgeberin gibt es am 19. November in Büdingen und am 20. November in Ortenberg einen ganz besonderen Abend.

Es ist ein musikalisch-literarischer Abend, den der Kulturkreis Ortenberg und die Musikschule Büdingen ankündigen. Denn die Mitwirkenden kommen sowohl aus dem Genre Musik wie aus der Schauspielkunst. Konkret: Die Schauspielerin und Regisseurin Ronka Nickel und der Schauspieler Hans Schwab übernehmen die Textpassagen. Im Mittelpunkt des literarischen Teils steht der Briefwechsel zwischen der 1819 in Leipzig Clara Schumann, geborene Wieck, und ihrem Mann, dem Komponisten Robert Schumann, mit dem sie sich bereits 1837 heimlich verlobte. Manuela Baumann, Vorsitzende des Kulturkreises Altes Rathaus Ortenberg in der Ankündigung: „Clara und Robert hatten über Jahre hinweg einen innigen Briefwechsel, der einen tiefen Einblick in Leben, Lieben und Schaffen dieses einzigartigen Künstlerpaares gibt.“ Verheiratet waren die beiden von 1840 bis zum Tod Schumanns 1856.

Wunderkind am Klavier

Den musikalischen Part bestreiten an dem Abend unter dem Titel „Meine Kunst lasse ich nicht liegen, ich müsste mir ewige Vorwürfe machen die Mezzosopranistin Katharina Padrok und der Pianist Boris Schönleber. Manuela Baumann: „Das Jubiläum gibt Kunst- und Musikliebhabern nach dem großen Clara-Schumann-Jahr 2019, in dem ihr 200. Geburtstag allerorten gefeiert wurde, wieder einen Anlass, sich mit der faszinierenden Künstlerin und ihrem Leben zu beschäftigen.“

Denn obgleich Clara Schumann, schon als Wunderkind am Klavier bezeichnet, und 1878 die erste Klavierlehrerin am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt war, wurde ihre Bedeutung als Komponistin lange Zeit verkannt. Der Grund: Frauen, selbst den begabtesten Musikerinnen, wurde zu dieser Zeit die Fähigkeit, eigene Werke komponieren zu können, abgesprochen. Erst seit den 1960er Jahren wird auch diese Seite ihres Schaffens entsprechend gewürdigt.

Den musikalisch-literarischen Vortrag bereichern Projektionen von Bildern und Zeitdokumenten. „So kommen Glück und Tragik übervollen Lebens der großen Komponistin, Pianistin, Pädagogin und Mutter von acht Kindern lebendig zum Ausdruck“, heißt es in der Pressemitteilung.

Zu sehen ist das Programm am Freitag, 19. November, in der Musik- und Kunstschule (Muks) im Oberhof in Büdingen und einen Tag später, am Samstag, 20. November, im TaT.Ort in Ortenberg. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 20 Euro und an der Abendkasse 22 Euro. Sie sind in Ortenberg bei Martina Kindermann Lotto und Post (Makilopo) unter der Nummer 06046/7011 sowie per Mail an kulturkreis@ortenberg.net und bei der Büdinger Muks unter der Telefonnummer 06042/6010 sowie per E-Mail an info@muks-buedingen.de erhältlich.

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