Auswanderer-Besuch aus den USA
Der Heimatverein des Hungender Stadtteils Obbornhofen hatte Besuch aus den USA. Auf der Suche nach den Spuren ihrer Vorfahren war Juanette Griffi auf die Internetseite des Heimatvereins gestoßen. Ihr Ururgroßvater Konrad Kammer war in den 1850er Jahren von Obbornhofen nach Michigan auswandert.In Obbornhofen wimmelt es von Kammer
Juanette Griffi nahm Kontakt zum Vorstand der Vereins auf und wünschte sich, den Ort gemeinsam mit ihrer Tochter Neva kennenzulernen. Ein Termin für einen Besuch im Heimatmuseum wurde vereinbart.
„Mit großem Interesse verfolgten die beiden Besucherinnen die Darstellung des ländlichen Lebens vergangener Zeiten und erhielten einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung Obbornhofens“, berichtet der Verein in einer Pressemitteilung. Ob sich unter den zahlreichen Familien mit dem Namen Kammer in Obbornhofen noch eine direkte Verwandtschaft zu den amerikanischen Gästen gibt, habe sich „als schwieriges Unterfangen“ werwiesen, „schließlich wimmelte und wimmelt es in Obbornhofen geradezu von Familien mit dem Namen Kammer“, so der Verein. Dennoch habe es sich Margund Reitz, geborene Kammer, nicht nehmen lassen, Juanette und ihre Tochter Neva persönlich willkommen zu heißen. Ein eindeutiger Nachweis der verwandtschaftlichen Verbindung habe jedoch nicht erbracht werden können. Ein besonderer Programmpunkt war die Besichtigung der Kammergasse, deren Name die jahrhundertelange Präsenz der Familie Kammer im Dorf widerspiegelt.
Hütte des Auswanderers im Port Huron-Museum
Konrad Kammer hatte nach seiner Ankunft in Michigan, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Detroit, eine Blockhütte an einer Straße gebaut, die heute den Namen Hessen Road trägt, berichtet der Heimatverein Obbornhofen. Viele Jahrzehnte wurde die Hütte bei Bauarbeiten zufällig entdeckt. Da sie sich in einem bemerkenswert guten Zustand befand, wurde sie sorgfältig umgesetzt und auf dem Gelände des rund 20 Kilometer entfernten Port Huron Museums wieder aufgebaut. Dort trägt sie heute den Namen „Kammer Cabin“ und wird von Schulklassen besucht, die sich über das Leben der frühen Siedler und Pioniere informieren.
„Der Besuch von Juanette Griffin und ihrer Tochter zeigte eindrucksvoll, wie stark die Verbindung zwischen einem kleinen oberhessischen Dorf und der großen weiten Welt auch nach rund 170 Jahren noch sein kann“, schreibt der Heimatverein Obbornhofen, dem es eine besondere Freude war, den Nachfahren eines Auswanderers ein Stück ihrer Familiengeschichte und alten Heimat näherzubringen.
Titelbild: Neva und Juanette Griffin aus Michigan mit Margund Reitz und Johannes Fritzsche vom Heimatverein Obbornhofen. (Foto: Heimatverein Obbornhofen)
