Neue Elemente für alten Schlosspark
von Corinna Willführ
Mit dem Slogan „Wo Gemeinschaft, Herz und Vulkan zusammenwachsen“ wirbt das Marketing der Landesgartenschau Oberhessen 2027 für den Schlosspark Gedern. Moderne Elemente werden dort dem historischen Areal zugefügt. Landbote-Redakteurin Corinna Willführ konnte sich bei einer Pressetour über die geplanten Umbauarbeiten informieren.Historisches Gelände
Schöner hätte der Tag für die Gruppe Medienschaffender nicht sein können, um von Thomas Hellingrath, Geschäftsführer der gGmbH Landesgartenschau Oberhessen, Ulrike Hansen-Röper, Diplom-Ingenieurin für Gartebau, erläutert zu bekommen, wie sich der historische Park am Gederner Schloss für die Landesgartenschau Oberhessen 2027 weiterentwickeln wird. Mit neuen Elementen auf historischem Gelände.

Im 18. Jahrhundert als englischer Landschaftsgarten angelegt, bricht sich im oberen Teil des Gederner Schlossparks in den Blättern des alten Baumbestands die Sonne zu einem Licht- und Schattenspiel. Der Wechsel setzt die Farben des Schlosses immer wieder neu in Szene. Die Rot-, Orange- und Gelbtöne der Fassade des Gebäudes werden in dem Geophyten-Rondell „Blütentanz“ aufgenommen. Es wird derzeit in dem ehemaligen Barockgarten angelegt. Als „modernes Zitat“, eine Kunst für sich. Gleich nebenan wird ein Wechselflor an Blüten, der „Schlossglanz“, entstehen.
Alle Wege auf dem Areal, so Thomas Hellingrath, „werden mit Wegeinfassungen aus Sandstein erneuert. Dabei werden keine Materialien aus Fernost oder Übersee verwendet.“ Warum denn nicht aus Basalt, dem Gestein, das den Vogelsberg typisch prägt. Der LGS-Geschäftsführer: „In ganz Hessen konnten wir keine Basaltsteinproduktion mehr finden.“
Sieben besondere Stationen
Für den angrenzenden Teil des unteren Schlossparks, auf dem auch die Schloss-Draisine verläuft, sind eine Boule-Bahn, ein Spielplatz und Staudenbeete geplant. Sieben besondere Stationen kennzeichnen grüne Punkte in der Legende des Schlossparks, die für jedermann auf der Homepage der LGS einzusehen ist. Sie weisen den Weg zum Piko-Park ebenso wie zu dem Beratungsarten des Landes Hessen. Auch zum Apfelhain (Thema: Streuobstwiesen) oder dem Bunten Klassenzimmer. Einen Ort, der durch Workshops, Seminare, Vorträge und Aktionen in der gesamten Zeit der LGS belebt sein wird. Koordiniert wird das Programm des Bunten Klassenzimmers von der NABU-Umweltwerkstatt Niddatal.

Nicht zu vergessen: der Abschnitt des Mühlbachs, der mit der fachkundigen Beratung des Gewässerökologen Gottfried Lehr, in einem Abschnitt renaturiert wurde. Als Beispiel für den Verlauf hiesiger Fließgewässer, bevor sie begradigt wurden. Zum Bereich Naturgarten, der an die Ober-Seemer-Straße angrenzt, gehören zudem die Wasser-Wonnen mit ihrer Tretanlage nach Kneipp.
Mit Ulrike Hansen-Röper verharrt die Gruppe einen Moment. Mit dem Blick auf den ehemaligen Feldhandballplatz, – nur ein Holzplanken führt derzeit hinüber zur LGS Festwiese in Gedern – treiben die gärtnerische Leiterin hinüber zur der LGS Oberhessen 2027 noch ganz andere Themen um als die dort geplanten Veranstaltungen. Ihr Augenmerk gilt weiterhin der Frage: „Welche standortgerechten Pflanzen“ auf den Geländen der Landesgartenschau Oberhessen 2027 werden eingesetzt oder gesät? Damit die Menschen über das Ende der LGS ihre Freude daran haben und die noch zu pflanzenden Gewächse den neuen Anforderungen des Klimawandels auf Dauer können. Nicht nur im Gederner Schlosspark.
Auch wenn Projekte wie der „Schlossglanz“ mit seinem Wechselflor, das Wildnis-Rondell oder das Blütenreich der Outdoor-Halle auf die 165 Tage der Landesgartenschau begrenzt sind. Wie die Zukunft für die Boule-Bahn, die Schloss-Draisine oder den Piko-Park aussieht, wird nicht von der Besucherzahl des Großereignisses abhängen, sondern von der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger jetzt und in Zukunft für diese Projekte.
Der Eintritt im Schlosspark Gedern ist während der LGS Oberhessen vom 22. April bis 3.Oktober 2027 – ebenso wie im Kurpark Bad Salzhausen (Bericht folgt) – kostenpflichtig.
Titelbild: Der Schlosspark in Gedern bekommt neue Elemente. (Foto: Willführ)
