Reptil im Straßengraben
Über mysteriöse Leichenfunde ist im Landboten nur selten zu lesen. Anno 2015 ging es um einen gefesselten Storch auf einem Acker, dessen Todesumstände nie aufgeklärt wurden. Und nun um ein mausetotes Krokodil im Straßengraben. Das hier abgebildete Leistenkrokodil ist freilich quicklebendig und lebt im nördlichen Australien.
Totes Krokodil in Schlitz
Die Sieben-Burgen-Stadt am Vogelsberg ist eher wegen ihrer Spirituosenproduktion bekannt denn als Hort exotischer Tiere. Gleichwohl fanden Anwohner am Nachmittag des 15. Februar 2017 ein totes Krokodil in einem Graben neben der Straße „Heidgraben“. Die entweder wohlgenährte oder schon von Faulgasen aufgeblähte Echse war etwa einen Meter lang. Die Schwanzspitze fehlte. Die Polizei vermutet, dass Tiere bereits am Kadaver geknabbert haben. Das Krokodil werde dem Veterinäramt in Lauterbach zwecks weiterer Untersuchungen übergeben, berichtet die Polizei. Sie sucht nun nach dem Besitzer des Reptils und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer (0 66 42) 16 47 oder im Internet unter www.polizei.hessen.de/onlinewache gegeben werden.
Die Haltung von Krokodilen in Terrarien nimmt laut Wikipedia seit einigen Jahren zu. In der Regel würden kleinere Arten als Heimtiere gehalten werden, darunter etwa das Stumpfkrokodil oder die kleineren Kaimanarten. Wie beim Handel mit Krokodilprodukten unterliegen auch die lebenden Krokodile strengen Handelseinschränkungen und dürfen nur mit Genehmigungspapieren weitergegeben werden. Hinzu kommen Haltungsvorschriften, die vor allem die Größe und Ausstattung des Terrariums betreffen, sowie regional Auflagen zur Haltung „gefährlicher Tiere“.
Krokodile sind wie die Vögel eng mit den Dinosauriern verwandt. Sie gelten als Lauerjäger. Ein erwachsenes Nilkrokodil nimmt nach Hochrechnungen aus Magenanalysen wahrscheinlich nur 50 volle Mahlzeiten im Jahr zu sich, erbeutet also pro Woche nur etwa ein Beutetier. Mississippialligatoren jagen dagegen häufiger, erbeuten jedoch meist nur kleinere Beutetiere.
Um Fleischstücke abzureißen, packen frei lebende Tiere das Opfer mit den Zähnen und drehen sich selbst mehrfach um die eigene Achse. Dabei zerreißen sie ihre Beute an den Stellen, an denen sie sie mit ihren Zähnen perforiert haben. Um das Zerstückeln der Beute zu erleichtern, verstecken sie den Kadaver oft ein paar Tage, damit er weicher wird. Krokodile sind nicht in der Lage, Nahrung zu kauen, deshalb verschlucken sie abgerissene Fleischstücke vollständig. Sie besitzen häufig Steine im Magen, die möglicherweise bei der Zerkleinerung der Nahrung helfen.
Wie eine im Juli 2013 publizierte wissenschaftliche Untersuchung feststellte, nahmen 13 von 18 untersuchten Krokodilarten, darunter das Nilkrokodil und der Mississippi-Alligator, auch regelmäßig Früchte, Nüsse und Samen zu sich.
Über einen mysteriösen Storchen-Mord berichtete der Landbote im April 2015. Nachzulesen ist das hier.