Zugvögel

Erste Kraniche sind da

Seit ein paar Tagen ist wieder das großartige Frühjahrsschauspiel ziehender Kraniche am Himmel über Hessen zu sehen, berichtet der Naturschutzbund (Nabu) Hessen. Er ruft dazu auf, Kranich-Beobachtungen online zu melden. (Foto: Steve Garvie/Wikipedia)

250 000 Kraniche erwrtet

In den vergangenen zwei Tagen sind schon mehr als 2.000 Tiere über Hessen hinweg gezogen, teilt der Nabu mit. Am 15. Februar allein bei Weilburg etwa 600 ziehende Glücksvögel beobachtet worden. Bei Schneeschauern und Regen suchen Kraniche auf ihrem Zug manchmal Rastplätze in Hessen auf, um sich vom anstrengenden Flug zu erholen und Nahrung aufzunehmen. Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Nabu, bittet alle Naturbeobachter um Rücksichtnahme: „An den Rastplätzen sollte man einen Abstand von 300 Meter einhalten, um erschöpfte Tiere nicht unnötig zu beunruhigen.“

(Foto: Bdf/Wikipedia)

Eine Hauptzugroute

Hessen liegt in einer Hauptzugroute der Kraniche auf ihrem Weg von den Winterquartieren in Nordfrankreich und Spanien zu Ihren Brutgebieten nach Ostdeutschland und Nordeuropa. In den nächsten Wochen ziehen laut Nabu bis zu 250.000 Kraniche über Hessen hinweg. Erste Massenflugtage werden für Anfang März erwartet. Die Kraniche sind besonders bei südwestlichen Winden und sonnigem Wetter zu beobachten, da sie dann die Kraft des Windes ausnutzen und Energie sparen können. „Die Zahl der Kraniche hat sich in den letzten dreißig Jahren verzehnfacht“, erklärt Eppler. Die starke Zunahme hänge vor allem mit den verkürzten Zugwegen und einem großen Bruterfolg zusammen. Durch die Klimaerwärmung sei es für viele Kraniche nicht mehr nötig, im Winter bis nach Südspanien oder Nordafrika zu ziehen. Viele Vögel überwinterten an großen Seengebieten wie dem Marnestausee in Nordfrankreich.

Typische hessische Rastgebiete sind die Auen von Rhein und Main, das Bingenheimer Ried und die Horloffaue in der Wetterau sowie die Flusstäler von Werra, Fulda, Lahn und Eder. Für den Naturbeobachter sind ziehende Kraniche an ihrer keilförmige Formation und den trompetenartigen Rufen zu erkennen. Bei günstigen Flugbedingungen ziehen die bis 1,30 Meter großen Tiere, die ihre Flügel bis 2,40 Meter weit aufspannen können, von Nordfrankreich ohne Halt bis nach Ostdeutschland.

Kranich-Beobachtungen können online auf kranich-hessen.de gemeldet werden. Dort sind auch alle Kranich-Beobachtungen der vergangenen Tage abrufbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.