Landesgartenschau 2027

Baustelle Kurpark Bad Salzhausen

von Elfriede Maresch

Offensichtlich ist die Bürgerschaft in Nidda und Umgebung gespannt auf die Neuerungen, die die Landesgartenschau 2027 mit sich bringt, vor allem auf das, was nach den sieben Monaten am Ort zurückbleibt. So war mit 160 Teilnehmenden der Inforundgang durch den Kurpark Bad Salzhausen die bestbesuchte der drei Veranstaltungen an den Schwerpunkten Büdingen, Gedern und hier.

Das Countdown-Jahr

Eindeutig – die Niddaer wollten es vor Ort und live wissen, obwohl die „LGS-Backstage“-Videos im Auftrag der Stadt Nidda schrittweise die Vorbereitungen abbilden. Aber ein Rundgang mit Ansprechpartnern von LGS und Stadt bei schönem Frühlingswetter wurde als gesteigerter Erlebniswert angesehen. So musste die große Besucherzahl in zwei Gruppen, jeweils mit den LGS-Geschäftsführern Thomas Hellingrath und Florian Hermann und weiteren Teammitgliedern, geführt werden.

„In 365 Tagen, am 22. April 2027 wird die große florale Schau eröffnet“ betonte Bürgermeister Thorsten Eberhard und sprach vom „Countdown-Jahr“. Er verwies noch auf die Therme, an der aktuell keine Bauarbeiten stattfinden. Die Gerüchte, die Investorengruppe wolle das Projekt nicht weitermachen, seien falsch, nur hätten sich Änderungen ergeben. Beim Wetteraukreis liege derzeit ihre Bauvoranfrage. Allerdings sollen die Bauarbeiten erst nach Abschluss der LGS fortgesetzt werden.

Die Blumenhalle

Schon an der Lindenallee als Hauptachse zeigte Ulrike Hansen-Röper, Diplom-Ingenieurin Gartenbau und leitende Gärtnerin im LGS-Team, den künftigen Bereich Gärtnermarkt, der unterschiedlichste Gartenartikel anbieten wird. Auf Barrierefreiheit wird überall geachtet, insbesondere bei der Sanierung des Trinkurhallen-Komplexes. Details berichteten Bauleiter Christopher Blos und Steffie Krönke und Sebastian Latta, die dieses Projekt steuern. So sei das Balkenwerk der Trinkkurhalle weit schadhafter gewesen als angenommen. Balken mussten ausgetauscht, schadhafte Wandgefache und Teile des Dachgebälks saniert und das Dach des Ensembles neu gedeckt werden. Oft konnten die Aufträge an regionale Firmen vergeben werden, zum Beispiel an einen Dachdecker-Familienbetrieb, der seit mehr als 200 Jahren in der Stadt ansässig ist. Der Turm der Trinkkurhalle ist bereits neu verkleidet. Die historischen Fenster sind noch ausgebaut, werden derzeit in einem Thüringer Fachbetrieb restauriert. Nach deren Einbau wird die Fassade renoviert.

Dachbalken mussten erneuert werden: Blick in die Kuppel des Turmes an der Trinkkurhalle. (Fotos: Elfriede Maresch)

Aus der Trinkkur- wird bei der LGS die Blumenhalle, ein spezieller Anziehungspunkt mit 14tägig wechselnden Ausstellungen des weithin bekannten Thüringer Floristen Christoph Ernst. Bürgermeister Eberhard: „Statt der üblichen Zelte eine historische Blumenhalle mit Atmosphäre – das kann nur Bad Salzhausen bieten! Die aufwändige Sanierung des Gebäudeensembles ist dank LGS-Mitteln möglich, aus dem regulären Haushalt hätten wir als Kommune das nicht leisten können!“ In einem Rundgang gelangen die LGS- Besucher aus der Trinkkurhalle durch den Turm mit dem mächtigen Dachgebälk in die Werkstatt. Hier soll die Zweckoptik historischer Arbeitsräume bleiben. Im Freiland Richtung Geiß-Nidda wird der Pavillon der Region mit wechselnden Ausstellungen sein. Dort liegen auch der Weltacker und das Grüne Klassenzimmer mit unterschiedlichen naturpädagogischen Angeboten. Hansen-Röper verwies auf die Bingenheimer Saatgut AG, einen der Haupt-LGS-Sponsoren, die dort ihr Projekt Samenträger zeigt. Das Veranstaltungszelt mit wechselndem Programm von Musik bis Lesungen wird sich auf der nahgelegenen Anhöhe finden.

Grundsanierung des Landgrafenteichs

Die Gruppen wandten sich in die andere Richtung zum kleinen Teich mit Blick auf das Gradierwerk. Nicht ohne Stolz zeigte Bürgermeister Eberhard die Natursteinmauer unterhalb des Bauwerks: das Team des städtischen Bauhofs hatte sie in alter Technik unvermörtelt aufgerichtet. Auch die Wege im Park werden saniert, großenteils mit Asphaltdecke, kleine Nebenwege auch mit wassergebundenem Belag. Im ansteigenden Wald jenseits der Wiesen zeigt Hessen-Forst Informatives zur Waldentwicklung. Die sanierte Landgrafenhütte steht wieder als Rast- und Picknickplatz zur Verfügung. In Richtung Landgrafenteich wird es auch ein Zelt der Kirchen mit Gottesdiensten und Musikveranstaltungen geben. Am Häuschen der Schwefelquelle wurde das Dach neu gedeckt, die Gurgelbecken, jetzt wieder sichtbar, können genutzt werden.

Grundsanierung war seit Jahren für den Landgrafenteich gewünscht worden. Dank LGS-Mitteln lässt sich das realisieren und statt verwunschenem Teich sind jetzt nackte Erde und schweres Gerät im Einsatz zu sehen. Dicke Schlammschichten des verlandeten Teichs wurden entfernt und zum Trocknen auf Ackerflächen ausgelegt. Im Herbst werden sie als Dünger genutzt. Die Ufer werden unter Schonung der alten Eichen befestigt und gesichert, die Optik des Gewässers als Ruhezone mit neuen Sitzterrassen zwischen hohen Bäumen soll erhalten bleiben. Bewirtung ist nicht vergessen: an drei Standorten im Park bietet ein Großcaterer kulinarische Auswahl.

Jetzt nackte Erde und schweres Gerät, bald wieder eine Ruhezone mit Sitzterrassen: der Landgrafenteich wird saniert.

Auch das beschäftigte die Teilnehmenden: „Die LGS geht vorbei – was bleibt uns hier erhalten?“ „Ein komplett sanierter Park“ war aus dem LGS-Team zu hören. „Weiter ein neugestalteter Mehr-Generationen-Spielplatz mit Fitnessanlagen und einer Kletterlandschaft. Auf der anderen Seite der Kurallee auf dem früheren Minigolfgelände entstehen Begegnungspunkte mit den fünf Kneipp-Elementen Wasser, Heilkräuter, Bewegung, Ernährung und körperliche wie seelische Balance, dazu eine naturnah gestaltete Adventure Golf-Anlage.“

Titelbild: Erfreuliches Gewimmel: 160 Interessierte kamen zur Baustellenführung in den Salzhäuser Kurpark.

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