Filmreihe

Auch Legende von Paul und Paula zu sehen

Der Förderverein Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen e.V. freut sich, im Jahr nach seiner Gründung mit einer Filmreihe an die Öffentlichkeit zu treten. Im Rahmen dieser Filmreihe sollen vier Spielfilme aus DEFA-Produktion im Gießener Kino-Center (Bahnhofstraße) gezeigt werden. Beginn ist am Mittwoch, 27. April 2022, 19.30 Uhr mit dem Streifen „Berlin, Ecke Schönhauer (1957)“.

Die Filme entstanden in der DDR und werden ergänzt um einen Film aus der Bundesrepublik Deutschland, erläutert die Pressestelle der Stadt Gießen.

Kinocenter Kopperationspartner

Angelica Domröse im Jahr 2010. Sie spielte einer der Hauptrollen in  Die Legende von Paul und Paula (Fotoquelle. Franz Richter, FRZ)

Das Kinocenter Gießen steht als Spielstätte und Kooperationspartner zur Verfügung. Auch die Stadt Gießen unterstützt als Kooperationspartner das Vorhaben.

Frank-Tilo Becher, Oberbürgermeister der Stadt Gießen: „Durch diese Filmreihe bleibt das Thema des geplanten Lern- und Erinnerungsortes in der Stadt präsent.“ Matthias Leschhorn, 1. Vorsitzender des Fördervereins ergänzt: „Der Lern- und Erinnerungsort wird die Gründe ansprechen, warum so viele Menschen die DDR verlassen wollten. Die Filmreihe ermöglicht einen Blick auf das Leben in einem allgemeineren Sinne in der DDR, macht aber auch deutlich, dass die Mauer die Lebensbedingungen prägte.“

Start ist bereits am 27. April

Die Reihe beginnt mit dem in schwarz-weiß gedrehten Spielfilm „Berlin Ecke Schönhauser“ (Regie: Gerhard Klein, Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase). An der namensgebenden Ecke treffen sich regelmäßig 16- bis 17jährige Jugendliche, um Zeit totzuschlagen, ihren Eltern aus dem Weg zu gehen, Abenteuer zu erleben. Durch eine Mutprobe geraten sie in Konflikt mit der Polizei, was dazu führt, dass zwei von ihnen in den Westteil der Stadt abhauen.

Dort finden sie zunächst Zuflucht in einem Notaufnahmelager, das – ideologiekonform – negativ dargestellt wird. Dennoch war dieses Notaufnahmelager der Grund, diesen Film an den Anfang der Reihe zu stellen, weil hierdurch eine Verbindung zu Gießen besteht. Als einer der beiden Jugendlichen im Notaufnahmelager durch einen tragischen Unfall stirbt, kehrt der andere in den Osten zurück und wird dort von den Vorwürfen entlastet.

Martin Otto, Leiter des Kinocenters, betont: „Es ist schön, dass diese Schätze der deutschen Filmkunst dort zu sehen sind, wo sie hingehören, auf der großen Leinwand.“ Nicola Roether, 2. Vorsitzende des Fördervereins und Initiatorin des Projekts, erläutert: „Interessant an der Reihe sind die beiden Perspektiven: zum einen die Filme aus der DDR, zum anderen ein Film aus der Bundesrepublik Deutschland, in dem noch dazu Marius Müller-Westernhagen die Hauptrolle spielt.“

Zu den Filmen gibt es Erläuterungen

Bei jedem Termin gibt es eine Einführung in den Film durch einen Filmvermittler, der im Anschluss an die Vorführung auch für ein Gespräch zur Verfügung steht. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro.

Die Reihe umfasst folgende Filme:

Mi, 27. April, 19.30 UhrBerlin, Ecke Schönhauer (1957)

Mi, 25. Mai, 19.30 Uhr:   Das Kaninchen bin ich (produziert 1964, Erstaufführung 1990)

Mi, 29. Juni, 19.30 Uhr:        Addio, piccola mia (1979) – ein Film über das Leben Georg Büchners

Mi, 31. August, 1930 Uhr:   Der Mann auf der Mauer – (Bundesrepublik Deutschland, 1982)

Mi, 28. September, 19.30 Uhr:    Die Legende von Paul und Paula (1973).

Titelbild: Die Filme sind im Kinocenter zu sehen. (Archivfoto von 2021: Jörg-Peter Schmidt)

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