HILFE FÜR UKRAINE

Fahrzeuge aus Hessen übergeben 

Immer häufiger heulen aktuell die Sirenen in Tschernihiw, wenn wieder Luftalarm ausgelöst wird, um vor der drohenden Gefahr zu warnen – und die Gefahr in der Ukraine ist weiterhin allgegenwärtig seit Beginn des russischen Angriffskriegs. Davon berichtete Serhii Harus, Gemeinderatsvorsitzender von Ripkyne, einer Gemeinde in der Region Tschernihiw. Auf dem Hof des Gefahrenabwehrzentrums in Gießen war er gemeinsam mit neun seiner Landsleute nach 30 Stunden Fahrt aus der Ukraine angekommen.

2000 Kilometer lange Reise

Dass die Vertreter aus Tschernihiw eine 2000 Kilometer lange Reise für einen Aufenthalt von gerade mal einem Tag bewältigen, zeigt, wie dringend die Spenden aus dem Landkreis Gießen in ihrer Heimat benötigt werden, wird in einer Reportage der Pressestelle des Landkreises Gießen unterstrichen.  

Für seine ukrainische Partnerkommune hat der Landkreis Gießen insgesamt fünf ausrangierte Feuerwehrautos aus ganz Hessen übernommen und zur Verfügung gestellt. „Als wir die Solidaritätspartnerschaft mit der Region Tschernihiw eingegangen sind, war es uns wichtig, dass diese Partnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht, sondern auch nachhaltig gelebt wird“, begrüßte Landrätin Anita Schneider. „Wir freuen uns, dass unsere Unterstützung in der Ukraine auf fruchtbaren Boden fällt. Erfreulich ist zudem, dass fünf hessische Kommunen uns mit der Zurverfügungstellung ausgemusterter Tanklöschfahrzeuge unterstützt haben. Mit den fünf Fahrzeugen, die heute nach Tschernihiw aufbrechen, möchten wir den Menschen dort Hoffnung geben und sie im Kampf um das tägliche Überleben stärken.“

Feuerwehrautos, Bagger und Busse

Landrätin Anita Schneider, ihr Büroleiter Udo Liebich (l.) und Bürgermeister Carsten Schäfer (r.) freuen sich über die Danksagung von Gemeinderatsvorsitzendem Serhii Harus (2. v. l.) aus der Region Tschernihiw.

Der Landkreis Gießen hatte sich um Fördermittel über das Projekt „Sachgüter für kommunale Dienstleistungen“ von Engagement Global mit der Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beworben. So konnten fünf Tanklöschfahrzeuge, fünf Baggerlader und zwei behindertengerechte Transportbusse zu 95 Prozent über Fördergelder finanziert werden. Während die fünf gebrauchten Bagger bereits geliefert wurden, befinden sich die zwei neuen Busse noch in der Herstellung.

Um für die ukrainische Partnerkommune fünf Feuerwehrautos bereitstellen zu können, hatte der Landkreis Gießen in den hessischen Städten und Gemeinden angefragt, ob ausgemusterte, aber voll funktionsfähige, Fahrzeuge vorhanden sind, die durch den Landkreis übernommen werden können. Das Ergebnis: Die fünf Tanklöschfahrzeuge stammen ursprünglich aus Allendorf (Eder), Gersfeld, Hirzenhain, Hosenfeld und Oberursel. „Wir haben gerne an der Aktion teilgenommen“, betonte Carsten Schäfer, Bürgermeister der Gemeinde Allendorf (Eder), stellvertretend für die fünf unterstützenden Kommunen. „Es ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Wir freuen uns, dass unser ehemaliges Feuerwehrauto nun in der Region Tschernihiw einen neuen Einsatzort findet.“

Dank bei allen Beteiligten

Den Erwerb der Tanklöschfahrzeuge hat Kreisbrandinspektor Mario Binsch mit dem Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises begleitet. Zwischengelagert wurden die Fahrzeuge durch den DRK-Kreisverband Marburg-Gießen. Das Fuhrparkmanagement des Landkreises hat sich um die Zulassung und Versicherung der Feuerwehrautos gekümmert. Zudem hat die Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim eine ausrangierte Leiter sowie ein Sprungtuch und die Freiwillige Feuerwehr Münchhausen Einsatzkleidung gespendet. Darüber hinaus ging ein großes Dankschön an Ronja Grimmer, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, und Udo Liebich, Büroleiter der Landrätin, sowie an die beiden Übersetzer Polina Turiyanskaya und Pavlo Rozbytskyi.

Solidaritätspartnerschaft mit Region Tschernihiw
Gemeinderatsvorsitzender Serhii Harus bedankt sich bei Landrätin Anita Schneider (mittig) und Ronja Grimmer (r.), Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, für die Spendenübergabe und deren Organisation. (Foto: Landkreis Gießen)

Mit der ukrainischen Region Tschernihiw verbindet den Landkreis Gießen seit dem Jahr 2023 eine Solidaritätspartnerschaft. Die Region liegt im nördlichen Teil der Ukraine, ihre gleichnamige Hauptstadt befindet sich etwa 140 Kilometer von Kiew entfernt. Im Westen und Norden grenzt Tschernihiw an Belarus, im Nordosten an Russland. Auf dem rund 10.000 Quadratkilometer großen Gebiet leben circa 450.000 Menschen.

Titelbild: Auf dem Hof des Gefahrenabwehrzentrums in Gießen übergibt Landrätin Anita Schneider (2. v. r.) gemeinsam mit Carsten Schäfer (6. v. l.), Bürgermeister der Gemeinde Allendorf (Eder), fünf Feuerwehrautos an Serhii Harus (3. v. r.), Gemeinderatsvorsitzender von Ripkyne, einer Gemeinde in der ukrainischen Partnerkommune des Landkreises Gießen. (Foto: Landkreis Gießen)

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