Coronavirus

Wetteraukreis richtet Testzentrum ein

Der Wetteraukreis richtet gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab Anfang Oktober 2020 in Reichelsheim ein Covid-Testzentrum ein. Die Zahl der Infektionen mit dem Sars-CoV-2 Virus ist im Wetteraukreis um 15 auf 609 (Stand 28. September 2020) gestiegen. Zieht man von der Gesamtzahl der Infizierten die Zahl der aus der Quarantäne entlassenen Menschen und die an oder mit Covid 19 Verstorbenen ab, gibt es aktuell im Wetteraukreis 66 mit Corona infizierte Menschen. Sie befinden sich alle in häuslicher oder klinischer Quarantäne.

Keine Behandlung im Testzentrum

Das Testzentrum wird in einem Gebäude Untergebracht, das der Grundschule Reichelsheim als Ausweichquartier während Erweiterungsarbeiten gedient hatte. „Jetzt können wir über dieses Gebäude im Zentrum der Wetterau verfügen und richten hier unsere Teststation ein, um Verdachtsfälle auf COVID-19 zu testen“, sagt Landrat Jan Weckler. „Das Testzentrum ist keine Fieberambulanz. Hier findet keine Behandlung statt. Die Menschen kommen hierher, das Fachpersonal nimmt einen Mund-Nasen-Abstrich und sorgt dafür, dass dieser Abstrich zur Auswertung kommt, weitergehende Leistungen sind im Testzentrum derzeit nicht vorgesehen“, erläutert Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs erklärt die Vorgehensweise: „Patientinnen und Patienten mit Symptomen melden sich per Telefon bei ihrer Hausarztpraxis und lassen sich einen Termin für einen Abstrich geben, sofern der Arzt nicht selbst den Test vornimmt. Die verbindliche Terminbuchung muss im Testzentrum vorgelegt werden. Wir vergeben Termine in einem 30-minütigen Zeitfenster, damit keine Warteschlangen entstehen. So begegnen wir möglichen Ansteckungen beim sonst üblichen Warten auf die Testung.“

Im Eingangsbereich des neuen Covid-Testzentrums (von links): Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs , Landrat Jan Weckler, Marc de Groote , niedergelassener Hausarzt in Friedberg und Obmann des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bad Nauheim, Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und den Reichelsheimer Bürgermeister Bertin Bischofsberger. (Foto: Wetteraukreis)

Für die Kassenärztliche Vereinigung Hessen erklärte Dr. Eckhard Starke, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Hessen: „Wir sind über die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den Vertretern des Wetteraukreises sehr froh. Es zeigt, dass kluge und innovative Lösungen dann gefunden werden können, wenn man vernünftig miteinander redet und die Versorgung der Menschen im Blick hat.“

Die meisten Neuinfektionen in Büdingen

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Wetteraukreis wurden aus Bad Nauheim (3), Bad Vilbel (3), Büdingen (5), Butzbach (1), Echzell (1), Friedberg (1) und Karben (1) gemeldet, teilt der Pressestelle des Wetteraukreises mit. Die Zahl der aus der Quarantäne entlassenen Menschen liegt bei 530, drei mehr als am Freitag. Die Genesenen kommen aus Butzbach (1), Friedberg (1) und Gedern (1). In stationärer Behandlung aufgrund der Corona-Infektion befinden sich sieben Menschen (1), zwei Menschen befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung (0). Bislang sind mit der Corona-Infektion 13 Menschen im Wetteraukreis gestorben.

In den letzten sieben Tagen stieg die Zahl der Infizierten im Wetteraukreis mit seinen 308.000 Einwohnerinnen und Einwohnern um 38. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner liegt im Kreis damit bei dreizehn.Das Stufenkonzept der Landesregierung sieht ab 20 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage eine erhöhte Aufmerksamkeit, verstärkte Informationspflichten sowie bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen vor. Ab 35 Neuinfektionen gelten strengere Kontaktbeschränkungen. Einrichtungen in denen das Virus aufgetreten ist, werden geschlossen, zusätzliche Klinikbetten werden geschaffen. Ab 50 Neuinfektionen kommt es zu weitgehenden Einschränkungen. Einrichtungen und Betriebe müssen geschlossen, Zusammenkünfte untersagt und der Öffentliche Nahverkehr eingeschränkt werden. Ab 75 Neuinfektionen übernimmt dann zusätzlich der Krisenstab des Sozialministeriums in Wiesbaden die Steuerung der Maßnahmen.

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