Corona-Stufe rot

Inzidenz von 55,8 im Landkreis Gießen

Der Landkreis Gießen liegt seit Sonntag, 18. Oktober 2020, im roten Bereich beziehungsweise in der vierten von fünf Eskalationsstufen gemäß dem Eindämmungskonzept des Landes Hessen. Dies ist der Fall, wenn innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht werden.

Beschränkung von Kontakten

Die Inzidenz des Landkreises Gießen beträgt 55,8 (217 aktive Fälle), teilt die Pressestelle des Landratsamts mit. Der Landkreis Gießen besteht aus fünf Teilräumen. Der Teilraum Ost (Grünberg, Hungen, Laubach und Lich) hat eine Inzidenz von 30,2 (26 aktive Fälle). Die Stadt Gießen hat eine Inzidenz von 46,8 (65 aktive Fälle). Der Teilraum West (Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg) hat eine Inzidenz von 59,1 (26 aktive Fälle). Der Teilraum Nord (Allendorf Lumda, Buseck, Lollar, Rabenau, Reiskirchen und Staufenberg) hat eine Inzidenz von 68,6 (51 aktive Fälle). Der Teilraum Süd (Fernwald, Langgöns, Linden und Pohlheim) hat eine Inzidenz von 82,3 (49 aktive Fälle). Der Verwaltungsstab des Landkreises eine Beratung über weitere Maßnahmen in die Wege geleitet.

Aus der Statistik  gehen die Fallzahlen für die Gemeinen und Städte hervor.

In einer weiteren Pressemitteilung des Landratsamts geht es um die Corona-Warnstufe: Mit knapp 56 Fällen innerhalb der letzten sieben Tage ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Gießen so stark angestiegen, dass die zweithöchste Warnstufe des Landeskonzepts zur Eindämmung der Pandemie erreicht wurde. Dies bedeutet unter anderem eine konsequente Beschränkung von Kontakten, um weitere Infektionen zu vermeiden, sowie eine enge Abstimmung mit dem Covid-19-Planungsstab des hessischen Sozialministeriums und dessen ständige Information. „Wir haben die notwendigen Schritte umgehend eingeleitet und werden sowohl das Robert-Koch-Institut (RKI) als auch die Bundeswehr um Unterstützung bei der Nachverfolgung von Infektionsketten bitten“, erklärt Landrätin Anita Schneider. Zudem wird der Verwaltungsstab die Bundespolizei um Unterstützung der Kreisordnungsbehörde sowie der Ordnungsämter bitten. Ein geschultes Back-up-Team aus den Reihen anderer Bereiche der Kreisverwaltung wird das Gesundheitsamt unterstützen, so wie es bereits im Frühjahr 2020 der Fall war

Mancher Verzicht notwendig

Am Montagvormittag,  19. Oktober, hat der Verwaltungsstab des Landkreises die aktuelle Situation erörtert; dabei war auch ein Verbindungsbeamter der Polizei eingebunden. „Die steigenden Infektionszahlen lassen sich nicht auf einzelne Cluster zurückführen, sondern betreffen viele, voneinander unabhängige Geschehen. Mittlerweile lässt sich in nur noch etwa der Hälfte aller Fälle der Infektionsherd ermitteln“, erläutert Landrätin Schneider. Der Verwaltungsstab appelliert eingehend an Bürgerinnen und Bürger, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, Alltagsmasken zu tragen und auf nicht notwendige Besuche, Treffen, Fahrten und Reisen zu verzichten. „Jeder von uns hat in hohem Maß Verantwortung für andere Menschen“, unterstreicht  die Landrätin.

Der Landkreis hatte bereits kürzlich  mit zwei neuen Allgemeinverfügungen auf die steigenden Infektionszahlen reagiert (der „ Landbote“ berichtete darüber). Diese Verfügungen sehen unter anderem Beschränkungen für die Teilnehmerzahl von Feiern sowie eine Sperrstunde für die Gastronomie vor. Mit Blick auf die am19. Oktober getroffenen Entscheidungen des Corona-Kabinetts des Landes sowie die große Dynamik der Lage wird der Verwaltungsstab prüfen, welche weiteren Maßnahmen durch Allgemeinverfügungen geregelt werden müssen.

Fallzahlen für Kommunen

Der Verwaltungsstab des Landkreises hat wegen der steigenden Infektionszahlen auch entschieden, künftig Fallzahlen für einzelne Kreiskommunen zu veröffentlichen. „Bisher haben wir wegen vergleichsweise niedriger Zahlen mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte Infizierter davon abgesehen, weil in vielen Fällen einzelne Infizierte vor allem in kleineren Gemeinden identifizierbar geworden wären“, sagt Landrätin Schneider und fährt fort „Damit sind wir bisher ebenso vorgegangen wie Nachbarkreise, in denen es kleinere und ländlich geprägte Gemeinden gibt. Mit steigenden Zahlen und zunehmender Dauer der Pandemie ist diese Identifizierbarkeit einzelner Personen nicht mehr gegeben.“ Gleichwohl weist die Landrätin daraufhin, dass niedrige Fallzahlen in einer Gemeinde keinesfalls bedeuten, dass Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden müssen. Allein der Umstand, dass in vielen Fällen der Ursprung von Infektionen nicht ermittelt werden kann, bedeute besondere Vorsicht. 

Der Verwaltungsstab des Landkreises steht in Abstimmung mit den Kommunen. Wo besonders hohe Ansteckungszahlen verzeichnet werden, verweisen Gesundheitsamt und Kreisordnungsbehörde unter anderem auf die Notwendigkeit verstärkter Kontrollen sowie besonders intensiver Hygiene- und Abstandsvorkehrungen in Kitas und Gemeinschaftseinrichtungen.

Im Landkreis Gießen gab es (Stand 18. Oktober abends) 723 bestätigte Corona-Infektionen. Davon entfallen 265 auf die Stadt Gießen. Landkreisweit gibt es 217 aktive Fälle. Davon entfallen 65 auf die Stadt Gießen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Inzidenz) beträgt 55,8 für den Landkreis Gießen und 46,8 für die Stadt Gießen.

Aktive Fälle nach Gemeinden:

Allendorf/Lumda 3

Biebertal 5

Buseck 8

Fernwald 2

Gießen 65

Grünberg 5

Heuchelheim 3

Hungen 4

Langgöns 8

Laubach 8

Lich 9

Linden 8

Lollar 26

Pohlheim 31

Rabenau 4

Reiskirchen 4

Staufenberg 6

Wettenberg 18

Titelbild: Im roten Bereich ist der Landkreis Gießen bei den Neuinfektionen angelangt. (Foto: Jörg-Peter Schmidt)

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