Landesgartenschau 2027

Eintritt frei im Stadtpark Büdingen

von Corinna Willführ

Mit 3,5 Hektar ist der Stadtpark Büdingen deutlich kleiner als die Gelände der Landesgartenschau Oberhessen 2027 im Schlosspark Gedern und im Kurpark Bad Salzhausen. Auch wird es auf dem Areal hinter der Willi-Zinnkann-Halle keine Blumenschauen oder Beratungsgärten geben. Wo jetzt noch schwere Baufahrzeuge auf der Bruchwiese Tonnen von Erde bewegen, wird ein Stadtpark entstehen: „gleichzeitig Freizeitfläche und Schutzraum“. Auf Dauer. Ohne Eintritt – auch in der Zeit der LGS vom 22. April bis 3. Oktober 2027.

Freizeitfläche und Schutzraum

Noch ist viel Vorstellungsvermögen gefragt, wenn man auf die Großbaustelle hinter der Willi-Zinkann-Halle schaut. Schwere Baufahrzeuge bewegen Erdhügel um Erdhügel auf der Bruchwiese, auf der sich zuvor zwei Sportplätze befanden. Wie Bauleiter Christopher Blos berichtet, sind die Bagger GPS-gesteuert unterwegs. Ihre Fahrer wissen genau, wo die Erdmassen laut Plan auf- oder abgeladen werden müssen. Ein logistisches Manöver, das Kosten sparen soll. Denn die Erde bleibt da, wo sie war. Die belastete Schicht der ehemaligen Aschenbahn rund um das Sportgelände – versteht sich – wird fachgerecht entsorgt. Auch wenn der Büdinger Stadtpark die dritte Säule der Parks zur Landesgartenschau Oberhessen ist und viele Gäste in die Stadt bringen soll, steht bei dessen Konzeption im Mittelpunkt „gleichzeitig Freizeitfläche und Schutzraum“ zu sein. Auf Dauer und ohne Eintritt für die Nutzung.

Bauleiter Christopher Blos erklärt das System der Regengärten. ( Fotos: Corinna Willführ)

Zu den Freizeitflächen mit Sport- und Spielgelegenheiten gehören etwa ein Basketballfeld und zwei Boule-Bahnen. Treffpunkt für Jung und Alt sind unter anderen am „Stadtsofa“ oder dem „Wasserspiel“ vorgesehen. Auf dem Rathausvorplatz wird zudem eine Bühne für Kleinkunst entstehen (Umbauarbeiten laufen). Nicht zuletzt sind ein inklusiver Spielplatz auf Höhe der Kita „Wassertröpfchen“ (Richtung Brunostraße) und eine Calesthenics-Anlage nahe der Seeme zur Körperertüchtigung auf dem Gelände zu finden.

Regengärten zum Hochwasserschutz

Schutzraum soll der Park sein weil: mit den „Regengärten“, so eine Presse-Info der gGmbH Landesgartenschau Oberhessen der Stadtpark „das Prinzip der Schlammstadt aufgreift. Wasser wird gespeichert, der Hochwasserschutz verbessert.“ So entstehen entlang der Eberhard-Bauner-Allee als eine Maßnahme muldenartige Inseln, die Regenwasser aufnehmen können. Einen ersten Eindruck von diesem Prinzip kann man sich bereits machen. Auf einem Teil des gepflasterten Wegs, der die Innenfläche des „grünen Herzes“ des Parks umrundet, sind die ersten von rund 100 neuen Bäumen bereits gepflanzt Unzählige Stauden werden längs des rund 384 Meter langen „Loops“ – er ist dem Verlauf der einstigen Bahn an den Sportplätzen nachempfunden – folgen. Der Rundweg ist dabei höher angelegt als die Mitte des Areals, die vor der Erdschicht mit einer Drainage aus Schotter befüllt wird. So könne sie, mehr Wasser aufnehmen, erklärt Bauleiter Christopher Blos bei einem Rundgang mit Journalisten. „Das ist gelebter Hochwasserschutz.“ Das Innere des „grünen Herzens“ wird aus robustem Rasen bestehen. Picknicken und Spielen erlaubt. Zurück zum Wasser: Möge die Seeme in ihrem Bett bleiben. Schließlich sind an drei Stellen Zugänge am und zu dem Fließgewässer geplant. Zwei davon mit Sitzterrassen. Besonderer Punkt im dortigen Klimahain: eine Panoramaschaukel.

Der neue Stadtpark Büdingen wird in 2027 nicht nur ein Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher der LGS sein. Denn im Juni kommenden Jahres werden dort – und an anderen Orten der Stadt – zahlreiche Musizierende und Musikfreunde zum Landesmusikfest des Hessischen Musikverbandes erwartet. Eine Veranstaltung, die zu den über die Region bekannten Festen der Stadt wie der Froschparade zum Kinderfest, dem Mittelalterfest oder dem Gallusmarkt hinzukommt.

Titelbild: Blick auf die Großbaustelle, auf der Büdingens Stadtpark entsteht.

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