Warschauer Aufstand

Sie wollten frei sein

Die Ausstellung „Wir wollten frei sein und uns diese Freiheit selbst verdanken“ über den Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost wird am 21. August 2026 im Geschichtsort Adlerwerke in Frankfurt eröffnet. Teilnehmer des Aufstands waren im Konzentrationslager „Katzbach“ in den Frankfurter Adlerwerken interniert.

Junge Pfadfinder beteiligt

Die Armia Krajowa (polnische Heimatarmee) startete am 1. August 1944 in Warschau einen Aufstand gegen die deutsche Besatzung. 63 Tage dauerten die Kämpfe an, bis die deutschen Besatzungskräfte den Aufstand blutig niedergeschlagen und Warschau fast vollständig zerstört hatten, berichtet der Geschichtsort in einer Pressemitteilung.

An dem Aufstand hatten sich auch junge Pfadfinder beteiligt. Sie überbrachten Nachrichten und machten Meldegänge. Ihre Lebensgeschichten und die Rolle der Pfadfinderorganisationen beim Aufstand gegen die deutsche Besatzung sind in Deutschland bisher wenig bekannt. Durch die Ausstellung soll sich das ändern.

Die Geschichte des Konzentrationslagers „Katzbach“ in den Frankfurter Adlerwerken ist eng mit dem Warschauer Aufstand 1944 verknüpft. „Ein Großteil der Häftlinge, die in das KZAußenlager in den Frankfurter Adlerwerken kam, wurde während des Warschauer Aufstandes festgenommen und über das Durchgangslager Prusków und die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau nach Frankfurt verschleppt“, erklärt Thomas Altmeyer, wissenschaftlicher Leiter des Geschichtsorts Adlerwerke.

Das schlimmste Lager war das KZ „Katzbach“

Einer der ins KZ „Katzbach“ verschleppten war Andrzej Branecki (1930-2020), der schon als Schüler als Mitglied einer Pfadfinderorganisation war. „Bereits vor dem Aufstand übernahm er Beobachtungsaufgaben, verteilte Pakete mit Untergrundliteratur und Waffen. Auch während des Aufstandes war er mit verschiedenen Aufträgen unterwegs, transportierte aber auch Verwundete in ein Krankenhaus“, berichtet Thomas Altmeyer.

Andrzej Branecki war 15, als er in das Konzentrationslager in den Frankfurter Adlerwerken kam. Er gehört zu den wenigen Überlebenden des Lagers und des Todesmarsches nach Auflösung am 24. März 1945. Er setzte sich nach dem Krieg als Zeitzeuge für eine Gedenk- und Bildungsstätte hier in Frankfurt ein. Im Rückblick auf die Zeit seiner Inhaftierung hat er festgehalten: „Ich war Häftling in den Konzentrationslagern Dachau, Mannheim, Buchenwald und – dem schwersten Lager, das ich durchgemacht habe – in Frankfurt am Main.“

Mit der Ausstellung über den Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost blickt der Geschichtsort Adlerwerkle auf die jüngsten Teilnehmer am Warschauer Aufstand, ihre Lebensgeschichten, ihren Mut, aber auch die Post, die sie überbrachten. Harald Rosteck, Kurator der Ausstellung: „Für die Absender und Adressaten der Post wurden die Pfadfinder zu den ‚Trägern der Hoffnung‘. Sie genossen höchste Anerkennung und ernteten tiefe Dankbarkeit, und dies bis heute.“

Die Ausstellung „Wir wollten frei sein und uns diese Freiheit selbst verdanken.“ – Der Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost wurde vom Pfadfinder-Förderkreis Nordbayern e.V. erarbeitet. Sie wird im Geschichtsort Adlerwerke in Kooperation mit Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (LAGG e.V.), dem Förderverein der Gedenk- und Bildungsstätte Geschichtsort Adlerwerke und dem Freundeskreis Frankfurt/Krakau (Deutsch-Polnische Gesellschaft Frankfurt am Main) e.V. gezeigt.

Die Ausstellung „Wir wollten frei sein und uns diese Freiheit selbst verdanken.- Der Warschauer Aufstand 1944 und seine Pfadfinderpost“ ist vom 21. August bis 20. September 2026 im Geschichtsort Adlerwerke, Kleyerstr. 17 in 60326 Frankfurt am Main zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag 14 bis 18 Uhr und Sonntag 14 bis 17 Uhr. Die Ausstellungseröffnung mit Kurator Harald Rosteck ist am 21. August um 18 Uhr.

Titelbild: Das Denkmal für den Warschauer Aufstand in Warschau. (Bildquelle: Wikipedia/Von Spens03 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, httpscommons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=20725844)

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