Waldsterben

Hessischen Forst besser schützen

Dem hessischen Wald geht es weiter schlecht. „Die Ergebnisse der Waldzustandsaufnahmen 2021 belegen für den hessischen Wald einen seit 2019 anhaltend schlechten Vitalitätszustand“, heißt es im Waldzustandsbericht 2021, der am 4. November 21021 vorgestellt wurde. Der Naturschutzbund Hessen fordert mehr Vorsorge beim Waldschutz und auch der forstpolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion Markus Meysner stellt fest: „Der Wald in Hessen braucht unsere Hilfe.

Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Hessen bleibe bei allen Baumarten mit 26 Prozent auf einem hohen Niveau. 2020 seien es 28 Prozent gewesen, heißt es im Waldschadensbericht. Bei den älteren Bäumen sei die Kronenverlichtung mit 31 Prozent exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Die mittlere Kronenverlichtung der jüngeren Bäume habe sich von 20 Prozent in 2020 auf 14 Prozent verbessert. „Nach der erheblichen Verschlechterung des Vitalitätszustandes hessischer Wälder 2019 und 2020 hat sich das Schadniveau in 2021 nicht deutlich verbessert. In den Jahren 2019 bis 2021 ist eine starke Destabilisierung der hessischen Wälder eingetreten“, stellt der Waldschadensbericht fest.

Mehr Wildnisgebiete nötig

Die Folgen der vergangenen Dürresommer seinen für den Wald dramatisch, erklärt der Naturschutzbund (Nabu) Hessen in einer Stellungnahme zum Waldschadensbericht. „Wir haben in nur wenigen Jahren eine Waldfläche verloren, die rund dreimal so groß ist wie der gesamte Reinhardswald“, stellt Mark Harthun fest, Geschäftsführer Naturschutz des Nabu. Für die nächsten Jahre sei mit weiteren Dürresommern zu rechnen. Deshalb müssten Waldbesitzer neben einer naturnahen Wiederbegründung abgestorbener Waldflächen mehr Vorsorge beim Waldschutz betreiben: „Für einen effektiven Klimaschutz braucht Hessen mehr Wildnisgebiete ohne Holznutzung“, erklärt Harthun. Hier könne sich das Kronendach der Bäume schließen und dadurch den Wald vor gefährlicher Austrocknung schützen. Die wieder entstehenden Naturwald-Strukturen seien zudem wichtige Lebensräume für waldtypische Arten. Besonders gefährdet seien Tiere, Pflanzen und Pilze, die auf alte Bäume angewiesen sind.

Auch für den weiterhin bewirtschafteten Wald empfiehlt der Nabu Zurückhaltung bei der Holzernte. Oberstes Gebot sei es nun, die Bestände so geschlossen wie möglich zu halten, damit die Bäume gegen Austrocknung und Sonnenbrand geschützt blieben. Deshalb empfiehlt der Nabu, die Altersklassenforste in strukturreiche Dauerwälder umzuwandeln und bei der Holznutzung auf eine Einzelstamm-Nutzung statt auf große Auflichtungen zu setzen. Künftig müsse in Hessen insbesondere im öffentlichen Wald gelten: „Walderhalt vor Holznutzung“, so Harthun. Denn der Wald habe neben der Holzproduktion noch viele andere wichtige Funktionen, wie Artenschutz, Erholung, Grundwasserbildung und Bodenschutz. Dafür müsse aber der verschwenderische Umgang mit Holz aufhören. So werde derzeit noch über 70 Prozent des genutzten Laubholzes einfach verbrannt. Holz sei künftig ein kostbarer Rohstoff, mit dem sorgsam umgegangen werden müsse, betont der Nabu

Waldstärkungsprogramm

„Durch zu viel Trockenheit, durch Stürme, durch den Borkenkäfer und andere Schädlinge ist der Wald in einem schlechten Gesundheitszustand. Rund ein Viertel der Bäume hat aktuell mit einer lichter werdenden Baumkrone zu kämpfen, bei den für die Kohlendioxid-Speicherung so notwendigen älteren Laubbäumen sogar ein Drittel“, stellt CDU-Forstexperte Meysner fest. Als waldreichstes Land habe die Landesregierung mit einem eigenen Programm zum Waldaufbau und Waldumbau reagiert. Meysner: „Im größten Waldstärkungsprogramm der Geschichte stehen bis 2023 insgesamt 260 Millionen Euro bereit, von denen ein guter Teil an private und kommunale Waldeigentümer fließt. Denn wir wollen den Wald als Klimaschützer, als Ökosystem, als Naherholungsraum, als Wirtschaftsfaktor und auch als wichtigen Bestandteil unserer Landeskultur erhalten.“

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