Taufe im Schloss

Museumsboot steuert durch Gießen

von Jörg-Peter Schmidt

Ein mobiles Museum:  Das dürfte wohl Seltenheitswert haben – besonders, wenn es sich dabei um ein Schiff handelt. Im Hof des im Gießener Alten Schloss untergebrachten Oberhessischen Museums wurde am Museumsboot die entsprechende Taufe vollzogen.

Ein Elektro-Lastenrad wurde dabei in ein rollendes Boot verwandelt, das bei der Taufe den Namen „Jette“ erhielt. Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des am Brandplatz gelegenen Museums werden künftig mit dem Museumsboot „Jette“ in Gießen unterwegs sein, um mit Bürgerinnen und Bürgern zu plaudern. Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz  erläuterten beim Pressetermin vor der offiziellen Taufe, was mit dem schicken Boot geplant ist: Geschichten sammeln, die man von der Bevölkerung erfährt, die wiederum über die Museums-Entwicklung informiert werden soll. Zum Oberhessischen Museum gehören noch das nahegelegene  Wallenfels’sche Haus am Kirchenplatz und das Leib’sche Haus (Georg-Schlosser-Straße) dazu.

Sie stellten „Jette“ vor: von links: Ingke Günther, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Johannes Schmid  und Museumsleiterin  I
Dr. Katharina Weick-Joch. (Foto: Jörg-Peter Schmidt)
Sie stellten „Jette“ vor: von links: Ingke Günther, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Johannes Schmid  und Museumsleiterin  I
Dr. Katharina Weick-Joch. (Foto: Jörg-Peter Schmidt)

Henriette Fürth Namensgeberin

Die Oberbürgermeisterin berichtete auch, wie es zu dem Namen „Jette“ kam. Während des Internationalen Museumstags im Mai 2021 konnten die Bürger selbst bestimmen,  wie das künftige  Boot heißen soll. Man konnte dabei zwischen drei Frauen auswählen, die als Persönlichkeiten der Gießener Stadtgeschichte gelten. Die Mehrheit entschied sich bei der Abstimmung für Henriette Fürth. Sie wurde 1861 als Tochter jüdischer Eltern in Gießen geboren und machte sich einen Namen als Publizistin, Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin. Sie gehörte dem Frankfurter Stadtparlament an. „‚Jette‘ ist ein symbolträchtiger Name, der auch als Kosename dem Projekt des Oberhessischen Museums  Erfolg versprechen soll“, so Grabe-Bolz dazu. 

Die (Kose-)Namensgeberin des Boots,  Henriette Fürth (1861 - 1938) ist auf diesem historischen Foto 1904 in der vorderen Reihe als zweite von rechts abgebildet. Das Foto zeigt den erstes Vorstand des Vereins "Weibliche Fürsorge" in Frankfurt a. M. (Quelle, Wikipedia, Leo Baeck Institute)
Die (Kose-)Namensgeberin des Boots,  Henriette Fürth (1861 – 1938) ist auf diesem historischen Foto 1904 in der vorderen Reihe als zweite von rechts abgebildet. Das Foto zeigt den erstes Vorstand des Vereins „Weibliche Fürsorge“ in Frankfurt a. M. (Quelle, Wikipedia, Leo Baeck Institute)

Bei dem Pressetermin wurde auch Johannes Schmid von der  flux-Werk GmbH (Gießen) vorgestellt. Er hat die individuellen Aufbauten, die das Lastenrad in ein Boot verwandelten, vorgenommen. 

Offizielle Taufe im Schlosshof

Am frühen Abend fand dann die offizielle Taufe im Hof des Alten Schlosses statt –  organisiert in Kooperation mit der Initiative „Gärtnerpflichten“, die sich das Ziel gesetzt,  Gießen weiterzuentwickeln. Deshalb wurden Ingke Günther und Jörg Wagner von „Gärtnerpflichten“ ins Boot geholt. Während der Tauffeier unterhielt die Gießener Band „Fern der Heimat“ mit Seemannsliedern.

Am Abend spielte die Band "„Fern der Heimat", die sich auch bei der Taufe  engagierte.“.   (Foto: Stadt Gießen) 

Am Abend spielte die Band „„Fern der Heimat“, die sich auch bei der Taufe engagierte.“.   (Foto: Stadt Gießen) 
Patenschaften übernommen

Wie Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch außerdem berichtete, haben Unterstützer des mobilen Museums  Patenschaften für das Boot übernommen.  Dazu gehören der städtische Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher, die Band „Fern der Heimat“ (mit Sabine Raatz am Akkordeon, Bertram B. Ohne an der Gitarre, Philipp Lampert am Bass und Andreas Eikenroth Gesang und Rezitation). Stefanie Flauger und Johannes Schmid werden „Jette“ bei ihren Ausflügen begleiten. Die Museumsgesellschaft  Gießen übernimmt als Förderverein des Oberhessischen Museums eine  Patenschaft.

Schon bald wird das Boot im Einsatz sein.  Am Mittwoch,  21. Juli 2021 liegt es von 10 bis 13 Uhr beim Gießener Wochenmarkt vor Anker. Für die Bürger, die sich an der Aktion beteiligen werden,  gibt es dabei kleine Überraschungen. 

Das mobile Boot wird künftig an verschiedenen Stationen Gießens vor Anker gehen. Erstmals am  21. Juli 2021 während des Wochenmarktes. (Foto: Jörg-Peter  Schmidt)
Das mobile Boot wird künftig an verschiedenen Stationen Gießens vor Anker gehen. Erstmals am  21. Juli 2021 während des Wochenmarktes. (Foto: Jörg-Peter  Schmidt)

Das Oberhessische Museum

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