Streuobst

Naturschutz-Apfelsaft verkauft

Die Landschaftspflegevereinigung Gießen (LPV) hat im Jahr 2021 insgesamt 270 Liter selbst gekelterten Saft von den Äpfeln des Streuobstgebiets „Hohl“ in Reiskirchen an das Personal der Kreisverwaltung Gießen verkauft. Auf den Streuobstwiesen im Landkreis reifen jedes Jahr Äpfel heran, die oft nicht geerntet und verwertet werden und daher ungenutzt vom Baum fallen.

Dies möchte die LPV mit dem Projekt „Naturschutz-Apfelsaft“ verhindern. „Gerne unterstützen wir das Projekt hier in der Kreisverwaltung“, sagt Umweltdezernent Christian Zuckermann in einer Pressemitteilung des Landkreises. „Zum einen können wir so nachhaltig die Obstverwertung der Streuobstwiesen fördern und zum anderen unserem eigenen Team regionalen Apfelsaft in Top-Qualität anbieten.“

Einsatz für Landschaftspflege

In enger Abstimmung mit der Kreisverwaltung Gießen und deren Unterer Naturschutzbehörde engagiert sich die LPV als gemeinnütziger Verein für den Naturschutz und die Landschaftspflege im Landkreis. Hierbei ist die Erhaltung und Pflege von bedrohten Streuobstbeständen seit mehreren Jahren ein Schwerpunkt der Arbeit. „Streuobstwiesen sind Hotspots der Biodiversität“, erklärt Katharina Habenicht, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde. „Durch das Wirken der LPV in eigenen Beständen im Kreisgebiet werden die Bestände gepflegt, durch Nachpflanzungen verjüngt, und dadurch in ihrem Fortbestand erhalten.“

Schutz für die Natur

Die Streuobstwiesen der Gemeinde Reiskirchen liegen innerhalb eines sogenannten FFH-Gebietes. FFH-Gebiete – die Abkürzung steht für Flora-Fauna-Habitat – sind europäische Schutzgebiete für Natur und Landschaft, die den Artenschwund stoppen und die Vernetzung verschiedener Lebensräume erhalten sollen. Im Streuobstgebiet „Hohl“ hat die LPV die Verwertung des Obstes sowie die Betreuung der Bäume übernommen. Das Obst sei daher, wenn auch ohne Zertifikat, vergleichbar mit Bio-Qualität, erklärt Fabian Zech von der LPV.

Saft wird vorgefiltert

Der naturbelassene Apfelsaft wird vorgefiltert und bei 78 Grad vitaminschonend pasteurisiert. Die Folienbeutel der Saftpacks sind ohne Weichmacher produziert und können über den Gelben Sack entsorgt werden. Die Saftboxen aus Pappe können zurückgegeben und im Folgejahr wieder für den Transport der Folienbeutel eingesetzt werden.

Weitere Informationen gibt es unter www.lpv-giessen.de sowie unter www.lkgi.de – Umwelt/Bauen/Abfall – Naturschutz – Streuobstwiesen.

Titelbild: Die Nachfrage ist riesig: Im Beisein von Umweltdezernent Christian Zuckermann (1. v. r.) und Katharina Habenicht, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde (2. v. r.), verkauft Fabian Zech von der LPV (links) den ersten Apfelsaftkarton an eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung. (Foto: Landkreis Gießen)

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