Rassismus

Gesichter gegen Fremdenfeindlichkeit

„Auch die Kartoffel ist Ausländerin“ oder „Vielfalt gegen Einfalt“ steht auf den Schildern, die freundliche Menschen in die Kamera halten. Die Rosbacher Fotografin Karin Günther-Thoma hat die Schwarz-Weiß-Fotos vor fast 30 Jahren aufgenommen, als Gegengewicht zu den fremdenfeindlichen Brandanschlägen damals. Nun stellt sie ihre Fotos anlässlich der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ erneut an öffentlichen Plätzen aus, weil sie festgestellt hat, „dass die Aktion, die ich 1992 begonnen hatte, heute ebenso stattfinden könnte“.

Die Freundbilder wenden ins Positive

Karin Günther-Thoma. (Foto: Rieb)

Unter dem Motto „Gesicht zeigen und Stellung nehmen“ wollte sie damals mit ihren Freundbildern ein Gegengewicht zu den Bildern der Brandanschläge von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen schaffen, „die in fataler Weise an Fotos der brennenden Synagogen vom November 1938 erinnerten“, sagt sie. Mit ihrer Aktion wollte sie keine weiteren Polarisierungen schaffen. „Daraus ergab sich die Bildkomposition: freundliche, offen in die Kamera schauende Gesichter, so dass für den späteren Betrachter der Eindruck direkten Blickkontaktes entsteht. Wesentliches Element ist das weiße Schild mit der Meinungsäußerung. Die Reminiszenz an jene Schilder, mit denen die SA seinerzeit missliebige Menschen an den Pranger gestellt hatte, ist durchaus gewollt. Ausgrenzung war die Absicht, Zwang, Vereinzelung und öffentliche Demütigung dienten als Mittel. Die Freundbilder sehen eine Wendung ins Positive vor: Freiwilligkeit statt Zwang, Stellungnahme statt Bloßstellung, Vielzahl statt Vereinzelung“, erläutert sie. Karin Günther-Thoma: „Leider haben sie in drei Jahrzehnten nichts an Aktualität eingebüßt, wie die gerade ein Jahr zurückliegenden Morde von Hanau gezeigt haben.

Aus Anlass der Internationalen Wochen gegen Rassismus sind einige im Rahmen der Aktion entstandene Fotos wieder in Frankfurt (Brotfabrik), in Friedberg (Schauraum des Theaters Altes Hallenbad; Ulenspiegel) und in Rosbach (Fuhrstraße 2) zu sehen.

Ein Gedanke zu „Rassismus“

  1. Hallo Karin,
    schön dich hier zu treffen. Und schön, das du deiner Sache treu geblieben bist. Ich bin z.Z am zweiten Wohnsitz in Garmisch-Partenkirchen. Vielleicht sehen wir uns mal wieder hier, in Frankfurt oder in Rosbach.
    Bis vielleicht bald
    Rainer

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