Gewalt an Frauen

Orange Day-Aktionen in der Region

Von Corinna Willführ

Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, dem „Orange Day“, Donnerstag, 25. November 2021, rufen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die DGB-Frauen Frankfurt am Main und weitere 40 Organisationen zu einer Demonstration auf. In der Wetterau ist die zentrale Eröffnungsveranstaltung am „Orange Day“ auf dem Aliceplatz in Bad Nauheim. Koordiniert wird diese von den Zonta-Clubs. Der Wetteraukreis zeigt außerdem Flagge, indem in verschiedenen Kommunen Fahnen von „terre des fremmes“ gehisst werden. Zudem werden Gebäude vom Gewerkschaftshaus in Frankfurt über des Oberhessische Museum Gießen bis zum Marktplatz in Nidda am 25. November in Orange angestrahlt.

Vor 20 Jahren hat das Women’s Global Leadership weltweit einen Aufruf gestartet, gegen Gewalt an Frauen vorzugehen. Seit 2008 gibt es die „Unite to end violence against women“. 2017 hat die Bundesrepublik Deutschland die Istanbul-Konvention ratifiziert. Doch die Gewalt an Frauen hat nicht abgenommen, nicht nur in Kriegsgebieten. In der Corona-Pandemie ist die Zahl (der bekannt gewordenen) Übergriffe im häuslichen Umfeld stark angestiegen. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Umso wichtiger ist es am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, dem „Orange Day“, dieser zu begegnen.

Mehr Gewalt gegen Frauen in der Pandemie

Die Zahlen sind kaum vorstellbar: Jeden dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. In 2019 waren hierzulande 115.000 Frauen von Partnerschaftsdelikten betroffen. Das war noch vor Corona. „Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Die desaströsen Auswirkungen der Pandemie auf die Rechte von Frauen und Mädchen sind bereits deutlich sichtbar. Gerade jetzt muss die Umsetzung der Istanbul Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt und anderer Internationaler Vereinbarungen wie die UN Resolution gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) ganz oben auf die politische Agenda, um zu verhindern, dass die fragilen Errungenschaften für Geschlechtergleichstellung der vergangenen Jahrzehnte zu Nichte gemacht werden“ heißt es auf der Webseite der UN-Women (www. un.women.de).

Das konkrete Anliegen der Aktionen in 2021: Die zukünftige Bundesregierung aufzufordern, eine staatliche Koordinierungsstelle einzurichten, um ressortübergreifend eine Gesamtstrategie gegen Gewalt an Frauen zu entwickeln und durchzusetzen. Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, kann bei den teilnehmenden Organisationen und auch im Netz eine Petition unterschrieben werden.

Ein Auszug im Wortlaut: „Mit meiner Unterschrift fordere ich die Bundesregierung auf, eine ressort-übergreifende Gesamtstrategie zu entwickeln, um Gewalt gegen Frauen zu verhüten und zu bekämpfen und damit Artikel 7 und 10 des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt umzusetzen sowie den Empfehlungen des Bündnisses der Istanbul Konvention zu folgen. Ein zentraler Punkt dabei ist die Einrichtung einer bundesweiten staatlichen Koordinierungsstelle. Ebenso unterstütze ich die in der Istanbul Konvention geforderte umfassende Aus-und Weiterbildung von Mitarbeiter*innen aller Berufsgruppen, die mit Betroffenen und Tätern in Kontakt kommen, sowie die entsprechende Entwicklung von Curricula für Kindergärten und Schulen.“ (Quelle: Zonta International Germany)

Die Istanbul-Konvention

In der Europäischen Union hat ein Fünftel bis ein Viertel aller Frauen schon mindestens einmal im Leben physische Gewalt erlebt. Darunter mehr als ein Zehntel aller Frauen auch sexualisierte Übergriffe. Meistens waren die Täter Männer aus dem direkten Umfeld der Betroffenen.

Der Europarat hat deshalb 2011 die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt als völkerrechtlichen Vertrag ausgefertigt, der 2014 in Kraft trat. Der Grundsatz der Konvention in Art. 1a lautet: „Zweck dieses Übereinkommens ist es, Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen und Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhüten, zu verfolgen und zu beseitigen.“ Bis heute haben 46 Mitgliedsstaaten des Europarats die Konvention in Istanbul unterzeichnet, 34 von ihnen haben sie inzwischen ratifiziert. (Quelle: wikipedia)

Die Demonstration des Frankfurter Bündnisses für Frauenrechte beginnt um 17 Uhr am Willy-Brandt-Platz.

Im Wetteraukreis findet die Auftaktveranstaltung zum „Orange Day“ am Donnerstag, 25. November, 16 Uhr, am Aliceplatz in Bad Nauheim statt. Dort können sich alle Unterstützer/Unterstützerinnen nicht nur in die Petitionsliste eintragen, sondern sich auch über die Arbeit des Frauen-Notrufs Wetterau mit Sitz in Nidda, von Wildwasser Wetterau, das vornehmlich Beratungsstelle für Mädchen und Frauen, die Opfer sexuellen Missbrauchs wurden und die Arbeit des Vereins „Frauen helfen Frauen“ (Wetterauer Frauenhaus) informieren. Durchführende Organisation ist die Regionalgruppe Bad Nauheim-Friedberg des Zonta-Clubs International. Dessen Kampagne steht unter dem Motto „Zonta says No.“

Ebenfalls am 25. November werden am Friedberger Kreishaus sowie an acht Gebäuden Wetterauer Kommunen und der Technischen Hochschule Mittelhessen Fahnen der internationalen Frauenschutzorganisation „terres des femmes“ gehisst. Organisiert hat die Aktion der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises mit den Frauenbeauftragten der beteiligten Kommunen. Farbe zeigen darüber hinaus weitere Städte und Gemeinden, in denen wie in Nidda Gebäude in Orange beleuchtet werden.

Auch das Oberhessische Museum in Gießen bekennt Farbe und wird an diesem Tag den Heidenturm am Alten Schloss beleuchten, kündigt die Stadt Gießen in einer Pressemitteilung an. Die Aufmerksamkeit für das Problem von Gewalt gegen Frauen und Mädchen soll in die Öffentlichkeit getragen werden und ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden.

frauenseiten.wetterau.de

zonta-bad-nauheim-friedberg.de

frauenrechteffm.de

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