Freizeitheim Uhu

Jubiläum wird gefeiert

Die Evangelische Jugend betreibt bei Langenhain-Ziegenberg das Freizeitheim „Uhu“, das in seiner heutigen Form 1983 eröffnet wurde. Weil im vergangenen Jahr das Jubiläum verpasst wurde, wird die Feier nun unter dem Motto „40 + 1 Jahre Uhu“ mitt einem tag der offfenen Tür am Samstag, 29. Juni 2024, nachgeholt.

Anfänge gehen bis 1919 zurück

„Wenn es ganz still ist, kann man den Uhu, den Namensgeber der Freizeiteinrichtung am Ortsrand von Langenhain-Ziegenberg, tatsächlich hören. Doch still ist es rund um das rot geklinkerte Selbstversorgerhaus selten – den ganzen Sommer über herrscht dort reger Betrieb. Umgeben von Wäldern und Feldern mit herrlichem Blick in die Ferne ist der Uhu ein beliebtes Ausflugsziel und Herberge für Kinder-, Jugend und Konfigruppen, Vereine oder auch für Familien aus der ganzen Region – und das bereits seit über 40 Jahren“, schreibt das Evangelische Dekanat Wetterau in einer Pressemitteilung.

In seiner heutigen Form wurde das Freizeitheim 1983 eingeweiht. Die Ursprünge des Hauses gehen aber auf das Jahr 1929 zurück. Damals besaß die evangelische Kirchengemeinde Bad Nauheim auf dem Gelände des Reichenberg bei Langenhain eine kleine Jagdhütte für Jugendgruppen und Gemeindetreffen. „Das jährliche Landheimfest mit Gottesdienst war ein Höhepunkt im Gemeindeleben“, berichtet das Evangelische Dekanat Wetterau. Schon lange vorher sie diese Gegend im Volksmund „Uhu“ genannt worden.

In diese Form besteht das Freizeitheim Uhu seit 1983. (Foto: Christian Kühl )

Hitlerjugend steckt das Haus an

Nachdem die Nazis 1933 an die Macht gelangt waren, sei immer wieder und auf unterschiedliche Weise von politischen Stellen versucht worden, die Nutzung des Hauses zu verbieten. Das sei misslungen, „weil sich der Bad Nauheimer Kirchenvorstand, besonders Pfarrer Paul G. Schäfer, sehr mutig dagegen wehrte. Am 29. Juli 1939 steckte eine Hitler-Jugend-Einheit das Haus in Brand. Der damalige Langenhainer Bürgermeister H. Gebhardt lehnte einen Wiederaufbau unter Hinweis auf die faschistische Weltanschauung strikt ab“, so das Dekanat in seiner Pressemitteilung.

Schon kurz nach dem Krieg habe es wieder kleinere Freizeiten und Treffen auf dem „Uhu“ gegeben. Die Gemeinde und besonders die christlichen Pfadfinder Bad Nauheims seien initiativ geworden, dort ein neues und größeres Jugendheim zu errichten. Am 1. Dezember 1957 sei der Landheim-Arbeitskreis der evangelischen Jugend Bad Nauheim e.V. gegründet worden. Erster Vorsitzender und treibende Kraft sei der Arzt und Pfadfinder Dr. Friedrich Schnabel gewesen. 1968 seien die evangelischen Dekanate Bad Vilbel, Butzbach und Friedberg (heute Dekanat Wetterau) dazu gestoßen, später auch das Dekanat Usingen und eine Reihe Kirchengemeinden. Es wurde mit dem Bau begonnen und 1973 der erste Bauabschnitt eingeweiht, 1983 war die heutigen Einrichtung fertiggestellt.

Es gibt nur noch wenige dieser Selbstversorgerhäuser

Als Selbstversorgerhaus sorgt im Uhu jede Gruppe bei ihrem Aufenthalt selbst für ihr Programm und die Verpflegung. Im Haus gibt es Schlafplätze für bis zu 64 Personen, der Zeltplatz ist auch für größere Gruppen geeignet. In den Küchen können Mahlzeiten für bis zu 160 Personen zubereitet werden – mit Hilfe von riesigen Töpfen und Pfannen.

Inzwischen ist der Uhu schon so etwas wie eine Rarität, denn „es gibt in der Region nicht mehr viele Selbstversorgerhäuser wie unseren Uhu. Deshalb ist es uns umso wichtiger, unser Haus noch viele weitere Jahre zu erhalten“, wird Peter Bergmann, Vorstandsmitglied und Dekanatsjugendreferent in der Wetterau, der schon viele Freizeiten mit Kindern- und Jugendlichen im Uhu verbracht hat, in der Pressemitteilung zitiert. Das ist für den Trägerverein nicht immer leicht. Die Corona-Pandemie etwa hat die Freizeiteinrichtung schwer getroffen. Buchungen wurden storniert, die Einnahmen brachen weg. Gleichzeitig musste das Flachdach am großen Trakt dringend saniert werden. „Um unserer Einrichtung in Schuss zu halten und weiterhin niedrige Preise anbieten zu können, sodass auch Kinder und Familien, die sich teure Urlaube nicht leisten können, eine schöne Zeit im Uhu verbringen können, benötigen wir Unterstützung“, wird Christian Kühl, stellvertretender Vorsitzender des Landheimarbeitskreises der Evangelischen Jugend e.V., zitiert. Einzelpersonen, aber auch Kirchengemeinden und Vereine können gegen einen geringen Jahresbeitrag Mitglied im Trägerverein werden. Kühl: „Aber auch einzelne Spenden oder Kollekte sind für unseren Verein sehr wertvoll.“

Am Samstag, 29. Juni, sind ab 14 Uhr alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür mit Kaffee und Kuchen eingeladen. „Wir bieten Führungen durch unser Haus an und wollen gemeinsam mit Besuchern in Erinnerungen schwelgen, aber auch in die Zukunft blicken“, so Bergmann. Anmeldungen per E-Mail an jubel@freizeitheim-uhu.de K sind erwünscht, um Kuchen und Getränke besser planen zu können.

freizeitheim-uhu.de

Titelbild: Das Freizeitheim Uhu von der einer Drohne aus fotografiert. (Foto: Alexey Semenov)

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