Coronavirus

Zwei Erkrankte in Gießen

Der Coronavirus (COVID-19) hat in den vergangenen Tagen auch Hessen erreicht – und es gibt erstmals eine solche Erkrankung in Gießen. Näheres dazu gab das Landratsamt Gießen am Samstag, 29. Februar 2020 an seinem Standort am Riversplatz bekannt. Landrätin Anita Schneider, Gesundheits- und Sozialdezernent Hans-Peter Stock und Dr. Jörg Bremer, der beratend für das Kreisgesundheitsamt tätig ist, berichteten: Bei der zuerst erkrankten Person handelt es sich um eine 24-jährige Studentin, die sich bei einer Karnevalsveranstaltung im nordrhein-westfälischen Landkreis Heinsberg infiziert hat. Sie wohnt, wie eingangs erwähnt, in Gießen.

Studentin und Mitbewohner betroffen

In der Zusammenfassung  der Pressestelle des Kreises Gießen ist die Entwicklung nach der Infizierung wie folgt zusammengefasst: Nachdem die junge Frau Symptome gezeigt hatte, habe sie sich am Freitag, 28. Februar, beim Gesundheitsamt gemeldet, so Anita Schneider. Die Studentin, die sich aufgrund der Semesterferien zurzeit nicht an der Universität aufhält, sei daraufhin untersucht, getestet und zu Hause isoliert worden. Auch ihr Mitbewohner ist an dem Virus erkrankt, berichtete die Kreispressestelle jetzt.

Die Infektionskette könne bis zur Karnevalsveranstaltung zurückverfolgt werden, wie Dr. Jörg Bremer resümierte. Insgesamt zwölf Personen, mit der die Erkrankte seit ihrer Rückkehr Kontakt hatte, wurden ermittelt. Sechs von ihnen stammen aus Hessen, die übrigen aus anderen Bundesländern. Nur eine weitere Kontaktperson stammt aus dem Landkreis Gießen. „Alle Kontaktpersonen sind isoliert, werden untersucht und sind in Betreuung der jeweiligen Gesundheitsämter“, so Gesundheitsdezernent Stock. Isoliert und in Betreuung des Gesundheitsamtes Gießen ist auch der erkrankte Mitbewohner der jungen Frau.


Der Fall in Gießen beschäftigt regionale und überregionale Medien, zumal es eine Verbindung zu Nordrhein-Westfalen gibt. Auch Dr. Jörg Bremer (links) musste zahlreiche Fragen beantworten. 
 

Leichte Krankheitsanzeichen

Die Frau und ihr Mitbewohner zeigen nur leichte Krankheitsanzeichen auf.

„Das Gesundheitsamt ist gut aufgestellt, um der Situation zu begegnen“, hob die Landrätin hervor. Der Landkreis stehe in ständigem Kontakt mit dem Land Hessen, arbeitet mit den niedergelassenen Ärzten, dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst sowie den Krankenhäusern zusammen. Gemeinsam mit diesen Beteiligten sowie dem Rettungsdienst gibt es seit kurzem eine enge Abstimmung in der Koordinierungsrunde Influenza.

Derzeit gebe es keine Veranlassung, Einrichtungen zu schließen. Die Veranstalter der derzeitigen  Messe BauExpo in Gießen sind durch das Gesundheitsamt für die Situation sensibilisiert worden, insbesondere auf Hinweise für Handhygiene und die Empfehlung, auf das Händeschütteln zu verzichten. „Die BauExpo ist eine regionale Messe. Mittelhessen ist kein Risikogebiet nach der Definition des Robert Koch-Instituts. Die aktuell vorliegende Coronavirus-Erkrankung hat ihren Ursprung außerhalb Hessens und die Infektionskette ist bekannt“, so Anita Schneider, die an die Bevölkerung appellierte: „Wir sollten aufmerksam sein, aber immer angemessen und dem Einzelfall entsprechend handeln.“

Der Landkreis Gießen hat Informationen und Empfehlungen zum Thema Coronavirus auf seiner Internetseite unter lkgi.de bereitgestellt.

Es gibt eine hessenweite Hotline zum Coronavirus unter Telefon 0800 5554666 (montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr).

Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen ist unter Telefon 0641 9390-1400 montags bis donnerstags zwischen 8 und 16 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 14 Uhr zu erreichen. Für Notfälle gibt es außerdem rund um die Uhr eine Rufbereitschaft, auf die per Bandansage hingewiesen wird. Aktuell gibt es eine Rufnummer rund um die Uhr: 0641-93903560.

Grundsätzlich sollten immer die Hausarztpraxis bzw. außerhalb der Praxiszeiten der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der zentralen Rufnummer 116117 telefonischerste Ansprechpartner sein.

Das Titelbild zeigt die Pressekonferenz anlässlich des ersten Corona-Falles in Gießen. Von links: Dirk Wingender (Pressesprecher des Kreises Gießen), Landrätin Anita Schneider, Sozialdezernent Hans-Peter Stock und Dr. Jörg Bremer (Kreisgesundheitsamt). (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)

Der „Landbote“ nahm an der Pressekonferenz teil und wird in einem weiteren Bericht Hintergründe zur „Corona“-Entwicklung schildern, die viele Menschen mit Sorge verfolgen. 

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